Internationale Studie: Menschen hinterlassen an allen Meeresküsten chemische Spuren

Nicht nur menschengemachter Plastikmüll verschmutzt die Weltmeere, sondern auch Weichmacher und Chemikalien aus Pflegeprodukten.
Andrey Nekrasov/ZUMA Press Wire/dpa- Studie: 2.300 Meerwasserproben aus Pazifik, Atlantik, Indischem Ozean
- 18 Institute: menschliche Chemikalien in Küstengewässern weit verbreitet
- 248 menschengemachte Verbindungen identifiziert, Daten in Nature Geoscience
- Dominant: Weichmacher, Schmiermittel, Chemikalien aus Pflege- und Konsumprodukten
- Selbst entlegene Korallenriffe zeigen klare chemische Fingerabdrücke des Menschen
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vom Menschen hergestellte Chemikalien durchdringen die Küstengewässer in bislang unbekanntem Ausmaß. Das zeige eine internationale Studie von 18 Forschungseinrichtungen und Universitäten, teilte die Universität Tübingen am Dienstag mit. Das Forschungsteam analysierte mehr als 2.300 Meerwasserproben aus mehr als 20 Feldstudien, die mehr als ein Jahrzehnt lang in Pazifik, Atlantik und Indischem Ozean gesammelt wurden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Geoscience“ veröffentlicht.
„Selbst an Orten, die wir für unberührt halten, fanden wir eindeutige chemische Fingerabdrücke menschlicher Aktivität“, sagt Daniel Petras, Assistenzprofessor an der University of California und Nachwuchsgruppenleiter an der Universität Tübingen. Obwohl die chemische Verschmutzung der Meere lange bekannt sei, habe ihn das Ausmaß überrascht. Selbst entlegene Korallenriffsysteme tragen laut Petras deutliche chemische Signaturen menschlicher Aktivität.
Weichmacher und Schmiermittel
Insgesamt identifizierte das Team 248 vom Menschen stammende Verbindungen. Industriechemikalien wie Weichmacher aus Kunststoffen, Schmiermittel und andere Chemikalien aus Pflege- und Konsumprodukten dominieren den menschlichen chemischen Fußabdruck in den Ozeanen.
Die Veröffentlichung der Daten soll die Forschung beschleunigen und ein umfassenderes Verständnis der menschlichen chemischen Auswirkungen auf die Weltmeere ermöglichen. Um die Konzentrationen genau bestimmen zu können, seien weitere detaillierte Analysen nötig, erklärten die Autoren der Studie. Die langfristigen ökologischen Folgen der Konzentrationen seien weitgehend unbekannt.
