Horror-Unglück: 66 Tote bei Hotel-Brand in türkischem Skigebiet

Feuerwehrleute arbeiten daran, ein Feuer in einem Hotel im Skigebiet in der Provinz Bolu im Nordwesten der Türkei zu löschen. Dutzende Menschen kamen bei dem Brand ums Leben.
IHA/AP/dpa- Brand im Skigebiet Bolu fordert 66 Todesopfer; Ursache noch unklar.
- Gäste nutzten Bettlaken zur Flucht; starker Wind erschwert Löscharbeiten.
- 234 Menschen im Hotel; zwei starben beim Sprung aus dem Fenster.
- Präsident Erdogan spricht Beileid aus; Ermittlungen eingeleitet.
- Weitere Explosion in Wintersport-Hotel in Sivas; vier Verletzte.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Großbrand ist in der Nacht auf Dienstag (21.01.2025) in einem beliebten Hotel einem Skigebiet im Nordwesten der Türkei ausgebrochen – bislang bestätigten die Behörden 66 Todesopfer. 51 weitere seien verletzt worden, sagte der türkische Innenminister Ali Yerlikaya. „Wir sind sehr bestürzt“, sagte der Minister. 238 Gäste hätten in dem Hotel in der Provinz Bolu übernachtet, in dem in der Nacht ein Feuer ausbrach. Bei dem verheerenden Feuer spielten sich dramatische Szenen ab.
Videos in den sozialen Medien zeigen Menschen in den obersten Stockwerken, die nach Hilfe rufen. „Wir können nicht runter, helft uns“, schreien sie aus dem Fenster des Hotels. Hinter ihnen sind Flammen zu sehen. Die unten Stehenden antworten teils hilflos: „Wo ist die Feuerwehr?“
Starker Wind erschwerte die Löscharbeiten
Bilder zeigten, wie das Dach und die oberen Stockwerke brannten. Eine Reporterin des Senders CNN Türk sagte, starker Wind habe die Löscharbeiten erschwert. Auch am Morgen kämpften die Einsatzkräfte weiter gegen die Flammen. Die Brandursache war zunächst unklar, eine Ermittlung wurde eingeleitet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach den Opfern auf der Plattform X sein Beileid aus.
Der Brand ist mittlerweile unter Kontrolle. Einsatzkräfte vor Ort seien weiter mit „Abkühlarbeiten“ beschäftigt, so Yerlikaya. Das Hotel ist an einen Hang gebaut, darum habe man nicht von allen Seiten löschen können. Bilder zeigten ein schwarz verkohltes Gebäude.
Hotelbesitzer festgenommen
Im Zusammenhang mit dem Brand wurden inzwischen der Hotelbesitzer und drei weitere Personen festgenommen. Das schrieb Justizminister Yilmaz Tunc am Dienstagnachmittag auf der Plattform X. Sechs Generalstaatsanwälte seien mit den Ermittlungen beauftragt worden. Die Untersuchungen zur Brandursache gingen weiter.
Menschen versuchen, sich mit Bettlaken zu retten
In der Türkei sind zurzeit Schulferien. Das Skigebiet Kartalkaya in der Provinz Bolu ist bei Einheimischen beliebt. Nach Angaben des Provinzgouverneurs Abdülaziz Aydin übernachteten 234 Menschen in dem Hotel. Das Feuer brach demnach um 3.30 Ortszeit in dem Stockwerk aus, in dem sich auch ein Restaurant befindet.
Der Bürgermeister des Ortes, Tanju Özcan, sagte, das Hotel sei eines der ältesten in dem Gebiet und bestehe vor allem aus Holz. Das könnte dazu geführt haben, dass sich das Feuer schnell ausbreiten konnte.
Auf Videos war zu sehen, wie Menschen in der Nacht versuchten, sich mit aneinandergeknüpften Bettlaken selbst aus den Fenstern zu retten. Ein Augenzeuge berichtete der Zeitung „Hürriyet“, er habe beobachtet, wie Menschen aus dem Fenster gesprungen seien. Durch die starke Rauchentwicklung habe man die Treppen zum Notausgang kaum finden können.
Weiterer Vorfall im Wintersport-Hotel
Nach Angaben des Gouverneurs starben zwei Menschen, nachdem sie aus dem Fenster gesprungen waren. Eine Betroffene sagte im türkischen Fernsehen, sie sei mit ihrem Mann und ihrer Tochter im sechsten Stock des Hotels untergekommen und habe plötzlich Hilfeschreie gehört. Sie hätten wegen des Rauchs die Tür und die Feuertreppe nicht finden können. Ihr Mann sei aus dem Fenster gesprungen.
Zu einer weiteren Explosion kam es ebenfalls am Morgen in einem zweigeschossigen Wintersport-Hotel im zentralanatolischen Sivas. Dabei wurden vier Menschen verletzt - zwei Trainerinnen und zwei Skifahrerinnen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Eine der Frauen sei schwer verletzt und habe Verbrennungen zweiten Grades an Händen und im Gesicht. Wie es zu der Explosion kam, ist noch unklar.
