Karlsruhe
: Gibt es diese Woche einen Streik bei VBK und AVG?

Diese Woche kommt es in zahlreichen Bundesländern wieder zu Warnstreiks im ÖPNV. Müssen auch Fahrgäste in Karlsruhe mit Einschränkungen rechnen?
Von
David Hahn
Karlsruhe
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Warnstreiks im Nahverkehr in Karlsruhe: ARCHIV - 25.09.2020, Baden-Württemberg, Karlsruhe: An einer Straßenbahn der Verkehrsbetriebe Karlsruhe hängt ein Plakat mit der Aufschrift Warnstreik. Die Gewerkschaft Verdi will mit den Warnstreiks ihren Forderungen Nachdruck verleihen. (zu dpa: «Verdi-Warnstreik am Montag - Was Pendler wissen müssen») Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Diese Woche wird erneut der Nahverkehr in mehreren Bundesländern bestreikt. Ist auch Karlsruhe betroffen?

Uli Deck/dpa

Die Gewerkschaft ver.di hat diese Woche in mehreren Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen, unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Bayern und in Hamburg. In Karlsruhe kommt es im ÖPNV allerdings zu keinen Warnstreiks.

Kein ÖPNV-Streik in Karlsruhe: Tarifeinigung in BW bereits erzielt

Diese Woche drohen im Nahverkehr von Karlsruhe, Stuttgart und Co. keine Ausstände. Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber haben sich laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Baden-Württemberg bereits am 10. März 2026 mit dem kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) geeinigt. Die Tarifparteien hatten seit Mitte Januar verhandelt.

Zuletzt hatten die Bus- und Bahnfahrer in Karlsruhe Anfang Februar einen Tag lang ihre Arbeit niedergelegt. Im Mittelpunkt der Tarifverhandlungen standen die Arbeitsbedingungen. Dabei entfielen in Karlsruhe die Tramlinien 1, 2, 3, 4, 5, 8, 17, 18 und E sowie die Stadtbahnlinie S2. Die meisten Buslinien der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) waren ebenfalls außer Betrieb. Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) war nicht betroffen, da sie organisatorisch und tariflich eigenständig ist. Die Linien der AVG verkehrten weiter nach dem regulären Fahrplan.

Unterschied zwischen KVV, VBK und AVG

VBK, AVG und KVV erfüllen im Karlsruher ÖPNV unterschiedliche Funktionen: Die VBK (Verkehrsbetriebe Karlsruhe) sind das kommunale Verkehrsunternehmen und betreiben Busse und Straßenbahnen im Stadtgebiet, während die AVG (Albtal-Verkehrs-Gesellschaft) als eigenständiges Unternehmen primär die Stadtbahnlinien in der Region betreibt. Der KVV (Karlsruher Verkehrsverbund) hingegen ist kein Betreiber, sondern die organisatorische Dachgesellschaft, welche Tarife, Fahrpläne und die Abstimmung zwischen den Verkehrsunternehmen koordiniert, aber selbst keine Fahrzeuge betreibt.

Ergebnis der Tarifverhandlungen in BW

Der Abschluss umfasst demnach ein Gesamtpaket, das sowohl Verbesserungen für die Beschäftigten als auch Planungssicherheit für die Betriebe schafft. Alle wesentlichen Ungerechtigkeiten bei Zuschlägen und Eingruppierung werden behoben, so Verdi. So steigt unter anderem der Nachtzugang um ein Viertel - und auch andere Zuschläge werden schrittweise erhöht. Die Bezahlung von Überstunden werde ebenfalls verbessert. Der KAV betonte, dass die Einigung einen ausgewogenen Kompromiss darstellt. Sie ermögliche Verbesserungen, ohne die kommunalen Haushalte übermäßig zu belasten.

Die kommunalen Nahverkehrsbetriebe beschäftigen rund 6.700 Menschen im Südwesten. Der Manteltarifvertrag mit allen Regelungen wird bis Ende Dezember 2029 verlängert. Die Friedenspflicht in diesem Kontext gilt bis Januar 2030.

Aktuelle Warnstreiks diese Woche

Die Warnstreiks diese Woche finden im Rahmen der bundesweiten Tarifrunde statt, in der laut Verdi die Arbeitsbedingungen für knapp 100.000 Beschäftigte in 150 Unternehmen in zahlreichen Bundesländern verhandelt werden. Zugleich geht es in Bayern, Brandenburg, Thüringen, dem Saarland und bei der Hamburger Hochbahn auch um die Löhne und Gehälter der Beschäftigten.

„Wir haben in den Ländern teils sehr unterschiedliche Verhandlungsstände“, sagte die ver.di-Vizevorsitzende Christine Behle vor den nächsten Warnstreiks im ÖPNV. „Wir rufen daher nur dort zu Streiks auf, wo es jetzt wirklich Druck braucht“, sagte sie. Während in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg bereits ein Tarifergebnis vorliegt, wird in fast allen anderen Bundesländern noch verhandelt. Wegen der unterschiedlichen Tarifverträge hat ver.di in jedem Land eigene Forderungen aufgestellt.

Mit Material der dpa