Hit-Song „Golden“
: K-Pop gewinnt erstmals einen Grammy

K-Pop hat bei den 68. Grammy Awards einen Meilenstein erreicht: Erstmals ging eine der begehrten Auszeichnungen an zentrale K-Pop-Songwriter.
Von
Katrin Jokic
Los Angeles
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68th GRAMMY Awards - Press Room: LOS ANGELES, CALIFORNIA - FEBRUARY 01: (FOR EDITORIAL USE ONLY) (L-R) Jeong Hoon Seo, Mark Sonnenblick, EJAE, Yu Han Lee, Park Hong Jun, and Hee Dong Nam, winners of Best Song Written for Visual Media for "Golden" (from KPop Demon Hunters), pose in the press room during the 68th GRAMMY Awards at Crypto.com Arena on February 01, 2026 in Los Angeles, California.   Amy Sussman/Getty Images/AFP (Photo by Amy Sussman / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

68. GRAMMY Awards: Jeong Hoon Seo, Mark Sonnenblick, EJAE, Yu Han Lee, Park Hong Jun und Hee Dong Nam, Gewinner des Preises für den besten Song für visuelle Medien für „Golden“ (aus KPop Demon Hunters), posieren im Presseraum während der 68. GRAMMY Awards in der Crypto.com Arena am 1. Februar 2026 in Los Angeles, Kalifornien.

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Mit dem Song „Golden“ aus dem Netflix-Animationsfilm „KPop Demon Hunters“ feierte die Szene ihren bislang größten Grammy-Erfolg. Der Titel gewann bei der Premiere Ceremony, also der Preisverleihung vor der großen TV-Show, die Kategorie „Best Song Written for Visual Media“. Ausgezeichnet wurden EJAE, Teddy Park, 24 und IDO – sie sind damit die ersten K-Pop-Komponisten und Produzenten, die offiziell einen Grammy erhalten.

Große Nominierungen – aber keine Preise im General Field

In den prestigeträchtigen Hauptkategorien, dem sogenannten General Field, blieb K-Pop dagegen erneut ohne Sieg. Sowohl „Golden“ als auch „APT.“, eine Zusammenarbeit von BLACKPINK-Star Rosé und Bruno Mars, waren für „Song of the Year“ nominiert. Zusätzlich erhielt „APT.“ auch eine Nominierung als „Record of the Year“. Am Ende reichte es in beiden Fällen nicht für einen Gewinn.

Der Grammy für „Song of the Year“ ging an Billie Eilish für „Wildflower“, „Record of the Year“ wurde an Kendrick Lamar und SZA für „Luther“ vergeben. Den Preis für „Album of the Year“ gewann Bad Bunny mit „Debi Tirar Mas Fotos“ – als erstes spanischsprachiges Album, das diese Auszeichnung erhielt.

K-Pop so sichtbar wie selten zuvor

Trotzdem zeigte die diesjährige Verleihung, wie stark K-Pop inzwischen im Grammy-Kosmos angekommen ist. „Golden“ tauchte in mehreren Kategorien auf, darunter auch „Best Pop Duo/Group Performance“. Auch ein Remix von David Guetta sowie der komplette Soundtrack zu „KPop Demon Hunters“ wurden in weiteren Kategorien berücksichtigt – zusätzliche Auszeichnungen gab es jedoch nicht.

Auch Rosés „APT.“ sorgte für Aufmerksamkeit: Der Song gehörte zu den prominentesten K-Pop-bezogenen Beiträgen der Show und wurde durch seine Platzierung im Rahmenprogramm besonders sichtbar. K-Pop-Momente in der Hauptgala sind bei den Grammys weiterhin selten – umso mehr stach die Präsenz in diesem Jahr heraus.

KATSEYE im Fokus der Grammys

Für Gesprächsstoff sorgte außerdem die US-basierte Girlgroup KATSEYE aus dem Umfeld von HYBE Labels. Die Gruppe war als „Best New Artist“ nominiert und damit in einer der wichtigsten Grammy-Kategorien vertreten. Gewonnen hat am Ende jedoch die britische Newcomerin Olivia Dean.

Zusätzlich war KATSEYE mit „Gabriela“ für „Best Pop Duo/Group Performance“ nominiert und trat bei der Veranstaltung mit einer Performance von „Gnarly“ auf.

Ein historischer Schritt – und trotzdem noch Luft nach oben

Der Grammy-Sieg für „Golden“ ist ein klarer Wendepunkt: Zum ersten Mal wurde K-Pop bei den Grammys nicht nur über Nominierungen, sondern auch mit einem echten Gewinn sichtbar. Gleichzeitig bleibt der ganz große Durchbruch in den Hauptkategorien weiter aus – dort entscheidet sich weiterhin, wer am Ende die wichtigsten Preise des Abends mit nach Hause nimmt.

Trotzdem zeigt das Ergebnis: K-Pop ist längst nicht mehr nur ein globales Fan-Phänomen, sondern wird auch auf der größten Bühne der Musikindustrie ernst genommen. Der erste Grammy dürfte deshalb weniger als Endpunkt wirken – sondern eher als Startschuss für weitere historische Momente.