Grippewelle 2026
: Diese Symptome verursacht Influenza aktuell

In Deutschland kommt es aktuell zu immer mehr Grippeerkrankungen. Grund ist eine Grippe-Mutation, die das Infektionsgeschehen antreibt. Alles Wichtige dazu im Überblick.
Von
Nicole Züge
Berlin
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Grippe kann harmlos verlaufen, es gibt aber auch schwere Verläufe. Welche Warnzeichen es gibt und auf welche Symptome man bei der aktuellen Influenza-A-Variante H3N2 achten muss. (Symbolbild)

Grippe kann harmlos verlaufen, es gibt aber auch schwere Verläufe. Welche Warnzeichen es gibt und auf welche Symptome man bei der aktuellen Influenza-A-Variante H3N2 achten muss. (Symbolbild)

picture alliance/dpa

Das Auftreten eines mutierten Grippe-Virusstamms mit der Bezeichnung „H3N2-Subklade K“ sorgt aktuell laut Robert Koch-Institut in Deutschland für viele Neuinfektionen. Die Grippevariante war zunächst in anderen Teilen Europas aufgetaucht und hatte für überdurchschnittlich viele schwere Verläufe gesorgt. Welche Symptome sind typisch für die Mutation und woran kann man einen schweren Influenza-Verlauf erkennen? Das müssen Sie jetzt wissen

Grippewelle startete bereits vor Weihnachten

Die Grippewelle hat laut Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in der 48. Kalenderwoche 2025 begonnen. Über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel ging die Aktivität aller sogenannten „akut respiratorischen Erkrankungen“ (dazu zählen Grippe,  Covid-19 sowie das RS-Virus) zunächst zurück. Das ist laut den Experten des RKI ein typisches Muster. Im weiteren Verlauf des Januar stiegen die Influenzafälle deutschlandweit erneut an. Mittlerweile wird die Grippevariante „A(H3N2)“ am häufigsten nachgewiesen.

Neue Grippevariante A(H3N2): Das sind die Symptome

Diese Influenza-Symptome sind aktuell typisch für H3N2:

  • Plötzlich auftretendes Fieber: Ähnlich wie bei anderen Grippeviren, kann sich bei H3N2 plötzlich auftretendes Fieber zeigen, welches mäßig bis hoch ausfällt und zu allgemeinem Unwohlsein führt.
  • Körperschmerzen: Derartige Schmerzen sind charakteristisch für diese neue Virus-Variante. Da die Symptome denen von Covid-19 ähnlich sind, sollte unbedingt ein Test durchgeführt werden.
  • Schüttelfrost: H3N2 verursacht häufig Schüttelfrost, welcher sehr plötzlich und in Verbindung mit den übrigen Symptomen auftritt.
  • Husten: Wie auch bereits bei anderen Grippevirus-Varianten bekannt, tritt bei dieser Mutation sehr häufig starker, teilweise lang anhaltender Husten auf.

Weitere Symptome einer Influenza-Erkrankung wie allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, Rhinorrhö (Nasenausfluss), selten auch Übelkeit/Erbrechen und Durchfall können hinzukommen. Allerdings kommen nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts auch viele weitere, meist virologische Atemwegserreger bei einer solchen Symptomatik infrage.

Influenza A: Mediziner fordern neue STIKO-Empfehlungen

Die aktuelle Variante der Influenza‑A‑Grippeviren hat bereits im November die Seuchenschutzbehörde der EU (ECDC) in Warnstellung versetzt. Grund war der ungewöhnlich frühe und starke Anstieg der Infektionen in mehreren Ländern. In Großbritannien waren insbesondere Schulkinder und ältere Menschen von schweren Verläufen betroffen. Auch deswegen fordern aktuell Interessenvertreterverbände wie die „Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin“ (DIVI) eine Ausweitung der Impfempfehlungen für alle Menschen ab sechs Monaten.

Bisher wird etwa die Impfung für Kinder in Deutschland nur dann von der Ständigen Impfkommission empfohlen, wenn es Vorerkrankungen gibt. Auch für gesunde Erwachsene gilt diese Empfehlung.

Woran erkennt man einen schweren Influenza-Verlauf?

Schwer verläuft eine Grippeerkrankung überwiegend dann, wenn zur viralen Infektion durch das Grippevirus selbst auch noch eine bakterielle Infektion dazukommt. Laut dem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte (HNO-Ärzte im Netz) sei der Beginn einer solchen Infektion vor allem daran zu erkennen, dass es einen erneuten Fieberanstieg um den 3. Krankheitstag gibt.

In der Folge kann sich eine bakterielle Infektion dann auch anhand weiterer Symptome zeigen. Je nachdem, wo die Bakterien sitzen, zum Beispiel durch Ohrenschmerzen (mögliche Mittelohrentzündung) oder Schmerzen im Gesicht (mögliche Nasen-Nebenhöhlenentzündung). Auch eine Lungenentzündung sei möglich. Weitere Komplikationen durch Bakterien können durch eine eitrige Bronchitis ausgelöst werden.

Auch Schädigungen im Herz-Kreislauf-System wie Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche mit verminderter Pumpleistung (Herzinsuffizienz) sowie Ansammlungen von Flüssigkeit in der Lunge aufgrund der Herzschwäche (Lungenödem) oder ein Kreislaufschock sind mögliche Folgen eines schweren Grippeverlaufs.

Seltener können sich Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt und das zentrale Nervensystem (Hirnhautentzündung) zeigen. Da das Influenza-Virus aber prinzipiell jedes Organ schädigen kann, sind auch Symptome wie Leberschwellung, Leibschmerzen, Durchfälle oder Erbrechen möglich. Wenn die Symptome nach wenigen Tagen nicht besser, sondern sogar schlechter werden, ist dringend ein Besuch in der Arztpraxis erforderlich. Bei Kindern oder älteren Menschen lieber einmal zu viel, als zu wenig.