Hohe Spritpreise
: Wie viel Benzin und Diesel darf man aus Österreich mitbringen?

Steigende Kraftstoffpreise führen dazu, dass Autofahrer zum Tanken ins Ausland fahren. Auch Österreich kann in Grenzregionen interessant sein.
Von
Katrin Jokic
Berlin
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Tanken: ARCHIV - 16.04.2025, Sachsen, Dresden: Ein Tankstutzen steckt an einer Tankstelle in der Tanköffnung eines Fahrzeugs. (zu dpa: «Vorbild Österreich? Worum es beim Spritpreis-Vorschlag geht») Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Tankstutzen steckt an einer Tankstelle in der Tanköffnung eines Fahrzeugs.

Sebastian Kahnert/dpa

Der Preisunterschied zwischen Deutschland und Österreich ist derzeit deutlich. In Österreich kostet ein Liter Diesel etwa 1,56 Euro, Superbenzin rund 1,51 Euro.

In Deutschland liegen die Preise aktuell im Durchschnitt bei etwa 1,81 Euro pro Liter Diesel und rund 1,88 Euro für Superbenzin.

Gerade bei einer größeren Tankfüllung kann sich das bemerkbar machen. Bei 50 Litern ergibt sich schnell eine Ersparnis von 10 bis 15 Euro.

Die aktuellen Preisentwicklungen hängen vor allem mit steigenden Ölpreisen auf dem Weltmarkt zusammen. Die angespannte Lage im Nahen Osten hat zuletzt zusätzlichen Druck auf die Märkte ausgeübt, was sich auch an den Tankstellen in Deutschland bemerkbar macht.

Wie viel Kraftstoff darf man aus Österreich mitbringen?

Innerhalb der Europäischen Union gibt es grundsätzlich keine klassischen Zollgrenzen mehr für Kraftstoff. Dennoch gelten Vorschriften dafür, wie viel Benzin oder Diesel im Fahrzeug transportiert werden darf.

In Deutschland regeln Gefahrgutvorschriften den Transport von Kraftstoff im Auto. Für Privatpersonen gilt:

  • maximal 60 Liter pro Reservebehälter
  • höchstens 240 Liter pro Fahrzeug

Diese Grenzen betreffen ausschließlich den sicheren Transport von Kraftstoff.

Was in Österreich erlaubt ist

Auch die Vorschriften im Land, in dem der Kraftstoff gekauft wird, spielen eine Rolle. In Österreich dürfen Autofahrer höchstens 10 Liter Kraftstoff in Kanistern mitnehmen.

Wer größere Mengen transportiert, kann bei Kontrollen Schwierigkeiten bekommen.

Innerhalb der EU gibt es zwar keine klassischen Zollgrenzen mehr. Wird jedoch mehr als 20 Liter zusätzlich zum Fahrzeugtank nach Deutschland eingeführt, kann Mineralölsteuer fällig werden.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte daher höchstens 10 Liter im Kanister zusätzlich zum vollen Tank mitnehmen.

Tanktourismus in Grenzregionen

Preisunterschiede führen regelmäßig dazu, dass Autofahrer gezielt über die Grenze fahren, um günstiger zu tanken. Besonders in Grenzregionen zwischen Bayern und Österreich sind solche Tankfahrten keine Seltenheit.

Solange Kraftstoff in Österreich deutlich günstiger bleibt als in Deutschland, dürfte dieser sogenannte Tanktourismus weiterhin eine Rolle spielen – vor allem für Menschen, die in unmittelbarer Nähe zur Grenze wohnen.