In Morca-Höhle gefangen
: Schwer erkrankter US-Forscher nach neun Tagen in Türkei befreit

In der Türkei war ein Forscher mehr als eine Woche lang in einer Höhle gefangen. Jetzt gelang es dem Rettungs-Team ihn zu befreien.
Von
Christian Wille
Istanbul
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Das Foto wurde aus Videoaufnahmen erstellt, die am 8. September veröffentlicht wurden. Zu sehen ist der US-Höhlenforscher und -Retter Mark Dickey. Er war neun Tage lang mehr als einen Kilometer unter der Erde gefangen.

HANDOUT, AFP

War es die größte und komplizierteste Höhlenrettung aller Zeiten? Ein schwer erkrankter US-Höhlenforscher ist am Montag in einer dramatischen Rettungsaktion nach neun Tagen aus der Morca-Höhle in der Südtürkei befreit worden. Laut der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP) teilte die türkische Höhlenforschungsgesellschaft mit, dass Mark Dickey aus der Höhle herausgeholt und die Rettungsaktion „erfolgreich abgeschlossen“ worden sei. Den Einsatzkräfte bezeichnen die unterirdische Rettungsaktion, als eine der größten und kompliziertesten aller Zeiten.

Team aus 200 Rettungskräften befreit Forscher aus Höhle in der Türkei

An der Befreiung war ein internationales Team von insgesamt 200 Rettungskräften, Forschern und Ärzten beteiligt. „Wir gratulieren allen, die ihren Beitrag geleistet haben“, erklärte die türkische Höhlenforschungsgesellschaft. Dickey dankte in einem Video der türkischen Regierung für ihre Hilfe und sagte, dass ihre „schnelle Reaktion“ ihm „das Leben gerettet“ habe.

Forscher in Höhle gefangen: Bluttransfusion einen Kilometer unter der Erde

Wie geht es dem geretteten Forscher? Und in welcher Tiefe war er gefangen? Nach Angaben der Behörden hatte sich Dickeys Gesundheitszustand seit einigen Tagen stetig verbessert. Der 40-jährige Forscher war in der Morca-Höhle nahe der türkischen Mittelmeerküste in Not geraten. Dickey war mit einem internationalen Forscherteam in die dritttiefste Höhle in der Türkei geklettert. In einer Tiefe von 1120 Metern erlitt er eine Blutung im Magen-Darm-Trakt. In der Folge wurde er von Rettungskräften zunächst in ein Basislager in 1040 Metern Tiefe gebracht, wo er Bluttransfusionen erhielt.

Nach Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde Afad hatten Dickeys Kameraden wegen dessen inneren Blutungen die Rettungskräfte verständigt. Daraufhin eilten Einsatzkräfte aus dem In- und Ausland zu Hilfe, um Dickey sicher aus der Höhle zu bringen.

Höhlenrettung in der Türkei - So war die Lage am Montag

Die Höhlenforschungsgesellschaft hatte sich zuvor angesichts der Rettung zuversichtlich gezeigt: „Wenn alles gut geht, sollte Mark bis heute Abend oder morgen vollständig gerettet sein“, heiß es am Montag. Demnach konnten die Rettungsteams den 40-Jährigen mit einer Trage weiter nach oben transportieren. Bis zur Oberfläche fehlten demnach am Montagmittag nur noch 180 Meter.

Wie lief die Rettung aus der türkischen Morca-Höhle ab?

Während der Bergung aus der Tiefe der Höhle musste die Trage stellenweise mit einem Seil senkrecht durch besonders enge Gänge gezogen werden. Die Rettungskräfte legten manchmal Pausen ein, verließen die Höhle und kehrten dann wieder unter die Erde zurück.

Laut der Europäischen Vereinigung für Höhlenrettung (ECRA) ist Dickey ein erfahrener Höhlenforscher mit medizinischer Ausbildung. Der im US-Bundesstaat New York geborene Dickey sei „eine bekannte Persönlichkeit in der internationalen Höhlenforschergemeinschaft, ein hochqualifizierter Höhlenforscher und selbst Höhlenretter“, betonte die ECRA.

Große Rettungsaktion aus Falkensteiner Höhle bei Grabenstetten

2019 mussten Menschen aus einer Höhle in Grabenstetten aufwendig gerettet werden. Anschließend gab es heftige Kritik am Guide. Beide Männer, die nach dem Starkregen in der Falkensteiner Höhle bei Grabenstetten eingeschlossen waren, konnten befreit werden.