Ukraine-Krieg, Gas- und Energiekrise, immer mehr Wetterextreme durch den Klimawandel: die Nachrichten scheinen derzeit voll zu sein von Meldungen, die nicht gerade Freude aufkommen lassen. Gibt es denn nichts mehr Gutes zu berichten? Doch, gibt es! Wir haben die guten Nachrichten der Woche gesammelt:

Great Barrier Reef in Australien: Korallen erholen sich - teilweise

Australien meldet ein überraschendes Korallen-Comeback am bedrohten Great Barrier Reef: Dank einer rasch wachsenden Steinkorallenart hätten sich die nördlichen und zentralen Teile des Unesco-Weltnaturerbes schneller von den Schäden erholt als erwartet, hieß es in einem am Donnerstag von der Regierung veröffentlichten Bericht des Australischen Instituts für Meereswissenschaften. Experten warnen jedoch vor zu großem Optimismus.
Laut dem Bericht nahm der Korallenbewuchs in Teilen des Riffs im vergangenen Jahr in einem Ausmaß zu, wie er seit Beginn des Überwachungsprogramms vor 36 Jahren nicht mehr verzeichnet wurde. Das Institut führte den Bewuchs vor allem auf die Steinkorallen-Art Acropora zurück, die unter guten Bedingungen extrem schnell wächst.
Das Great Barrier Reef in Australien hat sich teilweise erholt.
Das Great Barrier Reef in Australien hat sich teilweise erholt.
© Foto: J. Sumerling/Great Barrier Reef Marine Park Authority/AP/dpa
Je weiter das Team des Meereswissenschaftsinstituts allerdings in Richtung Süden vordrang, desto weniger ermutigend war das Bild: So gab es im Zentrum bereits deutlich weniger neue Korallen, und im Süden ging der Bewuchs sogar zurück.
Die Ergebnisse ihrer Beobachtungen hätten gezeigt, „dass sich das Riff in Zeiten ohne ernsthafte Störungen immer noch erholen kann“, sagte der Chef des Meereswissenschaftsinstituts, Paul Hardisty. Von einer Trendwende wollte er jedoch nicht sprechen. Wirbelstürme, neue Korallenbleichen sowie das vermehrte Auftreten der korallenfressenden Dornenkronenseesterne könnten die Erfolge rasch wieder zunichte machen.
Korallen sind Lebewesen, ihre kalkhaltigen Skelette bilden zugleich Lebensräume für zahlreiche andere Tiere und Pflanzen. Das Great Barrier Reef beherbergt rund 1500 Fisch- und 4000 Weichtierarten. Es besteht aus rund 2500 verschiedenen Riffen und mehr als 900 Inseln.
Seit Jahrzehnten leidet das größte Korallenriff der Welt unter immer neuen "Bleichen", die auf die Erwärmung des Ozeans zurückzuführen sind. Die Korallen stehen dann unter Stress und stoßen in ihnen lebenden bunten Algen ab. Gebleichte Korallen sind zwar noch am Leben und können sich erholen, doch mit dem Grad ihrer Bleiche steigt auch ihre Sterblichkeitsrate. Verheerende Folgen hat zudem die Ausbreitung des Dornenkronenseesterns, der die Korallen abtötet.
Viele Experten befürchten, dass das Riff aufgrund der immer schneller auftretenden Schäden völlig zerstört werden könnte. Entsprechend skeptisch äußerten sie sich über den neuen Bericht.

Vietnam: Regierung stärkt die Rechte für queere Menschen

Wie der WDR berichtet, hat die vietnamesische Regierung das Gesundheitspersonal dazu aufgefordert, die sexuelle Orientierung sowie das Geschlecht ihrer Patientinnen und Patienten zu respektieren. „Homosexualität, Bisexualität und Transgender sind keine Krankheiten, die geheilt werden müssen“, zitiert der WDR ein Schreiben der Regierung.
Im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern gilt Vietnam bezüglich der Anerkennung von queeren Menschen als fortschrittlich, die Akzeptanz in der Gesellschaft nimmt seit Jahren zu. Die gleichgeschlechtliche Ehe ist nicht verboten, Homosexualität wird nicht strafrechtlich verfolgt. Dennoch kursieren nach wie vor Fehlinformationen und Vorurteile gegenüber queeren Menschen. „Partei und Regierung Vietnams nehmen eine vorsichtig positive Haltung zur Gleichstellung der LGBTIQ-Gemeinschaft ein; die Gesellschaft Vietnams ist weiterhin von einem konservativen Frauen- und Familienbild geprägt“ informiert das Auswärtige Amt bei seinen Reise- und Sicherheitshinweisen zum Land.

Ehrliche Finderin: So kehrte ein verlorener Ring nach Ulm zurück

Eine Geschichte von Pech, Glück und Aufmerksamkeit spielte sich in dieser Woche in und Ulm herum ab. Der Hauptcharakter: ein verlorener Ring. Doch Dank einer ehrlichen Findern mit besonderem Spürsinn hat die Story ein Happy End:

320 Kilometer bis nach Aachen: Nymphensittich „Muffin“ ist wieder zuhause

Muffin wurde wochenlang vermisst. Der sehr zahme Nymphensittich war seinen Besitzern Vanessa Azyer und Florian Hoyer am 3. Juli entflogen. Ein Knall hatte den Vogel erschreckt, er flog aus dem offenen Fenster. Nun fand Muffin aber seinen Weg zurück nach Hause:

Schwäbisch Hall

Seltener Schabrackentapir in Stuttgarter Wilhelma geboren

In der Stuttgarter Wilhelma ist zum ersten Mal seit 43 Jahren ein Schabrackentapir geboren worden. Das "äußerst muntere Jungtier" dürfe ab sofort auf die Außenanlage und sei damit für die Besucher zu sehen, teilte der Zoo am Mittwoch mit. Es sei ein außergewöhnlicher Zuchterfolg, die Art sei stark gefährdet.
Das Geschlecht des Kälbchens ist noch unbekannt. Auf den ersten Blick gleiche es seinen Eltern nicht, teilte der Zoo weiter mit. Anders als sie habe das Kleine nicht "die klare Schwarzweißfärbung, die an eine Pferdedecke erinnert".
Seine Zeichnung bestehe aus Punkten und durchbrochenen Linien auf dunkelbraunem Grund. Damit sei es als Waldbewohner in Bodennähe besser getarnt, während die zweieinhalb Meter langen erwachsenen Tiere unter hohen Bäumen mit schwarzweißem Fell weniger auffielen.
Nach mehr als 40 Jahren gibt es wieder Nachwuchs bei den seltenen Schabrackentapiren in der Wilhelma.
Nach mehr als 40 Jahren gibt es wieder Nachwuchs bei den seltenen Schabrackentapiren in der Wilhelma.
© Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Die Mutter des Kälbchens heißt Maya. Sie kam 2019 aus dem Zoo im schottischen Edinburgh nach Stuttgart. 2021 wurde das Männchen Penang, das aus dem Zoo im niederländischen Rotterdam stammt, mit ihr zusammengesetzt.
Das Kalb sei am 1. August geboren worden und habe so gute Fortschritte gemacht, dass es nun nach draußen dürfe, hieß es weiter. Es habe bei seinem ersten Ausgang schon im Wasserbecken gebadet und sei ein "Naturtalent beim Schwimmen".

Bund will Städte und Gemeinden zum Aufstellen von Trinkbrunnen verpflichten

Die Bundesregierung will Städte und Gemeinden dazu verpflichten, Trinkwasserbrunnen an öffentlichen Orten aufzustellen. Gemäß eines am Mittwoch vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurfs muss Trinkwasser künftig „an möglichst vielen öffentlichen Orten frei verfügbar sein“, wie das Bundesumweltministerium mitteilte. Trinkbrunnen sollen etwa in Parks und Fußgängerzonen entstehen, „sofern dies technisch machbar ist und dem lokalen Bedarf entspricht“.
„Zugang zu Trinkwasser muss für alle Menschen in Deutschland so einfach wie möglich sein“, erklärte Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne). Sie verwies insbesondere auch auf „andauernde Hitzewellen“. Trinkbrunnen mit Leitungswasser gehörten zu den „Basisbausteinen einer guten Hitzevorsorge“. Weil Wasser verpackungsfrei bereitgestellt werde, „profitiert auch die Umwelt“.
Nach Angaben des Umweltministeriums gibt es deutschlandweit bereits mehr als 1300 öffentliche Trinkwasserbrunnen. „In einem ersten Schritt sollen Städte und Gemeinden nun etwa 1000 zusätzliche Trinkwasserbrunnen aufstellen“, erklärte das Ministerium. Bei Lage, genauer Anzahl und Art der Trinkbrunnen hätten sie „weitgehende Flexibilität“. Der Gesetzesentwurf geht nun in den Bundesrat, dann in den Bundestag.