Schockdiagnose für Sébastien Haller von Borussia Dortmund. Der neue Stürmer des BVB hat Hodenkrebs. Was ist über die Krankheit generell bekannt?
  • Symptome: Woran erkennt man Hodenkrebs?
  • Alter: Wer ist besonders anfällig für Hodenkrebs?
  • Ursache: Warum bekommen manche Männer Hodenkrebs?
  • Vorsorge: Kann Hodenkrebs durch Ertasten erkannt werden?
  • Therapie: Wie kann Hodenkrebs behandelt werden?

Symptome: Woran erkennt man Hodenkrebs?

Für Hodenkrebs gibt es oft gibt es unterschiedliche Hinweise. Laut Krebsgesellschaft ist ein erstes Anzeichen in vielen Fällen eine einseitige Anschwellung oder Verhärtung des Hodens, die allerdings keine Schmerzen verursacht. Auch eine als Entzündung anmutende Veränderung, die sich unter Antibiotika-Behandlung nicht bessert, kann Hinweis auf eine Krebserkrankung sein

Alter: Wer ist besonders anfällig für Hodenkrebs?

Im Unterschied zu den meisten anderen dieser Erkrankungen sind die Betroffenen jedoch zumeist noch jung. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 38 Jahren.

Ursache: Warum bekommen manche Männer Hodenkrebs?

Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums: „Hodenkrebs ist letzten Endes eine Erkrankung, die in den allermeisten Fällen rein zufällig entsteht, ohne dass ein bekannter Risikofaktor vorliegen würde.“ Ein erhöhtes Risiko für Hodenkrebs hätten Männer, die auf einer Seite bereits einmal Hodenkrebs hatten, die einen angeborenen Hodenhochstand hatten, deren Vater oder Bruder Hodenkrebs hatte oder die an Fruchtbarkeitsstörungen leiden.
Fußball-Profis hingegen seine keine besondere Risikogruppe. „Lebensstilfaktoren oder bestimmte Sportarten haben keinen Einfluss auf die Entstehung von Hodenkrebs“, so Susanne Weg-Remers.
Bei Sebastien Haller von Borussia Dortmund haben die Mediziner einen Tumor im Hoden diagnostiziert.
Bei Sebastien Haller von Borussia Dortmund haben die Mediziner einen Tumor im Hoden diagnostiziert.
© Foto: David Inderlied/dpa

Vorsorge: Kann Hodenkrebs durch Ertasten erkannt werden?

Laut Deutschem Krebsforschungszentrum kann Hodenkrebs nicht vorgebeugt werden. Hier helfe nur, den Krebs frühzeitig zu erkennen. Das gehe beispielsweise durch regelmäßiges Abtasten der Hoden. Veränderungen sollten von einem Facharzt untersucht werden. Zusätzlich empfehlen die Forscher, dass Eltern ihre Söhne auf das erhöhte Risiko hinweisen, wenn diese nach ihrer Geburt einen Hodenhochstand hatten.

Therapie: Wie kann Hodenkrebs behandelt werden?

Wichtig ist, dass Hodenkrebs schnell erkannt wird. Laut Krebsforschungszentrum wachsen Hodentumore sehr schnell und streuen rasch. Wird der Krebs frühzeitig erkannt, lägen die Heilungschancen bei fast 100 Prozent. Aber auch in fortgeschrittenem Stadium kann Hodenkrebs oft erfolgreich behandelt werden. Nach der Diagnose muss zuallererst der Hoden mit dem erkrankten Gewebe operativ entfernt werden. Art und Dauer der dann folgenden Behandlung hängen stark von dem Stadium des Tumors ab: Hat er schon gestreut, sind nur Lymphknoten oder bereits andere Organe betroffen?
(mit Material von dpa und AFP)