Hunde-Heldin bei Blaubeuren: Mischling Sally rettet verwirrten Senior vor Erfrierungstod

Hund Sally aus Blaubeuren-Beiningen ist jetzt schon eine Heldin. Sie soll nun zum Assistenzhund ausgebildet werden.
Margot Autenrieth-Kronenthaler- Mischlingshündin Sally rettete in Blaubeuren einen verwirrten Senior vor dem Erfrierungstod.
- Der Hund spürte den Mann im Schlafanzug bei einem kalten Morgenspaziergang mit ihrem Besitzer auf.
- Sally wird nun zum Assistenzhund ausgebildet, da sie Besitzer Oliver Brecht bei Clusterkopfschmerzen hilft.
- Die Ausbildung kostet 10.000 Euro; Spenden werden über PayPal angenommen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wäre Sally nicht gewesen, dann hätte es für einen älteren, verwirrten Mann aus Beiningen ganz schlecht ausgehen können. Sally ist die eineinhalb Jahre alte Mischlingshündin von Oliver Brecht aus Beiningen. Als der 40-jährige Hundebesitzer unlängst morgens von seiner Schicht nach Hause kam, ging er wie üblich mit Sally eine Runde, bevor er sich zum Schlafen hinlegen wollte. „Es war stockdunkel und sehr kalt“, erinnert sich Brecht. „Ich habe nur ein kleines Licht an der Leine, sodass ich gerade mal sehe, wohin ich trete.“ Als er hinter der Werkshalle von Asys am südlichen Ortsrand unterwegs gewesen war, sei Sally plötzlich in eine Wiese gesprungen und habe sich hingelegt, gejault und gejammert.
„Sie hat nicht mehr aufgehört. Ich hab mich umgeschaut, aber nichts gesehen.“ Er habe weitergehen wollen, Sally habe jedoch nicht mehr gehorcht. Sonst sei Sally eine äußerst gehorsame und kluge Hündin, die ihm aufs Wort folge, betont Brecht. „Das war äußerst ungewöhnlich. Sally hat einfach alle Befehle verweigert und sich nicht von der Stelle gerührt.“
Alter Mann im Schlafanzug
Auf einmal habe er einen alten Mann gesehen, der im Schlafanzug und nur in Socken herumirrte. „Es war sehr kalt und der Mann war total nass“, erzählt Brecht. Er habe ihm seine Jacke umgehängt und ihn zu sich nach Hause mitgenommen. Von dort habe er den Rettungsdienst angerufen. Es stellte sich heraus, dass der aufgefundene Mann in Beiningen wohnt und an einer Demenzerkrankung leidet.
Nicht nur für den Mann, auch für Oliver Brecht ist Sally ein Glücksfall. Denn der Beininger leidet an Clusterkopfschmerzen, einer besonders schweren Form von Kopfschmerzen, die deshalb auch unter dem Namen „Suizid-Kopfschmerzen“ bekannt sind. „Es sind unerträgliche Schmerzen, die bis zur Bewusstlosigkeit führen können“, beschreibt es der als Fachkraft für Lagerlogistik Tätige. Gängige Schmerzmittel helfen nicht. Einzig, wenn er medizinischen Sauerstoff rechtzeitig nehme, könnten Attacken verhindert oder abschwächt werden, erläutert der Betroffene.
Schmerzanfälle erkannt?
Die Attacken erfolgten nach dem Einschlafen, was alles erschwere. Brecht leidet an der chronischen Form der Erkrankung, bei der es zu bis zu vier oder fünf Schmerzanfällen am Tag kommen kann. Sie können von einer halben bis zu drei Stunden lang dauern. Und nun kommt Sally wieder ins Spiel. Irgendwann fing sie an, in sein Bett zu hüpfen und ihn aufzuwecken. Danach hatte er oft Attacken. „Zunächst dachte ich, dass sie an denen schuld ist, weil sie mich geweckt hat“, sagt Brecht. „Dann kam ich auf die Idee, dass sie mich warnen wollte.“
Der Beininger recherchierte und fand heraus, dass Hunde tatsächlich Clusterkopfschmerz-Attacken im Vorfeld bemerken können. Sie riechen eine Veränderung in der ausgeatmeten Luft der Betroffenen. Speziell trainierte Hunde können aufgrund ihres feinen Geruchssinns etwa auch bei Diabetes-, Epilepsie- oder Krebspatienten eingesetzt werden. Sally macht nun eine Ausbildung als Assistenzhund. Wenn die Australian-Shepard-Labrador-Mischlingshündin ihr Herrchen frühzeitig vor einer Attacke warnt, kann dieser sich rechtzeitig Sauerstoff zuführen und so eine große Hilfe sein. Wegen seiner Erkrankung ist Brecht zu fünfzig Prozent schwerbehindert und arbeitet nur noch Nachtschichten. „Wenn ich dann untertags schlafe, arbeitet der Hund, indem er mich überwacht“, erläutert Brecht.

Oliver Brecht aus Beiningen mit Hündin Sally, die ihm täglich mit ihrem sechsten Sinn hilft und sogar zur Retterin geworden ist.
Margot Autenrieth-KronenthalerAls Sallys Trainerin vom Verhalten der Hündin in Bezug auf den Verirrten erfuhr, war sie sehr beeindruckt, erzählt der Halter. Wenn ein Hund die Entscheidung fällt, nicht zu gehorchen, sei das ein Zeichen dafür, dass er eine besondere Gabe habe und sehr klug sei. „Sie hat damals sofort verstanden, dass da was nicht stimmt“, ist sich der Beininger sicher. Und dass Sally schlau ist, das bemerkt ihr Besitzer täglich. Immerhin muss sie für seine Assistenz 40 verschiedene Befehle beherrschen, sodass sie ihm auch helfen kann, wenn er einmal in Ohnmacht fällt. „Sie ist wirklich ein Geschenk“, meint ihr Besitzer.
Besitzer nimmt Spenden für Ausbildung an
Die Assistenzhundeausbildung kostet rund 10.000 Euro. Sie ist für Oliver Brecht nicht einfach zu stemmen. Unverständlich für ihn: die Kranken- oder Rentenkasse bezuschusst die Ausbildung nicht, die letztlich effektiver sei, als etwa sehr teure Antigenspritzen, die bezahlt würden, sagt Brecht. Er freut sich über finanzielle Unterstützung auf sein PayPal-Konto: olli-brecht@t-online.de unter dem Stichwort „Assistenzhundeausbildung Sally“.

