Häufige Sichtungen im Herbst: Bernstein-Waldschabe im Haus - was tun?

Eine Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris) sitzt auf einer gelben Blume. Die Schaben kommen im Herbst häufig in Wohnungen.
Patrick Seeger/dpaEine neue Schabenart breitet sich in Deutschland aus und wird vor allem im Herbst verstärkt in Häusern und Wohnungen gesichtet. Ob die Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris) im Haus zu Schäden führen kann und was zu tun ist, wenn man eine Waldschabe in den eigenen vier Wänden findet.
Bernstein-Waldschabe kommt ursprünglich aus Südeuropa
Die Bernstein-Waldschabe hat ihren Ursprung in Süd- und Südosteuropa. Seit den 1990er-Jahren breitet sie sich zunehmend nach Norden aus und krabbelt seit den 2000-er Jahren auch durch Deutschland. Zunächst nur im Süden und Südwesten angesiedelt, hat die Waldschabe es mittlerweile auch in den Norden und Osten Deutschlands geschafft.
Die Insekten bevorzugen warme, geschützte Standorte und werden im Freien meist erst in der Abenddämmerung aktiv. Tagsüber verstecken sich die Waldschaben in Sträuchern, unter Blumentöpfen oder in Gärten. Während wärmerer Perioden im Sommer kann es allerdings dazu kommen, dass die Populationen sich vergrößern, wodurch einzelne Tiere auch in Wohnungen gelangen. Auch im Herbst, zwischen September und Oktober, verirren sich die Tiere verstärkt in Innenräume.
Bernstein-Waldschabe: So erkennt man sie
Die Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris) ähnelt auf den ersten Blick der Deutschen Schabe (Blattella germanica, landläufig auch als „Kakerlake“ bekannt) und der Braunbandschabe (Supella longipalpa). Ihr fehlen jedoch die dunklen Linien auf dem Halsschild, die für beide Arten typisch sind. Auch die Bedornung an den Beinen unterscheidet sich: Während die Deutsche Schabe und die Braunbandschabe kräftige, dornenartige Fortsätze an den Schenkeln der mittleren und hinteren Beine tragen, besitzt die Bernstein-Waldschabe nur wenige, kleine Dornen.
Am sichersten erkennt man die Schabe allerdings an ihrer Farbe: Der Kopf ist gelblich bis orangebraun gefärbt. Der Halsschild zeigt im Zentrum (Discus) eine gleichmäßige bernsteinfarbene Tönung, von der sich der deutsche Artname ableitet. Die Deckflügel sind glasig-gelblich und schwach gemustert.
Bernstein-Waldschabe im Haus: Was tun?
Was ist zu tun, wenn sich eine Waldschabe ins Haus verirrt? In jedem Fall ist es ratsam, nicht in Panik zu verfallen. Die Bernstein-Waldschabe ernährt sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial. Die Tiere gelten weder als Vorratsschädlinge noch als Hygienerisiko. Im Haus oder der Wohnung überleben sie aufgrund ihrer Nahrungsbedürfnisse vermutlich nur wenige Tage. Gefährlich sind die Insekten also nicht, sie gelten auch nicht als Schädlinge.
Bernstein-Waldschabe bekämpfen?
Aufgrund des Umstands, dass die Tiere nur wenige Tage in Haus oder Wohnung überleben, werden sie am besten mittels eines Stückchens Papier und einem Glas einfangen und wieder an die frische Luft gesetzt. Noch besser ist es, die Tiere direkt daran zu hindern, in die Innenräume zu gelangen. Das erreicht man durch Fliegengitter an Türen und Fenstern. In der Dämmerung und nachts ist es zudem hilfreich, bei geöffnetem Fenster das Licht auszuschalten, um die Waldschaben nicht anzuziehen.
Verwendete Quellen: Institut für Schädlingskunde, Studie zur „Verbreitung der Bernstein-Waldschabe Ectobius vittiventris (A. Costa, 1847) in Deutschland mit dem Erstnachweis für Niedersachsen“ (Link)
