Hund im Sommer
: Hitzefalle Auto! So bietet man Hunden Schutz vor Hitzschlag

Nach nur wenigen Minuten in der Sonne bei 20 Grad kann ein Hund einen Hitzschlag erleiden. Mit diesen Tipps schützen Sie Ihre Fellnase vor Überhitzung
Von
Doreen Matschuk
Ulm
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Einem Hund in einem völlig überhitzten Auto hat am Wochenende die Polizei in Bopfingen geholfen - den Halter erwartet eine Anzeige.

ARCHIV - Zum Themendienst-Bericht vom 4. Juni 2019: Tiere sollte man im Sommer niemals in geparkten Autos lassen - sie entwickeln sich schnell zur Todesfalle. Foto: Robert Günther/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Auch Hunde haben es in der Sommer-Hitze schwer. Besonders gefährlich wird es im Auto. Mit diesen Tipps schützen Sie ihren Hund vor einem Hitzeschlag. (Symbolbild)

Robert Günther/dpa

Wer einen Hund zu Hause hat, macht sich nicht nur Gedanken, wie man selbst die Hitze gut übersteht, sondern auch, wie die Fellnase gesund und gekühlt durch den Sommer kommt. Besonders im Auto kann es sehr schnell kritisch für die Vierbeiner werden.

Hunde im Sommer: Darauf sollten Sie achten

Die Temperaturentwicklungen im Auto werden von vielen Menschen unterschätzt. Schon bei 20 Grad Außentemperatur wird es lebensgefährlich für einen Hund im geschlossenen Auto. Es ist zwar nicht selten, dass man Hunde auf Supermarktplätzen in Autos mit geöffneten Fenstern sieht, aber reicht das aus, um genug Belüftung ins Auto zu lassen?

Hunde allein im Auto lassen – die Todesfalle im Sommer

In der Sommerhitze sollten Hunde niemals im geparkten Auto bleiben – auch nicht für „nur fünf Minuten“. Schon kurze Zeit in einem heißen Auto kann einen Hitzeschock für das Tier bedeuten. Auch längere Fahrten sollten in der Hitze vermieden werden.

Zur Veranschaulichung: die Temperaturentwicklung in einem geschlossenem Auto in folgender Tabelle:

Auch geöffnete Fenster helfen nicht, um diesen Temperaturanstieg auszugleichen.

Dazu kommt, dass man rechtswidrig handelt, wenn man ein Tier bei Hitze im Auto zurücklässt. Denn gemäß § 18 Tierschutzgesetz (kurz: TierSchG) ist es eine Ordnungswidrigkeit, einem Wirbeltier vorsätzlich oder fahrlässig und ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. 

Es gibt jedoch viele Gründe, warum man einen Hund ab und an – auch im Sommer – im Auto lassen muss. Die folgenden Optionen können eine kurzfristige Lösung sein, um Ihren Hund bei höheren Außentemperaturen nicht in Lebensgefahr zu bringen:

Mit diesen Tipps können Sie Hitzeschläge im Auto vermeiden

Im Schatten parken: Klingt logisch, aber Schatten gibt es nicht überall, schon gar nicht auf den Supermarktplätzen in Deutschland. Die südlichen Länder sind da schon ein Stück weiter. Also lieber einen Schattenplatz in der Nähe suchen und ein paar Meter mehr laufen, als in der knallenden Sonne zu parken.

Klima-Anlage in E-Autos: Bei den heutigen Elektroautos gibt es die Möglichkeit, die Klima-Anlage bei ausgestelltem Motor anzulassen. Das ist eine großartige Erleichterung für Hundehalter im Sommer. Jedoch sollte man sich nicht zu sehr auf die Technik verlassen und lieber auf Nummer sicher gehen.

Mobile Klima-Anlagen: Es gibt auch mobile Klimageräte für Autos. Einige können über den 12V Anschluss im Auto betrieben werden, andere auch über eine externe Powerstation. Das ist natürlich mit etwas Aufwand verbunden, aber um das Leben seines Vierbeiners zu retten, sollte es alle Male wert sein.

Alu-Autodecken als Schutz vor Wärme im Auto

Alu-Decken: Im Hundesport längst nicht mehr wegzudenken, für viele normale Hundehalter jedoch noch sehr unbekannt: Aluminierte Autodecken, Alu-Schattennetz bzw. auch Silbernetze
Sie werden über das Auto gelegt, um die Sonneneinstrahlung zu reduzieren und ein angenehmes Klima im Auto herzustellen. Sie können sogar die Temperatur in beschatteten Gebieten bis zu 70% reduzieren. Dennoch müssen auch hier Fenster und am besten der Kofferraum geöffnet sein, um eine ausreichende Luftzirkulation zu erreichen. Beim Kauf sollte man außerdem auf gute Qualität achten. Das kann lebensrettend sein.

Fenster ausreichend öffnen: (Das gilt nur, wenn keine Klima-Anlage verwendet wird) Sobald das Auto bei Temperaturen um die 20 Grad abgestellt wird, sollte jeder Hundehalter darauf achten, die Fenster ausreichend zu öffnen und nicht nur einen Minispalt. Wer Angst um sein Hab und Gut hat, sollte einfach alle sichtbaren Wertgegenstände mitnehmen. Das Wichtigste ist der Vierbeiner im Auto, der vor einem Hitzeschlag geschützt werden muss.

All diese Hinweise und Tipps sollten dennoch nicht dazu verleiten, einen Hund länger als nötig im Sommer im Auto zu lassen. Wir Menschen können mit Hitze ganz anders umgehen, als unsere Vierbeiner.

Wenn es doch zu einem Hitzeschlag kommt

Auch Tiere können einen Hitzschlag erleiden. Die Symptome sind Hecheln, Unruhe, Schwanken, Teilnahmslosigkeit bis hin zu Erbrechen, dunkler Zunge und glasigem Blick. Suchen Sie im Fall einer Überhitzung immer Ihren Tierarzt oder einen tierärztlichen Notdienst auf.

So kühlen Sie ihren Hund und machen die Hitze erträglicher

Generell im Sommer sollte man als Hundehalter immer darauf achten, dass die Hunde ausreichend Trinkwasser zur Verfügung haben und sich auch gelegentlich abkühlen können. Baden im See oder im Pool, lauwarm unter der Dusche abbrausen, eine Kühlmatte, ein kalt-nasses Halstuch oder die Pfoten in kaltes Wasser halten, können angenehm und abkühlend wirken.

Außerdem gibt es Hunde-Eis, gefrorene Beeren und Eiswürfel, die der Vierbeiner als Abkühlung naschen kann. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass die Hunde sanft abgekühlt werden und nicht z. B. mit eiskaltem Wasser übergossen werden.