Das ist schon eine extrem abgeklärte Reaktion und bringt der neuseeländischen Premierministerin nun gerade einen Viralhit im Internet: Ein Live-Interview von Jacinda Ardern ist von einem Erdbeben gestört worden - doch die Regierungschefin blieb cool und setzte das Gespräch fort. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP am Montagmorgen. Das Beben der moderaten Stärke 5,6 - die deutsche Nachrichtenagentur DPA berichtete abweichend von einer Stärke von 5,8 - erschütterte die neuseeländische Nordinsel am Montag kurz vor 8 Uhr Ortszeit. Ardern führte zu diesem Zeitpunkt in der Hauptstadt Wellington ein Interview per Videoschalte mit dem Frühstücksfernsehen.
Das Video ist hier zu sehen beim Guardian:

Youtube

"Wir haben hier gerade ein ziemliches Erdbeben", sagte die 39-jährige Ardern dem Moderator. "Ein ganz anständiges Beben hier, wenn Sie sehen, wie sich die Dinge hinter mir bewegen", kommentierte die Regierungschefin das Geschehen weiter. Einen kurzen Moment lang sah Ardern besorgt aus, doch dann lächelte sie und sprach weiter. "Es hat gerade aufgehört", sagte sie. "Es geht uns gut". Es sehe so aus, als befinde sie sich in einem soliden Gebäude.
Dieses Videostandbild zeigt Jacinda Ardern während des Interviews, das von einem Erdbeben gestört wurde.
Dieses Videostandbild zeigt Jacinda Ardern während des Interviews, das von einem Erdbeben gestört wurde.
© Foto: DPA

Erdbeben in Neuseeland 90 Kilometer von Wellington entfernt

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Geologiebehörde USGS rund 90 Kilometer nördlich von Wellington. Trotz seiner relativ moderaten Stärke war es in der Hauptstadt deutlich zu spüren. Berichte über mögliche größere Schäden lagen aber zunächst nicht vor.
Neuseeland liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Dort stoßen mehrere tektonische Platten aneinander, weshalb es jährlich im Land mehr als 15.000 Erdbeben gibt. Nur aber etwa hundert bis 150 davon sind so stark, dass sie zu spüren sind. Im Jahr 2011 waren durch ein Beben der Stärke 6,3 in der Stadt Christchurch auf der Südinsel 185 Menschen getötet worden.

Erdbeben in Neuseeland: Offenbar keine Gefahr eines Tsunamis

Zehntausende Menschen im ganzen Land hatten das Beben gespürt. Nach Angaben der nationalen Notfallbehörde bestand jedoch keine Gefahr eines Tsunami in Folge des Erdbebens. Auch lagen keine Berichte über Verletzte oder Schäden vor. Es gab Dutzende Nachbeben.

Jacinda Ardern: Vier-Tage-Woche zur Ankurbelung der Wirtschaft nach Corona

In Neuseeland rückt die Idee einer viertägigen Arbeitswoche zur Ankurbelung der durch die Corona-Krise schwer gebeutelten Wirtschaft in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte. Auch Regierungschefin Jacinda Ardern findet die Idee gut und ermunterte die Arbeitgeber im Land, über die Einführung einer Vier-Tage-Woche und andere flexible Arbeitsmodelle nachzudenken.
Viele Neuseeländer hätten ihr erzählt, dass sie mehr im eigenen Land reisen würden, wenn sie flexiblere Arbeitszeiten hätten, sagte Ardern nach einem Besuch in der Touristen-Hochburg Rotorua. „Ich höre viele Menschen, die vorschlagen, dass wir eine Vier-Tage-Arbeitswoche haben sollten“, sagte Ardern in einem informellen Live-Video auf Facebook.
Die heimische Rechtsberatungsfirma Perpetual Guardian mit mehr als 200 Mitarbeitern hatte weltweit Aufsehen erregt, als sie 2018 die Vier-Tage-Woche bei sich einführte. Dieses Modell könne eine Lösung sein, um Neuseelands Wirtschaft nach der Corona-Pandemie bei der Erholung zu helfen, wurde Firmengründer Andrew Barnes am Mittwoch von Medien zitiert.