Herbert Kickl: Wird er der neue österreichische Bundeskanzler?

Wird er neuen Bundeskanzler in Österreich? FPÖ-Chef Herbert Kickl.
Tobias Steinmaurer/APA/dpa- Herbert Kickl von der FPÖ erhielt am 6. Januar 2025 den Auftrag zur Regierungsbildung in Österreich.
- Er könnte damit der erste rechtspopulistische Bundeskanzler sein.
- Kickl, geboren 1968, ist verheiratet und hat einen Sohn.
- Er studierte Philosophie und Politikwissenschaften ohne Abschluss.
- Bekannt für scharfe Rhetorik und Kritik an Einwanderung und EU-Sanktionen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Österreich hat FPÖ-Chef Herbert Kickl am 6. Januar 2025 den Auftrag zur Regierungsbildung bekommen. Er ist damit der erste Politiker der Rechtspopulisten auf der Schwelle zum Amt des Bundeskanzlers. Wer ist Herbert Kickl? Wir stellen den Politiker im Porträt vor:
Alter, Studium, Familie - Herbert Kickl im Steckbrief
Herbert Kickl könnte der neue Regierungschef in Österreich werden. Hier gibt Zahlen und Fakten über ihn:
- Geburtstag: 18.10.1968
- Geburtsort: Villach
- Wohnort: Purkersdorf
- Studium: Publizistik und Politikwissenschaft, Philosophie und Geschichte - beides ohne Abschluss
- Frau: verheiratet mit einer Juristin
- Kinder: ein Sohn
- X: herbert_kickl_
- Facebook: herbertkickl
Herbert Kickl privat - Studium und Hobbys
Herbert Kickl studierte in Wien ohne Abschluss Philosophie, Geschichte, Kommunikations- und Politikwissenschaften, bevor er 1995 für die FPÖ zu arbeiten begann. Über sein Privatleben ist wenig bekannt, keine Skandale oder Drogenexzesse beschädigen sein Image. Der schmächtige Brillenträger läuft Marathon und klettert gern.
Kickl und seine Arbeit in der FPÖ
Kickl hatte die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) nach einer Reihe von Korruptionsskandalen in den vergangenen Jahren wieder nach vorn gebracht. Bei der Parlamentswahl 2019 war die FPÖ auf 19 Prozent der Stimmen abgestürzt - nach dem sogenannten Ibiza-Skandal um den damaligen Parteichef Heinz-Christian Strache und nach dem Ausscheiden der Partei aus der Koalition mit der konservativen ÖVP unter Bundeskanzler Sebastian Kurz.
Seit Kickl 2021 an die Parteispitze gewählt wurde, stieg die Zustimmung wieder - bis zu den 29 Prozent bei der Nationalratswahl im vergangenen September. Erstmals wurde die FPÖ damit stärkste Kraft im Parlament in Wien. Der ultrarechte Kickl punktete vor allem mit scharfen Parolen, mit denen er die Ängste der Wähler vor Einwanderern und dem Krieg in der Ukraine schürte. Die FPÖ profitierte zudem von der Wut der Österreicher über die gestiegenen Lebenshaltungskosten und von der schwindenden Popularität der damaligen Regierungskoalition aus ÖVP und Grünen.
Noch am Wahlabend hatte Kickl im September den Regierungsanspruch der FPÖ angemeldet. Er war zunächst aber am Nein von Bundeskanzler und ÖVP-Chef Karl Nehammer gescheitert, der sich gegen eine Koalition mit den Rechtspopulisten stellte.
Nachdem aber kurz nach dem Jahreswechsel erst die Dreier-Koalitionsgespräche zwischen der ÖVP, der sozialdemokratischen SPÖ und den liberalen Neos und dann auch Zweiergespräche zwischen Konservativen und Sozialdemokraten scheiterten, nahm Nehammer seinen Hut. Nun könnte Kickls Stunde schlagen.
Welche politischen Ansichten hat Herbert Kickl?
Schon lange, bevor er Parteichef wurde, war Herbert Kickl ein Ideologe der Partei. 2006 wurde er ins Parlament gewählt, 2017 Innenminister. Während der Corona-Pandemie verbreitete er Verschwörungserzählungen zu Covid-19. Der FPÖ-Spitzenpolitiker pocht auf die Neutralität Österreichs und lehnt jegliche Unterstützung für die Ukraine ebenso ab wie die EU-Sanktionen gegen Russland.
Sein unauffälliges Äußeres steht im Gegensatz zu Kickls scharfer Rhetorik gegenüber politischen Gegnern. Den heute 80-jährigen Van der Bellen bezeichnete er nicht nur als „Mumie“, sondern auch als „bissl senil“, die Fraktionschefin der Grünen im Nationalrat als „SM-Domina“.
„Er ist sicher der Politiker, der die derbste politische Sprache in Österreich verwendet“, sagt die Journalistin Nina Horaczek der Nachrichtenagentur AFP, die Kickls Reden in einem Buch analysiert hat. Andersdenkende würden von ihm „bewusst beschimpft“ und „diskreditiert“.
Kickl mag weder Debatten noch Interviews. Vor allem nicht die des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ORF, dessen „mangelnde Objektivität“ er anprangert. Lieber wendet sich Kickl in den sozialen Medien direkt an seine Anhänger.
Was Kickl über den Islam und Migranten sagt
Die FPÖ wurde von Alt-Nazis gegründet und Kickl verwendet immer wieder Begriffe aus der Zeit des Nationalsozialismus. Im Wahlkampf hatte er damit geworben, „Volkskanzler“ werden zu wollen - wie Hitler. „Das ist eine ganz gezielte Provokation“, sagt Autorin Horaczek. Ziel sei es, im Gespräch zu bleiben und „klare Signale nach ganz rechts“ zu senden.
Kickl bestreitet, dass „Volkskanzler“ eine Anspielung auf die Nazis sei. Aus seiner Feindseligkeit gegenüber dem Islam und Migranten macht er jedoch kein Geheimnis und unterstützt seit 2016 die rechtsextreme Identitäre Bewegung. Er spricht von „Remigration“ und plant, Österreichern nicht-europäischer Herkunft die Staatsbürgerschaft zu entziehen und sie auszuweisen. Das Wahlprogramm der FPÖ trug den Titel „Festung Österreich“.
