Jette Nietzard
: Abschied mit Ansage! Grüne-Jugend-Chefin tritt nicht mehr an

Die Co-Vorsitzende der Grünen Jugend, Jette Nietzard, wird nicht erneut für ihr Amt kandidieren. Das kündigte sie auf Instagram an. Das sind die Hintergründe.
Von
Florian Huth
Berlin
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Jette Nietzard: ARCHIV - 15.11.2024, Hessen, Wiesbaden: Jette Nietzard, Sprecherin der Grünen Jugend, spricht bei der Bundesdelegiertenkonferenz der Grünen. (zu dpa: «Grüne-Jugend-Chefin Nietzard kandidiert nicht erneut») Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Jette Nietzard kandidiert nicht erneut.

Michael Kappeler/dpa
  • Jette Nietzard, Co-Vorsitzende der Grünen Jugend, kandidiert im Oktober nicht erneut für ihr Amt.
  • Via Instagram kritisierte sie Machtstrukturen und bezeichnete die Grünen als zu stromlinienförmig.
  • Kontroversen um Äußerungen zu Gaza, Israel und Polizei sorgten für parteiinterne Kritik.
  • Nietzard distanzierte sich von früheren Aussagen und Aktionen, bleibt aber Parteimitglied.
  • Frühere Provokationen, etwa auf X und zu Silvester, lösten wiederholt öffentliche Debatten aus.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Co-Vorsitzende der Grünen Jugend, Jette Nietzard, wird bei der kommenden Wahl nicht erneut kandidieren. Das gab die 26-Jährige über Instagram bekannt. Ihr Amt führt sie noch bis zur Neuwahl des Bundesvorstands beim Bundeskongress Mitte Oktober in Leipzig weiter.

„Ziel meiner Kritik waren immer Menschen in Machtpositionen“

Sie habe versucht, den Blick auf Ungerechtigkeiten zu lenken, erklärte Nietzard. „Ziel meiner Kritik waren immer Menschen in Machtpositionen.“ Sie kritisierte die Grünen als zu stromlinienförmig. Sie bleibe aber Parteimitglied und Mitglied der Grünen Jugend.

„Bei den Grünen sind meine Gedanken nicht immer auf Gegenliebe gestoßen“, sagte Nietzard. Schon seit einiger Zeit sei klar, dass sie keine Zukunft „in diesem Bundesvorstand“ haben könne und beklagte Anfeindungen.

Heftige Reaktionen bei Parteifreunden auf Äußerungen

Nietzard hatte mit Äußerungen in sozialen Medien immer wieder Ärger und Unverständnis in den Reihen der Grünen ausgelöst. Anfang Juni entschuldigte sie sich für ein kurz zuvor hochgeladenes Video zu Gaza und Israel. Die Grüne Jugend erklärte in einem Transparenzhinweis, in der vorherigen Version des Videos sei „nicht deutlich genug geworden, dass der 7. Oktober ein antisemitischer Terroranschlag war“.

Nietzard distanzierte sich - ein Stück weit

Grünen-Chef Felix Banaszak nannte Nietzards Beurteilung der Polizei „inakzeptabel“. Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Partei für die kommende Landtagswahl in Baden-Württemberg, kritisierte, bei den Grünen sei falsch, wer nicht kapiere, dass die Polizei auch Grünen-Werte verteidige.

Nietzard distanzierte sich ein wenig von ihrer Pullover-Aktion. Sie „glaube nicht, dass das der richtige Weg war, um auf die Probleme aufmerksam zu machen“, erklärt sie in einem „Stern“-Podcast. Den Pulli besitze sie „als Privatperson“. Nietzard ist seit Oktober 2024 Co-Sprecherin der Grünen Jugend.

Es war nicht die erste Nietzard-Kontroverse

Es war nicht das erste Mal, dass Nietzard provozierte. So hatte sie nach Angaben von Nutzern zu Silvester in sozialen Medien gepostet: „Männer die ihre Hand beim Böllern verlieren können zumindest keine Frauen mehr schlagen.“ Der Beitrag wurde nach Kritik gelöscht.

Den Rückzug von FDP-Chef Christian Lindner nach dem desaströsen Abschneiden seiner Partei bei der Bundestagswahl quittierte sie auf X mit den Worten: „Ich freue mich, dass der Mann von @francalehfeldt jetzt kürzer tritt um ihr Karriere und Kind zu ermöglichen“. Parteikollegin Renate Künast kommentierte den Post. „Jette, das ist unsouverän und macht Dich sehr klein“, schrieb sie.