Bucks heile Welt Kaffee-Kocher

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Autorenfoto © Foto: Christian Käsmayr
Ulm / Gerlinde Buck 01.09.2018

Fummeln Sie noch an Knöpfchen oder brühen Sie schon? Es ist so bitter. Jahrelang hatte man der Versuchung widerstanden und weder einen thermomixgroßen Espresso-Apparillo angeschafft noch eine dieser Bonsai-Kapselmüllschleudern. Kaffeevoll­automaten, nein danke! Dann bekam man einen geschenkt und, bums, ging es los. Gern dreimal täglich, mehrere Sorten hintereinander. Arpeggio. Dharkan. Rosabaya. Man süffelte sich so  durch die Welt,  entkalkte sich auf Befehl der Entkalker-App einen Wolf und tauschte sogar  regelmäßig die farbigen Seitenpaneele aus. Matt wie wir sind, griffen wir dieser Tage zu einem Schachbrettmuster.

 Und jetzt, kaum dass wir den ganzen Stress mit Maschinenwartung, Kapselbe- und entsorgung sowie der täglichen Wahlqual zwischen 24 Kaffeesorten endlich in den Alltag integriert haben, ist das alles nix mehr wert. Zumindest nicht imagemäßig. Nee du, winkt Freundin Thea ab, „die Assel-Maschinenphase haben wir hinter uns. Der Tobi und ich trinken seit Jahren nur noch Brewed Coffee!“ Filterkaffee aus  fair gehandelten, frisch gerösteten,  eigenzarthändig gemahlenen Böhnchen, die  erst nach sorgfältigem Abwägen und  Abwiegen – 65 Gramm auf 1 Liter  – schwallweise in Berührung mit  auf exakt  96 Grad  temperiertem Wasser kommen. Alles andere gehe gar nicht.

  Wir brauchen jetzt erst mal ein Glas 08/15-Wasser. Pur, extra hart und frisch vom Hahna.

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