Explosionen und Leichenfunde: Oktoberfest öffnet wieder – Polizei geht von Familiendrama aus

Das Oktoberfest öffnet am Mittwochabend wieder.
Michael Faulhaber/dpa- Brand in Münchner Einfamilienhaus löst Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr aus.
- Verkehrsbehinderungen im Stadtteil Lerchenau, Polizei rät, den Bereich zu umfahren.
- „Bild“ berichtet von Schüssen, einem Toten und einer verletzten Person.
- Spezialeinheiten und Entschärfer vor Ort, Hinweise auf präparierte Sprengsätze.
- Offizielle Angaben der Polizei zu den Ereignissen stehen noch aus.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ausnahmezustand in München: Am Morgen brennt und explodiert es in einem Haus – und dann findet sich ein Drohschreiben gegen das Oktoberfest.
Nach einer Sprengstoffdrohung ist die Wiesn am Mittwoch stundenlang geschlossen geblieben. Die Gefahr sei einfach zu groß, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Die Polizei sprach von „einer unspezifischen Sprengstoffdrohung“. Erst am Nachmittag gibt es Entwarnung: Die Sperrung wird aufgehoben, um 17.30 Uhr soll das größte Volksfest der Welt wieder öffnen, wie Reiter auf Instagram mitteilt. Am späten Nachmittag verriet Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mehr zu dem Inhalt der Drohung: Der Verfasser habe in einem Brief „ein bombiges Erlebnis auf der Wiesn“ angekündigt und diesen in den Briefkasten einer Nachbarin geworfen.
Zuvor hatte die Stadt mitgeteilt, dass das Oktoberfest wegen einer Sprengstoffdrohung bis mindestens 17.00 Uhr geschlossen bleibt. Es gebe einen Zusammenhang mit einer Explosion im Münchner Norden und „ein entsprechendes Schreiben des Täters“.
Der Tat soll ein Vaterschaftsstreit vorausgegangen sein
Am Morgen hatten ein Feuer und Explosionsgeräusche einen Großeinsatz ausgelöst. In einem Münchner Wohngebiet wurde ein völlig ausgebrannter Transporter gefunden – und ein Verletzter an einem nahen See, der kurz darauf starb. Bei dem Toten handelt es sich laut Polizei um den Tatverdächtigen der Brandstiftung. Am späten Nachmittag bestätigte die Polizei dann noch einen zweiten Toten. Im Obergeschoss des derzeit nicht zu betretenden Wohnhauses liege nach aktuellen Erkenntnissen eine Leiche, sagte der Münchner Polizeipräsident Thomas Hampel am Mittwoch vor Journalisten. Wahrscheinlich handle es sich dabei um den 90 Jahre alten Vater des Tatverdächtigen.
Der tote Verdächtige war nach Polizeiangaben ein 57 Jahre alter Deutscher aus Starnberg und bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann das Haus im Streit mit seiner Familie angezündet hat. Wie Innenminister Herrmann sagte, soll er die Vaterschaft für seine Tochter angezweifelt und in diesem Rahmen sogar eine Petition an den bayerischen Landtag gestellt haben.
Die 21-Jährige ist eine von zwei verletzten Frauen. Sie war aus dem brennenden Haus gerettet worden. Ihre 81 Jahre alte Oma, die Mutter des Tatverdächtigen, hatte sich den Angaben zufolge im Garten versteckt. Sie sei mittelschwer verletzt, ihre Enkelin leicht.
Polizeikräfte verfolgten den mutmaßlichen Täter dann zu einem nahe gelegenen See, an dem er sich das Leben nahm. Auf dem Weg dorthin hatten Anwohner gehört, wie er Schüsse abgab und womöglich weitere Sprengsätze zündete.
Weil dann sein Schreiben gefunden wurde, in dem er auch das Oktoberfest bedrohte, wurde die Wiesn stundenlang geschlossen und nach Sprengsätzen abgesucht.
Oberbürgermeister: Sicherheit geht vor
Oberbürgermeister Reiter schloss am Mittwochvormittag in einem Instagram-Post zunächst nicht aus, dass das Oktoberfest am Mittwoch ganztägig geschlossen bleibt. „Die Polizei wird alles tun, möglichst bis am Nachmittag um 17.00 Uhr die Wiesn komplett durchsucht zu haben, um damit Sicherheit zu gewähren. Wenn das nicht der Fall ist, werde ich mich wieder melden, dann wird die Wiesn heute gar nicht eröffnet“, sagte Reiter auf der Plattform Instagram. „Tut mir leid, anders geht’s nicht, Sicherheit geht vor.“
Reiter versuchte außerdem die Teile der Bevölkerung der bayerischen Landeshauptstadt zu beruhigen, die durch eine von den Behörden verbreitete amtliche Drohung verunsichert sind. „Die Bedrohung richtet sich ausschließlich gegen das Oktoberfest“, sagte der Oberbürgermeister. Alle anderen Veranstaltungen könnten planmäßig und unverändert stattfinden.
Rund um das Oktoberfestgelände blieben Besucher am Vormittag zunächst noch ratlos stehen. „Aufgrund einer Bombendrohung öffnet das Oktoberfest heute vorerst um 17.00 Uhr“, hieß es über Lautsprecher. Die Menschen reagierten ruhig und ohne Panik und machten sich wieder auf den Heimweg. Die Warteschlangen an den Eingängen lösten sich auf.
Was war zuvor passiert?
Um 4.41 Uhr war ein Notruf eingegangen, Anwohner im Stadtteil Lerchenau im Norden der bayerischen Landeshauptstadt hörten explosionsartige Geräusche oder Schüsse und sahen die Flammen.
Der Verletzte starb nach Polizeiangaben am Vormittag. Auf X schrieb die Polizei, dass die Person mit den Geschehnissen um das brennende Haus im Zusammenhang stehen könnte. In dem Haus, das nach ersten Erkenntnissen vorsätzlich in Brand gesteckt wurde, wurden den Angaben zufolge Sprengfallen gefunden. Spezialkräfte waren für die Entschärfung im Einsatz.
Eine weitere Person wurde den Angaben zufolge vermisst, von ihr gehe aber keine Gefahr aus.
Anwohner berichtet: „Dann hat's gebrannt“
„Gegen circa fünf Uhr aufgewacht, weil es ein paar Mal gescheppert hat“, sagte ein Anwohner. „Aufgestanden, nachgeschaut, und dann hat's gebrannt.“ Eine weitere Anwohnerin berichtete von einer Rauchwolke, der Brandgeruch war weithin wahrnehmbar. Noch Stunden später war der Rauch aus der Ferne zu sehen. „Es wird alles evakuiert, die ganze Straße“, sagte eine Frau. Die Polizei sperrte den Bereich großräumig ab, der Verkehr staute sich.
Antifa ist wohl nicht verantwortlich
Ein Post auf der Plattform Indymedia hatte zeitweise den Eindruck erweckt, es könnte einen Zusammenhang zur Antifa geben. Die Polizei geht jedoch nach derzeitigem Stand davon aus, dass es sich um Trittbrettfahrer handelt. „Seitens des Tatverdächtigen besteht kein Bezug zur Antifa“, meldeten die Ermittler am Nachmittag. „Es gibt keine Hinweise, dass an anderen Orten in München eine Gefahr besteht.“
Auf der Website „indymedia.org“ wurde am frühen Morgen ein Text gepostet mit dem Titel „Antifa heißt Angriff“. Darin hieß es: „In den frühen Morgenstunden haben wir im Münchner Norden einige Luxuskarren abgefackelt und Hausbesuche abgestattet. Zudem ging für einen Fascho sein Morgenspaziergang nicht besonders gut aus.“
Der Polizei sei das bekannt und sie prüfe wie bei allen anderen Hinweisen auch hier einen Zusammenhang, teilte ein Polizeisprecher mit.
Sperrzone um das brennende Gebäude
Schwer bewaffnete Einsatzkräfte waren in dem normalerweise sehr ruhigen Viertel am Rande Münchens unterwegs. Die Polizei ordnete einen Evakuierungsradius von 200 Metern rund um das brennende Gebäude an, der von den Anwohnern geräumt werden sollte. Auch eine Mittelschule wurde gesperrt. Die Feuerwehr war nach Angaben eines Sprechers mit etwa 100 Mann vor Ort.
Der Tote wurde am Lerchenauer See gefunden, im Herbst ein beliebtes Ziel für Spaziergänger. Der See ist zu Fuß gut 10 bis 15 Minuten von dem brennenden Haus entfernt. Die Art seiner Verletzungen war zunächst ungewiss.
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