Hurrikan Beryl aktuell: Fünf Tote in den USA und Millionen Menschen ohne Strom

Hurrikan "Beryl" hat auch in den USA schwere Verwüstungen angerichtet.
Maria Lysaker/AP/dpaHurrikan "Beryl" ist der erste Wirbelsturm der Saison in Amerika und bricht gleich Rekorde. Anfang der Woche hatte sich "Beryl" in weniger als 24 Stunden zu einem Hurrikan der Kategorie 4 mit Windgeschwindigkeiten von 215 Kilometern pro Stunde entwickelt. Am Dienstag ist "Beryl" zwischenzeitlich sogar zu einem Hurrikan der höchsten Kategorie 5 hochgestuft worden. Aktuell hat der Sturm eine Stufe 1 und hat die USA erreicht.
Wo ist Hurrikan Beryl aktuell?
Der Wirbelsturm „Beryl“ hat nach seinem Eintreffen im US-Bundesstaat Texas an Stärke verloren und ist kein Hurrikan mehr. Als Tropensturm bahnt sich „Beryl“ mit heftigem Regen und Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometer pro Stunde nun seinen Weg ins Landesinnere. Das US-Hurrikanzentrum warnte von „lebensbedrohlichen Sturmfluten“ an der Golfküste. Der Sturm bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 21 Kilometern pro Stunde in Richtung Nordosten.
„Beryl“ war am frühen Montagmorgen (Ortszeit) nahe der texanischen Ortschaft Matagorda auf Land getroffen. Matagorda liegt rund 130 Kilometer südwestlich der Millionenstadt Houston. In Houston und Umgebung waren zeitweise mehr als zwei Millionen Haushalte ohne Strom. Das Weiße Haus teilte mit, dass US-Präsident Joe Biden regelmäßig über die Lage informiert werde. Man stehe in engem Kontakt mit den Behörden vor Ort. „Die Texaner in den betroffenen Gebieten sollten sich von den Straßen fernhalten und die Anweisungen der örtlichen Behörden befolgen“, warnte der Gouverneur von Texas, Greg Abbott.
Hurrikan Beryl fordert schon mehrere Todesopfer
Im Süden der USA ist die Zahl der Toten durch Sturm „Beryl“ auf fünf gestiegen. Der Bürgermeister der von orkanartigen Winden und Überschwemmungen heimgesuchten Millionenstadt Houston im Bundesstaat Texas, John Whitmire, meldete am Montag zwei weitere Tote. Auch im benachbarten Bundesstaat Louisiana wurde ein Todesopfer verzeichnet. Bei starker Hitze waren Millionen von Menschen ohne Strom.
In Houston sei ein Mensch in einem Feuer ums Leben gekommen, das möglicherweise von einem Blitz ausgelöst worden sei, sagte Whitmire. Ein Polizist sei auf dem Weg zur Arbeit in den Wassermassen gestorben. In Louisiana kam nach Polizeiangaben eine Frau ums Leben, als ein Baum auf ihr Haus stürzte. Zuvor hatte die Zahl der Toten in der Region bei zwei gelegen.
In der Karibikregion kamen mindestens elf Menschen ums Leben, darunter auch drei in Venezuela. Auf einigen Eilanden der Inselstaaten Grenada sowie St. Vincent und die Grenadinen wurden den Regierungen zufolge mehr als 90 Prozent der Häuser beschädigt oder zerstört. Auch Jamaika erlebte mancherorts große Schäden und weitreichende Stromausfälle.
Millionen Menschen nach Hurrikan ohne Strom
Das Nationalen Hurrikan-Zentrum der USA (NHC) warnte weiter vor Überschwemmungen und starkem Wind: Es müsse mit Sturzfluten und Hochwasser in Städten und an Flüssen gerechnet werden, warnten die Meteorologen. Bis in die Nacht seien zudem „mehrere Tornados in Teilen von Osttexas, Louisiana und Arkansas möglich“. In Texas, wo in den kommenden Tagen Temperaturen von bis zu 32 Grad erwartet werden, waren am Montagabend noch 2,6 Millionen Haushalte ohne Strom und damit auch ohne Klimaanlage.
Über Houston, wo 2,3 Millionen Menschen leben, war „Beryl“ am Montag mit Sturmböen und Starkregen hinweggefegt. Die 51-jährige Rose Michalec berichtete, in ihrem Viertel im Süden der Stadt habe der Wind Zäune umgerissen. Für einen Hurrikan der Kategorie 1 seien die Schäden „ziemlich groß“. „Es ist mehr, als wir erwartet hatten“, sagte Michalec.
Teile der Innenstadt von Houston standen am Montag komplett unter Wasser. Auch in anderen Küstenorten wurden Häuser überflutet und Dächer abgerissen.
Beryl ist stärkster Atlantik-Hurrikan in dieser Zeit
Der Wirbelsturm ist der stärkste, je in einem Juli gemessene Atlantik-Hurrikan. „Beryl“ hält die Menschen in der Region schon seit mehr als einer Woche in Atem, nachdem er Ende Juni im Atlantik entstanden war. Im Südosten der Karibik erreichte er zeitweilig die höchste Hurrikan-Stärke, Kategorie 5, also anhaltend mehr als 251 Kilometer pro Stunde. Er rauschte über mehrere Inseln der Kleinen Antillen hinweg, traf an der Ostküste der mexikanischen Halbinsel Yucatán aufs Festland, um dann durch den Golf von Mexiko weiterzuziehen. Der Klimawandel erhöht laut Experten die Wahrscheinlichkeit starker Stürme.
