Historischer Preissturz
: Silberpreis um 40 % gefallen - Die Hintergründe

Der Silberpreis hat am Montag seinen dramatischen Rückgang fortgesetzt. Doch was steckt hinter diesem historischen Preissturz?
Von
Matthias Kemter
Berlin
Jetzt in der App anhören
Silberkurs: ARCHIV - 16.03.2023, Bayern, München: Silberbarren in unterschiedlicher Größe liegen beim Edelmetallhändler Pro Aurum in einem Tresor auf einem Tisch. (zu dpa: «Schwebebahn-Jubiläum: Münze kommt spät, Briefmarke bald») Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Silberpreis notiert zum Montag um ganze 40 Prozent tiefer als noch vor wenigen Tagen. Erfahren Sie, welche Faktoren diesen dramatischen Einbruch ausgelöst haben.

Sven Hoppe/dpa
  • Silberpreis fällt am Montag um 40 % und setzt den Rückgang fort.
  • Nach Rally: Kurs stieg zuletzt 200 % in 2 Monaten, Rekord bei 121 US‑Dollar.
  • Tief zu Wochenbeginn bei knapp 72 USD – größter Rückgang seit 1980.
  • Auslöser: Trump will Kevin Warsh für Fed, Dollar-Erholung drückt Preis.
  • Gewinnmitnahmen, technische Verkäufe und hohe Volatilität verstärken Absturz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Silber-Rally der letzten Monate war beispiellos. Um über 200 Prozent ist der Kurs allein in den letzten 2 Monaten gestiegen. Nach dem Rekord-Anstieg auf 121 US-Dollar am vergangenem Donnerstag folgte nun ein historischer Absturz. Ganze 40 Prozent rutschte der Kurs in den letzten Tagen nach ab und notierte im Tief zum Beginn der Handelswoche bei knapp 72 USD. Der größte prozentuale Rückgang seit 1980. Gleich mehrere Faktoren haben zu diesem Absturz beigetragen, darunter politische Entscheidungen, technische Korrekturen und die Marktpsychologie.

Politische Unsicherheiten und ein starker Dollar

Ein zentraler Auslöser für den Preisverfall war die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der Federal Reserve zu nominieren. Warsh ist bekannt für seine strikte Zinspolitik, die die Erwartungen an eine lockere Geldpolitik dämpfte. Diese Nachricht führte zu einer Erholung des US-Dollars, was den Silberpreis zusätzlich unter Druck setzte. Da Silber in US-Dollar gehandelt wird, verteuert ein starker Dollar das Edelmetall für Käufer außerhalb der USA und bremst die Nachfrage.

Gewinnmitnahmen und technische Korrekturen

Der Silbermarkt war in den letzten Monaten stark überhitzt. Allein in den letzten vier Wochen stieg der Preis um fast 70 Prozent, was den Markt anfällig für Korrekturen machte. Viele Anleger nutzten die hohen Preise, um Gewinne zu realisieren, was eine Verkaufswelle auslöste. Diese Dynamik wurde durch automatisierte Verkäufe verstärkt, als wichtige Unterstützungsmarken unterschritten wurden. Der Markt reagierte darauf mit einem massiven Abverkauf.

Marktpsychologie und Volatilität

Die Nervosität unter Anlegern war bereits vor dem Einbruch hoch. Der Silbermarkt ist im Vergleich zu anderen Rohstoffmärkten relativ illiquide, was ihn besonders anfällig für starke Schwankungen macht. Die hohe Volatilität zeigt, dass der Markt weiterhin um den „richtigen“ Preis ringt. Trotz des Rückgangs bleibt der langfristige Aufwärtstrend jedoch intakt, da fundamentale Treiber wie geopolitische Unsicherheiten und die Rolle von Silber als sicherer Hafen bestehen bleiben.