Groundhog Day: Murmeltier Phil prophezeit längeren Winter

Der Murmeltierpfleger AJ Dereume hält Punxsutawney Phil, nachdem dieser seinen Schatten gesehen hat und damit weitere sechs Wochen Winter vorhergesagt hat, während der 140. jährlichen Murmeltiertagsfeierlichkeiten am Montag, dem 2. Februar 2026, in Punxsutawney, Pennsylvania.
JEFF SWENSEN/AFPWenn in den USA am 2. Februar „Groundhog Day“ gefeiert wird, ist das kein gewöhnlicher Feiertag, sondern ein Spektakel mit Kultstatus. Im Mittelpunkt steht ein Murmeltier: Punxsutawney Phil. Sobald er aus seinem Bau geholt wird, entscheidet ein kurzer Moment über die Schlagzeilen im ganzen Land – sieht er seinen Schatten oder nicht?
Die alte Regel ist schnell erklärt: Sieht Phil seinen Schatten, sollen sechs weitere Wochen Winter folgen. Bleibt der Schatten aus, gilt das als Zeichen für einen frühen Frühling. In diesem Jahr fiel die Entscheidung eindeutig aus: Phil sah seinen Schatten.
Tradition mit Popkultur-Boost
Phil ist längst mehr als ein lokales Maskottchen. Der Ort Punxsutawney in Pennsylvania ist durch das jährliche Ritual berühmt geworden und spätestens seit dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ kennt man den Murmeltiertag weit über die USA hinaus.
Was die Wissenschaft dazu sagt
So charmant die Tradition ist: Das Ende des Winters entscheidet Phil nicht. Astronomisch beginnt der Frühling mit der Tagundnachtgleiche am 20. März – völlig unabhängig davon, was das Murmeltier „vorhersagt“. Und auch meteorologisch ist die Phil-Prognose eher Unterhaltung als verlässliche Orientierung.
Denn die Trefferquote ist überschaubar: Nach Auswertungen der US-Klimabehörde NOAA lag Phil in den vergangenen 20 Jahren nur in rund 35 Prozent der Fälle richtig. Anders gesagt: Ein Münzwurf wäre statistisch oft näher dran.
Auch im letzten Jahr wirkte seine Winter-Ansage im Rückblick eher wacklig. Zwar gab es in den USA im Februar immer wieder Kältephasen, insgesamt blieb der Monat aber eher nahe am Normalwert, während der März außergewöhnlich warm ausfiel.
USA: Winter im Osten, Wärme im Westen
Aktuell zeigt sich in den Vereinigten Staaten ein deutlich zweigeteiltes Bild. Im Osten gab es in diesem Winter wiederholt kräftige Kältewellen, teils mit extrem niedrigen Temperaturen. In einigen Regionen – etwa rund um die Großen Seen, im Nordosten und im mittleren Atlantikraum – fällt der Winter besonders kalt aus.
Im Westen dagegen wirkt der Winter in vielen Gegenden fast abwesend: Zahlreiche Orte wie Phoenix und Las Vegas erleben laut NOAA einen der wärmsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen.
Dass Winter insgesamt milder werden, ist dabei kein Zufall. In weiten Teilen der USA gilt gerade diese Jahreszeit inzwischen als diejenige, die sich aufgrund des globalen Temperaturanstiegs am schnellsten erwärmt.
Und wie sieht es in Deutschland aus?
Während in den USA ein Murmeltier für Schlagzeilen sorgt, bleibt die Lage in Deutschland deutlich nüchterner, aber nicht unbedingt gemütlicher. Nach der aktuellen 10-Tage-Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird es wechselhaft und regional winterlich.
Immer wieder sind Regen- und Schneefälle möglich, örtlich auch gefrierender Regen. Damit steigt das Risiko für Glatteis. Dazu kommt: Im Nordosten hält sich die Luft häufiger kalt, teils mit leichtem Dauerfrost. Im Südwesten ist es dagegen zeitweise milder, dort sind auch zweistellige Temperaturen möglich. Insgesamt bleibt die Wetterlage unruhig, inklusive kräftiger Böen an den Küsten.
