Jom Kippur 2025
: Bedeutung, Bräuche, Datum & Co. - Alle Infos zum jüdischen Fest

Jom Kippur ist der höchste Feiertag, den es im Judentum gibt. Wir haben im Folgenden alle wichtigen Informationen in diesem Artikel zusammengefasst.
Von
Lea Lange
Jerusalem
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Wann wird Jom Kippur 2025 gefeiert? Alle Infos zum höchsten jüdischen Feiertag im Überblick.

Wann wird Jom Kippur 2025 gefeiert? Alle Infos zum höchsten jüdischen Feiertag im Überblick.

Ronny Hartmann/dpa

Wenn die Juden Jom Kippur feiern, ist Fastenzeit. Es ist aber auch die Zeit der Versöhnung und des Betens. Was es mit diesem Fest auf sich hat, erfahrt ihr im Folgenden:

  • Wann findet Jom Kippur 2025 statt?
  • Welche Bedeutung hat der Feiertag?
  • Wie wird der Versöhnungstag gefeiert?
  • Welche Bräuche und Verbote gibt es?

Wann Jom Kippur 2025 gefeiert wird

Jom Kippur ist der höchste Feiertag im Judentum. Wie alle anderen jüdischen Feiertage wird auch das Versöhnungsfest nicht jedes Jahr am selben Tag gefeiert. Lediglich der Zeitraum ist gleich: Jom Kippur fällt immer auf die Monate September oder Oktober. Das liegt an der Übertragung vom jüdischen auf den gregorianischen Kalender. Der jüdische Kalender besteht aus lediglich 354 Tagen, wodurch er nicht identisch in den gregorianischen übertragbar ist.

Der wichtigste Festtag des jüdischen Jahres beginnt 2025 mit Sonnenuntergang am 1. Oktober und endet mit Anbruch der Nacht am 2. Oktober.

Jom Kippur 2025 - Die Bedeutung hinter dem Versöhnungstag

Der Versöhnungstag soll an die Zeit erinnern, in der das goldene Kalb auf dem Berg Sinai erschaffen wurde und die Juden Gott gegenüber untreu wurden. Er verzieh dem jüdischen Volk damals noch am selben Tag, wodurch der Versöhnungstag entstand. Der Feiertag dient allein dem Zweck der Ruhe, Buße sowie Vergebung und hat anders als die meisten anderen jüdischen Feiertage nicht den Fokus auf ein geschichtliches Ereignis.

Rosch ha–Schana ist das jüdische Neujahrsfest. An diesem Neujahrsfest teilt Gott die Menschen in drei Kategorien ein und schreibt ihre Namen in die dazugehörigen Bücher. Die Bücher sind umgangssprachlich in gut, normal und schlecht eingeteilt. Das Buch der Frommen ist das „gute“ Buch. In ihm stehen alle Menschen, die keine offenen Sünden oder Konflikte haben. Im Buch der Bösen stehen alle Menschen, die eindeutig böse sind und viele Sünden und Auseinandersetzungen im letzten Jahr hatten. Das letzte Buch ist das der Normalen. In diesem Buch steht der Durchschnittsmensch, welcher weder eindeutig böse, noch gut ist.

Die Juden haben bis zum Vorabend von Jom Kippur Zeit, ihre Sünden, offene Streitigkeiten oder Konflikte mit anderen Menschen zu bereinigen. Wenn das geschehen ist, wird Gott die Sünden vergeben und die jeweilige Person ins Buch der Frommen eintragen und dadurch ein gutes Jahr schenken. Die meiste Zeit des Feiertages wird daher von einigen Juden in der Synagoge verbracht.

Jom Kippur - Diese Verbote und Bräuche gibt es

Jom Kippur ist im Judentum für alle Frauen ab zwölf und Männer ab 13 Jahren ein wichtiger Feiertag. Der Versöhnungstag wird außerdem unabhängig davon gefeiert, ob er auf einen Sabbat, also den Ruhetag der jüdischen Woche, fällt. Zu Jom Kippur ist Geschlechtsverkehr und jegliche Art von körperlicher Vergnügung verboten. Man darf von kurz vor Sonnenuntergang des Vortags bis zum nächsten Sonnenuntergang weder essen, noch trinken. Körperpflege in Form von waschen oder schminken ist ebenfalls nicht erlaubt. Um die Versöhnung mit Gott stattfinden zu lassen, müssen die Juden in all ihre zwischenmenschlichen Beziehungen Ruhe bringen. Sie müssen sich also im Normalfall bei allen Leuten, die von ihnen schlecht behandelt wurden, entschuldigen.

An Jom Kippur ist der Tagesablauf durch fünf Gottesdienste geprägt. Die Gottesdienste gliedern sich in das Kol Nidrei–Gebet, welches bereits am Vorabend von Jom Kippur abgehalten wird. Am nächsten Morgen findet das Schacharit–Gebet, gefolgt vom Mussaf–Gebet, im heiligen Tempel statt. Im Mussaf–Gebet wird der Versöhnungstag nochmal erklärt und ausführlich beschrieben. Über den restlichen Tag verteilt folgen dann noch das Minche–Gebet, in welchem das Buch Jona gelesen wird und das Ne’ila–Gebet, welches den Höhepunkt darstellt. Beendet wird der Versöhnungstag durch das Blasen des Schofarhorns. Sinn und Zweck der Entsagungen ist es, den physischen und materiellen Bedürfnissen keine Bedeutung zu schenken und sich anstatt dessen durch Gebete und den starken Aufenthalt in der Synagoge komplett auf die Reue und Versöhnung mit Gott zu konzentrieren.

Jom Kippur 2025 - Diese Glückwünsche könnt ihr per WhatsApp & Co. versenden

Am Versöhnungstag werden die Bücher, die an Rosch ha–Schana geöffnet wurden, wieder geschlossen. Die Juden hoffen daher auf ihre Eintragung im Buch des Lebens, um die Versöhnung mit Gott durchzuführen. Untereinander sagt man dadurch an Jom Kippur „Chatima tova!“, was soviel wie „Gutes Eintragen!“ bedeutet.