Grippeimpfungen auf niedrigem Stand: Wann ist der beste Zeitpunkt zum Impfen?

Mit dem Herbst beginnt auch die Grippesaison. Schutz bietet die Impfung beim Hausarzt.
Karl-Josef Hildenbrand/dpaDeutschland ist in der Herbst- und damit auch in der Grippesaison angekommen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet im Oktober bereits fast doppelt so viele Erkrankte, als im Vorjahr: etwa 395.000 Influenza-Fälle wurden bisher bereits gemeldet. Währenddessen lassen sich nach Auswertungen der großen Krankenkassen immer weniger Menschen gegen Influenza impfen.
Nach Auswertungen der Techniker Krankenkasse (TK), ließen sich im Winter 2024/2025 nur noch 38 Prozent der TK-Versicherten ab 60 Jahren gegen Grippe impfen. Das seien so wenig wie zuletzt in der Impfsaison vor der Corona-Pandemie.
Grippeimpfstoff auch 2025 angepasst
Der Grippeimpfstoff wird jedes Jahr neu zusammengesetzt. Fachlabore weltweit, darunter das Referenzzentrum am Robert Koch-Institut, überwachen ständig, welche Influenza-Viren zirkulieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wertet diese Daten aus und legt fest, welche Virusvarianten in der nächsten Saison voraussichtlich dominieren. Auf dieser Basis enthält der Impfstoff Bestandteile der wichtigsten A(H1N1)-, A(H3N2)- und B-Viren. Die Empfehlung für die Nordhalbkugel erscheint meist im Februar, damit die Produktion rechtzeitig vor dem Herbst starten kann.
Die von der WHO empfohlene Zusammensetzung des Influenza-Impfstoffs für die Nordhalbkugel sowie die EMA-Empfehlungen zu geeigneten Stämmen für die Impfstoff-Herstellung sind auf der Webseite des Paul-Ehrlich-Instituts abrufbar: www.pei.de/influenza-impfstoffe.
Grippeimpfung: Wann ist der beste Zeitpunkt?
In Deutschland erreicht die Grippewelle ihren Höhepunkt nach Angaben des RKI erfahrungsgemäß nach der Jahreswende. Die Zahl der Erkrankungen steigt ab Ende September deutlich an. Nach einer Impfung dauert es rund zwei Wochen, bis der Körper den vollständigen Schutz aufgebaut hat.
Deshalb empfehlen Fachleute, sich zwischen Oktober und Mitte Dezember impfen zu lassen. Wer diesen Zeitraum verpasst, kann die Impfung auch später noch nachholen. Das ist sinnvoll, da Dauer und Verlauf der Grippewelle schwanken. In der Saison 2022/2023 kam es etwa im März zu einer zweiten Welle durch eine andere Virusvariante.
Risikogruppen: Diesen Menschen wird die Impfung empfohlen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für alle Menschen ab 60 Jahren. In dieser Altersgruppe ist das Risiko für schwere Krankheitsverläufe besonders hoch. Auch Schwangere sollen sich impfen lassen, ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei Vorerkrankungen bereits früher. Die Impfung schützt sowohl die Mutter als auch das ungeborene Kind vor Komplikationen durch eine Grippeinfektion.
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Zudem wird die Impfung Menschen mit chronischen Krankheiten empfohlen. Dazu zählen Erkrankungen der Atemwege, des Herzens, der Leber, der Nieren oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Auch Personen mit geschwächtem Immunsystem, neurologischen Erkrankungen oder HIV profitieren von der Schutzimpfung.
Ebenso sollten sich Personen impfen lassen, die Risikopersonen im selben Haushalt leben oder betreuen. So lässt sich vermeiden, dass sie die Grippe auf gefährdete Menschen übertragen.
Auch wer beruflich oder privat regelmäßig engen Kontakt zu Tieren wie Schweinen, Geflügel, Wildvögeln oder Robben hat, sollte sich schützen. Das gilt insbesondere für Beschäftigte in Tierhaltungen, Zoos, Tierheimen, Tierarztpraxen oder Schlachthöfen, wo ein erhöhtes Risiko für eine Übertragung von Tiergrippeviren besteht.
