Internationales Gütesiegel
: Geopark Schwäbische Alb erfolgreich von der UNESCO rezertifiziert

Der Geopark Schwäbische Alb darf für weitere vier Jahre das begehrte „UNESCO Global Geopark“-Label tragen. Er ist damit einer von weltweit nur 213 ausgezeichneten Regionen.
Von
Amrei Oellermann
Schelklingen
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Die einzigartige Landschaft der Schwäbischen Alb wurde erneut mit der Grünen Karte der UNESCO ausgezeichnet.

Die einzigartige Landschaft der Schwäbischen Alb wurde erneut mit der Grünen Karte der UNESCO ausgezeichnet.

Dominic Lars Breitbarth
  • Der Geopark Schwäbische Alb wurde von der UNESCO für vier weitere Jahre rezertifiziert.
  • Das Label „UNESCO Global Geopark“ tragen weltweit nur 213 Regionen.
  • Verantwortlich ist die Geopark-Geschäftsstelle in Schelklingen, unterstützt von lokalen Initiativen.
  • Das Siegel stärkt Tourismus und hebt die Region in Deutschland hervor.
  • Der Geopark umfasst 6200 Quadratkilometer und wird von einem Verein getragen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es ist vollbracht: Nach einem ganzen Jahr der Vorbereitung und einem dreitägigen Prüfer-Besuch im Juli hat der Rat der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) in Paris eine Entscheidung gefällt – der 2015 erstmals ausgezeichnete Geopark Schwäbische Alb darf für weitere vier Jahre das „UNESCO Global Geopark“-Label tragen. Die Auszeichnung ist begehrt; weltweit tragen nur 213 Regionen diesen Titel.

Entsprechend groß ist die Freude in der Geopark-Geschäftsstelle in Schelklingen. „Dieses internationale Gütesiegel bestätigt die herausragende geologische und kulturelle Bedeutung unserer Region sowie unser kontinuierliches Engagement für nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz“, schreibt Ute Mai, die für die Öffentlichkeitsarbeit des Geoparks verantwortlich zeichnet.

Rezertifizierung als Gemeinschaftsleistung

Zugleich gehe mit der Auszeichnung eine große Verantwortung einher – jene, das Qualitätssiegel auch in Zukunft zu erhalten und „diesen wertvollen Lebensraum zu schützen und für kommende Generationen zukunftsfähig zu gestalten“. Geld von den Vereinten Nationen, das dafür eingesetzt werden könnte, ist mit dem Siegel allerdings nicht verbunden: „Die UNESCO verleiht nur die Auszeichnung als solche“, erklärt Geologin und Projektmanagerin Iris Bohnacker. Indirekt sei diese aber Geld wert, da sie Touristen anlocke. „Das Siegel kennzeichnet uns weltweit als eine Region, die etwas Besonderes ist“, sagt Bohnacker. Damit hebe sich die Schwäbische Alb wirkungsvoll von anderen Regionen in Deutschland ab.

Die Stärke der Region liege aber nicht nur in der Landschaft, betont Pressesprecherin Ute Mai: „Es sind die Menschen und Initiativen, die den Geopark lebendig machen.“ Die Rezertifizierung sei eine Gemeinschaftsleistung gewesen, die im Team erreicht wurde.

Der Geopark Schwäbische Alb umfasst eine Fläche von 6200 Quadratkilometern in zehn Landkreisen. „Das sind rund 20 Prozent der Landesfläche“, unterstreicht Ulrich Ruckh die Dimensionen. Der Schelklinger Bürgermeister ist zugleich Vorsitzender des 2008 gegründeten Vereins, der den Geopark trägt. UNESCO-Geoparks dieser Größe seien sehr selten.

Angesichts der riesigen Fläche und der dementsprechend vielen Player im Geopark-Boot sei der erneute Erhalt des renommierten Siegels nicht einfach, aber zugleich „außerordentlich wichtig“ gewesen, sagt Ruckh. Denn es könnte neben mehr Touristen noch auf weitere Weise für mehr Geld in der Geopark-Kasse sorgen: Mit dem Rückenwind der Rezertifizierung hofft der Vereinsvorsitzende darauf, dass das Land in Zukunft eine größere Rolle bei der Finanzierung übernimmt. Bislang habe es lediglich projektbezogene Zuschüsse gegeben, sagt Ruckh. Künftig soll es eine Dauerfinanzierung sein, was den Verantwortlichen neue Spielräume schaffen würde. Wie hoch die Zuschüsse sein werden, ist allerdings gegenwärtig unklar: Die Haushaltsberatungen des Landes sind noch nicht abgeschlossen.

Zehn Landkreise sind beteiligt

Zum Geopark-Netzwerk zählen 24 Infostellen – darunter Schauhöhlen, Museen, Naturschutzzentren und Bildungseinrichtungen –, 38 Stationen der „Reise in die Erdgeschichte“ sowie elf Geopark-Schulen. Der UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb wird von einem Verein getragen. Ihm gehören die zehn Landkreise an sowie der Schwäbische Alb-Tourismus-Verband, der Industrieverband Steine & Erden Baden-Württemberg, die Stiftung Kessler + Co für Bildung und Kultur sowie die Kommunen Schelklingen, Steinheim am Albuch und Beuren. Vorsitzender des Vereins ist der Schelklinger Bürgermeister Ulrich Ruckh.