Explosion in Memmingen: Die Trümmer fliegen hunderte Meter weit, ein 17-Jähriger stirbt

Das Reihenhaus in Memmingen hielt der Detonation nicht stand und stürzte ein. Trümmer flogen teils 100 Meter weit.
Stefan Puchner/dpaAm Freitagnachmittag gegen 17.20 Uhr kam es zu einer heftigen Explosion in Memmingen. Polizeiangaben zufolge ist nach der Explosion ein Reiheneckhaus eingestürzt. Zwei Menschen galten als vermisst. Experten suchen auch am Samstag noch nach den Gründen für das Unglück.
Toter aus Trümmern geborgen
Nach einiger Zeit ist die Leiche eines 17-Jährigen aus den Trümmern geborgen worden. Einsatzkräfte hätten den vermissten Jugendlichen tot in einem ebenfalls stark beschädigten Nachbarhaus aufgefunden, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur am frühen Morgen. Weitere Menschen würden nicht mehr vermisst.

Bei einer Explosion ist ein Reihenhaus in Memmingen eingestürzt und ein Jugendlicher ums Leben gekommen.
Stefan Puchner/dpaGasexplosion als Ursache?
Das Haus und seine Nachbarhäuser hätten alle Gasanschluss, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West am Samstag der dpa. „Es liegt natürlich die Vermutung nahe, dass es sich um einen Gasdefekt handeln könnte.“ Die Aufräumarbeiten und die Spurensicherung wurden am Samstagvormittag (27.07.2024) wieder aufgenommen. Die Schadenhöhe liege mindestens im sechsstelligen Bereich.
Das Gebäude in Bayerisch-Schwaben war nach einer Explosion am Freitagnachmittag nur noch ein Trümmerfeld. Auch umliegende Gebäude und geparkte Autos wurden durch weggeschleuderte Trümmerteile und die Druckwelle stark beschädigt. Nach Angaben eines dpa-Fotografen waren Teile des Hauses durch die Explosion etwa 100 Meter weit geflogen.
Zunächst wurden zwei Menschen vermisst
Ein 68 Jahre alter Hausbewohner, nach dem zunächst gesucht worden war, war während der Explosion nicht im Haus gewesen, wie ein Polizeisprecher berichtete. Ihn habe die Polizei unversehrt angetroffen. Der zweite Vermisste, ein 17-Jähriger, konnte schließlich nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden.

Bis zu 100 Rettungskräfte sind an der Unglücksstelle in Bayern im Einsatz.
Stefan Puchner/dpaDer Mitarbeiter des Lagezentrums sprach am Freitag bereits von einem „Riesenschadensbild“ und einer „enormen Schuttmenge“, die zunächst abgetragen werden müsse. Dafür war unter anderem ein Bagger des Technischen Hilfswerks (THW) im Einsatz.
Die Betreuungsgruppe der Polizei und die Notfallseelsorge leisteten vor Ort umfangreiche Betreuungsmaßnahmen für die Angehörigen und Betroffenen, teilte die Polizei weiter mit. Es befänden sich weit über 100 Einsatzkräfte aller beteiligter Hilfsorganisationen und der Polizei im Einsatz, auch aus dem nahen Baden-Württemberg. Über der Stadt kreiste zeitweilig ein Hubschrauber.

Der zunächst vermisste 17-Jährige konnte schließlich nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden.
Stefan Puchner/dpa