Erstmals seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland ist die 42-Grad-Marke durchbrochen worden. Lingen im niedersächsischen Emsland war am Donnerstag mit 42,6 Grad nach vorläufigen Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) der heißeste Ort in Deutschland.

Nach diesen Messergebnissen wurden gleich mehrere frische Temperaturrekorde hinfällig. Noch um 14.20 waren in Bonn-Roleber 40,6 Grad gemessen worden. Dort waren zwei Stunden zuvor, wie bereits am Mittwoch in Geilenkirchen 40,5 Grad verzeichnet worden. Um 15.10 Uhr, als auch der historische Hitzewert in Lingen gemessen wurde, war es in Bonn-Roleber 40,7 Grad heiß.

Hitzerekord könnte nochmal geknackt werden

Der Lingener Rekord, der noch überprüft werden muss, könnte aber durchaus noch einmal purzeln. „Das ist ein vorläufiger Zwischenstand“, betonte DWD-Sprecher Andreas Friedrich zu diesen vorläufigen Zahlen. „Ich lege nicht die Hand dafür ins
Feuer, dass es bei diesem Wert bleibt.“ Die höchsten Temperaturen des Tages werden zwischen 16 und 17 Uhr erwartet.

Zuvor hatte das unterfränkische Kitzingen vier Jahre lang seinen Ruf als heißester Ort Deutschlands behauptet. Dort waren im Sommer 2015 gleich zweimal 40,3 Grad gemessen worden.

Hitze-Prognose auch für Freitag

Der DWD rechnete für Freitag noch einmal mit Extremhitze - auch wenn der Höhepunkt der aktuellen Hitzewelle demnach nun aber wohl überschritten ist. Im Westen könnte es nach DWD-Angaben noch einmal knapp 40 Grad heiß werden, sonst liegen die Höchstwerte zwischen 32 und 38 Grad - also keine echte Abkühlung. Im Osten Deutschlands dürfte das Thermometer nicht über 35 Grad hinaus steigen, im Nordosten und an den Küsten liegen die Höchsttemperaturen bei 29 Grad.

So wird das Wetter am Wochenende

Am Wochenende sollen die Temperaturen dann einen deutlichen Satz nach unten machen - dann ist es am Samstag „nur“ 27 bis 34 Grad warm. Zudem steigt das Gewitterpotenzial am Freitag und während des Wochenendes. Vor allem in der Südhälfte Deutschlands und im Westen sind auch örtlich Unwetter möglich.

Ermittelt werden die Temperaturen beim DWD einerseits mit Hilfe des hauptamtlichen Messnetzes mit rund 180 Wetterstationen. Dazu kommen mehr als 800 Stationen im nebenamtlichen Netz, so dass es insgesamt rund 1000 offizielle Stationen gibt. Für die Erfassung der Temperaturen sind laut DWD aber lediglich rund 500 Stationen relevant, die möglichst flächendeckend übers Land verteilt sind. Außerdem gibt es Messwerte von Partnernetzen, die beispielsweise an Flughäfen betrieben werden, etwa von der Nato oder der Bundeswehr. Laut DWD fallen 42 Stationen in diese Kategorie.

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