Hefepilz „Candidozyma auris“ breitet sich aus: So schätzt ein Experte die Lage ein

Blick durch ein Fenster in einen Operationssaal. In Deutschlands Krankenhäusern breitet sich der Hefepilz „Candidozyma auris“ aus. Was ein Experte dazu sagt und wie sich der Pilz überträgt.
Maurizio Gambarini/dpaDer Hefepilz Candidozyma auris breitet sich rasant in europäischen Krankenhäusern aus. Das zeigt ein Bericht des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). Ob sich Patientinnen und Patienten in Deutschland Sorgen machen müssen, schätzt ein Experte ein.
Candidozyma auris: Deutschland EU-weit auf Platz 5
Zwischen 2013 und 2023 lag Deutschland bei den gemeldeten Fällen EU-weit auf Platz fünf. Die meisten Infektionen traten in Spanien auf, gefolgt von Griechenland, Italien und Rumänien. Von 2013 bis 2023 registrierten EU und EWR mehr als 4.000 Fälle. Allein 2023 wurden 1.346 Infektionen gemeldet. Deutschland zählte im gesamten Zeitraum 120 Fälle. 77 davon im Jahr 2023.
Das ECDC betont, die Zahlen seien nur „die Spitze des Eisbergs“. In vielen Ländern fehle eine systematische Erfassung. Die Behörde fordert eine bessere Überwachung und schnellere Maßnahmen zur Eindämmung. So ließen sich die Auswirkungen auf Krankenhauspatienten reduzieren.
Experte schätzt die Lage in Deutschland ein
Oliver Kurzai, Leiter des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie an der Universität Würzburg, sieht in Deutschland keine akute Gefahr. „Der Pilz sei hierzulande eine Rarität“, sagte er beim Presse-Briefing des Science Media Centers. „Es macht uns Sorgen aus epidemiologischer Sicht, aber für den einzelnen individuellen Patienten ist die Wahrscheinlichkeit, damit in Kontakt zu kommen, niedrig“, so Kurzai.
Candida auris 2009 in Japan entdeckt
Candidozyma auris – früher Candida auris genannt – wurde 2009 in Japan entdeckt. Der Pilz ist gegen mehrere Medikamente resistent und verursacht bei geschwächten Patienten schwere Infektionen. Laut ECDC überlebt er auf Oberflächen und medizinischen Geräten und verbreitet sich über sogenannte Schmierinfektionen von Mensch zu Mensch. Über die Luft, wie das Coronavirus, wird er nicht übertragen.
