Haftbefehl früher und heute: So sah Aykut Anhan als Kind aus

Links: Rapper Aykut Anhan, alias Haftbefehl, bei der Premiere von der im Dezember 2018 erschienenen Netflix-Serie Dogs of Berlin. Rechts: Undatierte Aufnahme von Aykut Anhan lange Zeit vor seinem Ruhm als Rapper.
lnks: Annette Riedl/dpa, rechts: NetflixVom Jungen aus dem Offenbacher Hochhausviertel zur prägenden Figur des Deutschrap: Aykut Anhan, besser bekannt als Haftbefehl, sorgt derzeit mit seiner neuen Dokumentation seit Tagen für Schlagzeilen. Seinen bewegten Lebensweg gibt es hier zusammengefasst.
Haftbefehl: Doku auf Netflix veröffentlicht
Am 28. Oktober 2025 erschien die Dokumentation „Babo – Die Haftbefehl-Story“ auf Netflix. Produziert wurde sie von Elyas M’Barek und Pacco-Luca Nitsche, Regie führten Juan Moreno und Sinan Sevinç. Die Doku zeigt Haftbefehls Weg vom Offenbacher Hochhaus über den kometenhaften Aufstieg bis zu Depressionen, Drogen und Zusammenbrüchen. Schon die erste Szene setzt den Ton für die Story. Anhan sitzt dabei rauchend im Sessel, sagt „Mir geht's gut, Brudi. Ich war in Therapie“ und ergänzt „Ich war schon tot“.
Es folgen Aufnahmen aus Frankfurt, Istanbul und dem Frauenfeld-Festival in der Schweiz. Kollegen wie Xatar († 2024), Moses Pelham und Jan Delay sprechen über seine „wahnsinnige Energie“ und nennen ihn „König“ des Deutschrap. Die Kamera zeigt allerdings auch Privates: Kindheitsaufnahmen, den Suizid des Vaters, und Aussagen seiner Ehefrau – „Den Aykut liebe ich, den Haftbefehl nicht.“
Aykut Anhan verlor seinen Vater mit 14 Jahren

Aykut Anhan noch vor seiner Karriere als Haftbefehl.
--/Netflix/dpaAykut Anhan wurde 1985 in Offenbach am Main geboren und wuchs in der Hochhaussiedlung Mainpark auf. Sein Vater war zazaisch-kurdischer Herkunft aus Tunceli, seine Mutter stammt aus Giresun an der türkischen Schwarzmeerküste. Der Vater starb durch Suizid, als Aykut 14 war. Kurz darauf brach er die Schule ab. Bereits mit 13 Jahren soll er Kokain konsumiert haben.
Anhan wurde kriminell und nach einem Haftbefehl im Jahr 2006 lebte er zeitweise in Istanbul. Vor diesem Hintergrund entstand auch der Künstlername „Haftbefehl“. Zurück in Deutschland begann er zu rappen, zunächst autodidaktisch, später professionell. Eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker brach er in Offenbach nach drei Wochen ab und betrieb zunächst ein Wettbüro.
Haftbefehl: Karriere als Rapper

Haftbefehl auf dem Weg zum Shootingstar der deutschen Straßenrap-Szene.
picture alliance / dpa / Echte Musik/Marc Schultz2009 erschien sein erstes Mixtape, 2010 folgte das Debütalbum „Azzlack Stereotyp“. Den Durchbruch erzielte Haftbefehl 2014 mit dem Album „Russisch Roulette“, das in Kritikerumfragen als eines der wichtigsten Werke des deutschen Hip-Hops gilt. Der Begriff „Babo“, den er in seinem Song „Chabos wissen, wer der Babo ist“ prägte, wurde 2013 zum Jugendwort des Jahres gewählt. Mit den Alben „Das weiße Album“ (2020) und „Das schwarze Album“ (2021) baute er seinen Erfolg weiter aus. Sein bisher letztes Album erschien mit „Mainpark Baby“ 2022.

Der Rapper Aykut Anhan, alias Haftbefehl, posiert am 14.07.2016 vor einem Interview für die Kamera.
picture alliance / dpa /Paul ZinkenHaftbefehls Texte handeln von sozialer Herkunft, Gewalt, Drogen, Religion und Überlebensstrategien. Seine Sprache gilt als ungeschönt, oft provokant, aber zugleich literarisch verdichtet. Mit späteren Alben widmete er sich stärker persönlichen Themen. Seine Musik prägt maßgeblich nicht nur Deutschrap, sondern hat auch Strahlkraft in andere Genres. Zuletzt fanden zum Beispiel Remixe seiner Songs als Hardtechno-Edits in der elektronischen Szene großen Anklang.

Undatierte Aufnahme von Haftbefehl zu seinem neuen Album "Das schwarze Album", welches 2021 erschien.
picture alliance/dpa/Universal Urban/check your headPrivatleben von Haftbefehl: Frau, Kinder, Familie
Haftbefehl ist seit 2010 mit der gelernten Kosmetikerin Nina Anhan zusammen und seit 2016 mit ihr verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder. Sein jüngerer Bruder Capo ist ebenfalls als Rapper aktiv. Sein älterer Bruder Aytac wurde 2017 wegen eines Bankraubs zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt.
