Große Ehre für die deutsche Dichterin Mascha Kaléko, die heute mit einem Doodle geehrt wird. Die Vertreterin der „Neuen Sachlichkeit“ lebte von 1907 bis 1975 und war vor allem für ihre so genannte „Gebrauchslyrik“ bekannt. In ihren Gedichten geht es unter anderem um das Leben in der Großstadt.
Mascha Kaléko wurde in Galizien im damaligen Österreich-Ungarn geboren und übersiedelte 1914 zu Beginn des Ersten Weltkriegs nach Deutschland, um Pogromen zu entgehen. Sie ging in Frankfurt am Main, Marburg und Berlin zur Schule und erhielt nach der standesamtlichen Hochzeit ihrer Eltern im Jahr 1922 den bürgerlichen Namen Mascha Engel, entschied sich aber für den Künstlernamen „Mascha Káleko“ als Pseudonym für die Schriftstellerei.

Erste Erfolgsgedichte von Googles Doodle-Protagonistin Mascha Káleko im Jahr 1929

Ihre ersten Kabarett-Gedichte erschienen 1929 in der Zeitung „Querschnitt“. 1938 konnte sie in die USA emigrieren, kehrte nach 1945 jedoch auf Reisen nach Europa zurück und gewann hier ein großes Lesepublikum. Von Kritikern wurde sie bisweilen als „weiblicher Ringelnatz“ oder „weiblicher Kästner“ bezeichnet. 1960 wanderte Kaléko ihrem Mann zuliebe nach Jerusalem aus, litt dort laut Literaturhistorikern aber unter sprachlicher und kultureller Isolation.

Werke von Mascha Káleko

Unter anderem erschienen zu Lebzeiten:

  • Das lyrische Stenogrammheft. Verse vom Alltag. Rowohlt, Berlin 1933.
  • Kleines Lesebuch für Große. Gereimtes und Ungereimtes. Rowohlt, Berlin 1935.
  • Verse für Zeitgenossen. Schoenhof Verlag, Cambridge (Mass.) 1945.
  • Wie’s auf dem Mond zugeht und andere Verse. Blanvalet, Berlin 1971.

Posthum erschienen unter anderem:

  • Der Gott der kleinen Webefehler. Spaziergänge durch New Yorks Lower Eastside und Greenwich Village. Eremiten-Presse (Broschur 75), Düsseldorf 1977.
  • Tag- und Nacht-Notizen. Eremiten-Presse (Broschur 105), Düsseldorf 1981.
  • Liebst du mich eigentlich? Briefe an ihren Mann. Herausgegeben von Gisela Zoch-Westphal und Eva-Maria Prokop. dtv, München 2015
  • Träume, die auf Reisen führen. Gedichte für Kinder. Illustrationen von Hildegard Müller. Herausgegeben von Eva-Maria Prokop. dtv, München 2016

Google widmet Mascha Kaléko am 16. September ein Doodle

Als Google Doodle bezeichnet man die spielerische Veränderung des Suchmaschinen-Logos mit grafischen Motiven, die einen inhaltlichen Hintergrund haben, oftmals die Menschen überraschen und zum Nachdenken bringen sollen.
1998 veröffentlichen Larry Page und Sergey Brin das erste Google Doodle. Teilweise werden die Doodles nur noch für bestimmte Usergruppen ausgespielt. Großereignisse wie Olympia, die Fußball-WM oder der „Tag der Erde“ sind aber weltweit als Doodle zu sehen.