Harvey Weinstein
: Gericht hebt Urteil gegen Hollywood-Produzenten auf

Erfolgreich hat Harvey Weinstein Berufung gegen seine lange Haftstrafe eingelegt. Der Prozess muss nun neu aufgerollt werden. Die Hintergründe zu der Entscheidung.
Von
Amelie Schröer
New York
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Harvey Weinstein

Harvey Weinstein

Mark Lennihan/AP/dpa

Der Fall hatte weltweit für Aufsehen gesorgt, das Urteil galt als Meilenstein: 2020 war Hollywood-Regisseur Harvey Weinstein von einem New Yorker Gericht wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Nun hat der heute 72-Jährige erfolgreich Berufung gegen das Urteil eingelegt, wie aus einem Gerichtsdokument hervorging. Demnach seien Frauen als Zeuginnen zugelassen worden, deren Fälle nicht Gegenstand der Anklage gewesen seien. „Wir kommen zu dem Schluss, dass das erstinstanzliche Gericht fälschlicherweise Zeugenaussagen über nicht angeklagte, mutmaßliche frühere sexuelle Handlungen gegen andere Personen als die Kläger der zugrunde liegenden Straftaten zugelassen hat“, schrieb der zuständige Richter.

Weiterer Strafprozess wegen Vergewaltigung

2020 war Weinstein wegen Sexualverbrechen zu 23 Jahren Haft verurteilt worden und sitzt sie seitdem ab. In einem weiteren Strafprozess, wegen Vergewaltigung, in Los Angeles kamen im Februar 2023 16 Jahre Gefängnis dazu.

Der erste Weinstein-Prozess markierte einen Meilenstein der Rechtsgeschichte. Der Fall hatte damals die #MeToo-Bewegung maßgeblich mit ausgelöst. Seit 2017 haben mehr als 80 Frauen Weinstein öffentlich sexuelle Übergriffe vorgeworfen.