Grönland: Warum gehört die größte Insel der Welt (noch) zu Dänemark?

Ein Blick auf die Fregatte Triton der dänischen Flotte vor dem Dorf Attu in Grönland am 1. Juli 2024.
Ida Marie Odgaard/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa- Trump will Grönland wegen strategischer Lage und Rohstoffen für die USA.
- Grönland gehört seit dem 18. Jh. zu Dänemark, ist aber seit 1979 autonom.
- Grönlands Einwohner lehnen Trumps Angebot ab.
- Trump Jr. plant Besuch in Grönland im Januar 2025.
- Grönland-Wahlen im Frühjahr 2025, Unabhängigkeit ein zentrales Thema.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Grönland ist zwar die größte Insel der Welt, aber in den Schlagzeilen ist das eisige Land im hohen Norden trotzdem normalerweise nicht so oft. Aktuell ist Grönland aber überall Gesprächsthema und Schuld daran ist der ehemalige und künftige US-Präsident Donald Trump. Denn der will (mal wieder), dass Grönland zur USA gehört. Was ist dran an der Geschichte?
Warum will Donald Trump, dass Grönland zur USA gehört?
Es sind wohl vor allem zwei Gründe, die Donald Trump zu seiner Grönland-Idee bewogen haben: die strategische Lage der Insel und der Rohstoffreichtum Grönlands. „Aus Gründen der nationalen Sicherheit und der Freiheit in der Welt sind die Vereinigten Staaten der Meinung, dass der Besitz und die Kontrolle über Grönland eine absolute Notwendigkeit ist“, erklärte Trump noch vor seiner Amtseinführung als Präsident. Neben der militärischen Bedeutung schielt Trump wohl auch auf die reichhaltigen natürlichen Ressourcen Grönlands. Dazu zählen Öl, Gas, Gold, Diamanten, Uran, Zink und Blei.
Wem gehört Grönland eigentlich und warum?
Grönland war im 18. Jahrhundert von Dänemark kolonisiert worden und hat seit 1979 Autonomiestatus. Es gehört aber weiterhin offiziell zum dänischen Königreich.
Grönland in Zahlen und Fakten:
- Größe: Gesamtfläche zwischen 2.166.086 und 2.486.000 Quadratkilometer, davon 410.000 Quadratkilometer eisfrei (zum Vergleich: Deutschland ist 357.588 Quadratkilometer groß)
- Einwohnerzahl: ca. 56.000
- Hauptstadt: Nuuk
- politischer Status: parlamentarische Monarchie mit Selbstverwaltung
- Staatsoberhaupt: Dänemarks König Frederik X.
(vertreten durch die Reichsombudsfrau Julie Wilche) - Landessprache: Gröndländisch (Kalaallisut) und Dänisch
- Landeswährung: Dänische Krone
Der Einfluss Dänemarks auf Grönland reicht bereits mehrere Jahrhunderte zurück. Bereits im Jahr 1721 erlaubte der dänische König Friedrich IV der Kirche die Missionsarbeit in Grönland. In den Folgejahren gab es immer wieder mal Konflikte um die Insel - beispielsweise mit holländischen Walfängern. 1782 ordnete Dänemark die Kolonialverwaltung in Nord- und Südgrönland und festigte seinen Anspruch. Holländische und englische Kolonialisierungsbestrebungen nahmen ab. Nach dem sogenannten Kanonenbootkrieg zwischen England und Dänemark fiel Grönland dann 1812 endgültig an Dänemark. Ende des 19. und im 20. Jahrhundert führten neuen Wirtschaftsstrukturen wie Landwirtschaft und Bergbau zu einer Zentralisierung und Urbanisierung. Im Zweiten Weltkrieg während der Besetzung Dänemarks durch die deutsche Wehrmacht wurden die Handelsbeziehungen mit den USA intensiviert. Basen der US-Armee entstanden in Grönland. Im Kalten Krieg spielte Grönland eine zentrale Rolle, da das Land auf halber Strecke über den Nordpol zwischen den USA und der Sowjetunion lag. Seit 1979 erlangt Grönland von Dänemark immer mehr Eigenständigkeit. Zum Beispiel gibt es seitdem ein eigenes grönländisches Parlament und eine Regierung. Am 21. Juni 2009 wurde die Selbstverwaltung eingeführt und Grönland erhielt unter anderem das Recht an den eigenen Rohstoffen.

Trump Jr. in Grönland: Donald Trump Jr. (2.v.r) bei seiner Ankunft in Nuuk.
Emil Stach/Ritzau Scanpix Foto/AP/dpaWas sagen die Grönländer selbst zu der Trump-Forderung?
In Grönland stößt der Trump-Vorschlag nicht auf offene Ohren. „Grönland gehört uns. Wir stehen nicht zum Verkauf und werden auch nie zum Verkauf stehen. Wir dürfen unseren langen Freiheitskampf nicht verlieren“, erklärte Grönlands Regierungschef Mute Egede Ende Dezember 2024. „Ich möchte keine Schachfigur in Trumps wilden Träumen sein, sein Imperium auszudehnen und unser Land darin einzuschließen“, schrieb die grönländische Abgeordnete im dänischen Parlament, Aaja Chemnitz, auf Facebook. Kurz davor war bekanntgeworden, dass Trumps Sohn Donald Jr. die Insel in der Arktis am 8. Januar 2025 besuchen will. Angeblich aus rein touristischen Zwecken. Zum Rundfunksender DR sagte Chemnitz, sie sei offen für eine Zusammenarbeit mit den USA, beispielsweise in den Bereichen Tourismus, Rohstoffe und Ausbildung. Die Zukunft Grönlands müsse aber von den Grönländern selbst entschieden werden.
Im Frühjahr 2025 stehen übrigens in Grönland die Wahlen für das grönländische Parlament an; die Unabhängigkeit von Dänemark ist ein großes Thema im Wahlkampf.

