In Frankreich werden aktuell neue Temperaturrekorde erwartet. So heiß war es zu dieser Jahreszeit noch nie. Verantwortlich ist eine Hitzewelle, die aus Spanien und Nordafrika nach Frankreich zieht.
Der Wetterdienst Météo France rief für Donnerstag, 16.6.2022, in 23 der 101 Départements die Alarmstufe Orange aus. Im Südwesten des Landes wurden Temperaturen bis zu 39 Grad erwartet, am Samstag sollen es über 40 Grad werden. Es handelt sich um die früheste Hitzeperiode in einem Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Frankreich.
Die hohen Temperaturen verschlimmern die Trockenheit der Böden, die den Landwirten nach einem niederschlagsarmen Winter und Frühjahr bereits große Sorgen macht. Zudem steigt das Risiko von Waldbränden. Im Süden Frankreichs wurde örtlich auch Ozon-Alarm ausgerufen.

Wie Frankreich sich auf die Hitze einstellt

Betroffen von der Hitzewelle sind auch die Abiturienten, die derzeit ihre Prüfungen schreiben. Manche Gymnasien achten darauf, dass die Klausuren nur in Räumen stattfinden, die nach Norden gehen. Viele Baubetriebe passen die Arbeitszeiten auf den Baustellen an. Die Bahn SNFC sorgt sich um die Schienen und Oberleitungen, die sich in der Hitze verformen könnten. Am Bahnhof in Bordeaux wurden bereits 53 Grad an den Schienen gemessen.
Mehrere Städte erweitern die Öffnungszeiten der Parks und stellen Nebelmaschinen auf. Die französische Regierung hat außerdem Vorkehrungen zum Schutz von Obdachlosen und alten Menschen getroffen. Sie will 500 Millionen Euro in die Begrünung der Innenstädte investieren, um Frische-Oasen zu schaffen.

Starke Waldbrände im Süden Frankreichs

Anfang der Woche kämpften in Südfrankreich rund 500 Feuerwehrleute gegen Waldbrände, die in der Umgebung von Montpellier bei Trockenheit und Temperaturen von bis zu 36 Grad ausgebrochen sind. Es waren neun Löschflugzeuge und ein Hubschrauber zur Unterstützung im Einsatz. Eine Fläche von rund 100 Hektar ist betroffen. Auf einem Campingplatz wurden 60 Bungalows zerstört und ein Feuerwehrmann verletzt. Die Urlauber konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden.
(mit Material von AFP und dpa)