Gonorrhö und Syphilis
: Rekordwerte bei sexuell übertragbaren Infektionen in Europa

Die in Europa gemeldeten Fälle von Gonorrhö und Syphilis haben den höchsten Wert seit Jahren erreicht. Dabei sei es recht einfach, die eigene sexuelle Gesundheit zu schützen, sagt ein Experte.
Von
dpa
Solna
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Dieses von den Centers for Disease Control and Prevention zur Verfügung gestellte Mikroskopbild von 1971 zeigt Neisseria gonorrhoeae Bakterien, die die Geschlechtskrankheit Gonorrhö verursachen.

Uncredited/CDC/AP/dpa
  • ECDC meldet Rekordwerte bei Gonorrhö und Syphilis in Europa – höchste Zahlen seit Jahren.
  • 106.331 Gonorrhö-Fälle in diesem Jahr, plus 303 Prozent seit 2015; Syphilis auf 45.577 Fälle.
  • Chlamydien bleiben mit 213.443 Meldungen die häufigste STI in den erfassten Ländern.
  • ECDC warnt vor schweren Komplikationen, besonders an Herz, Nerven und durch Unfruchtbarkeit.
  • Schutzempfehlung: Kondome bei neuen oder mehreren Partnern und Test bei Schmerzen, Ausfluss, Wunden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Fallzahlen bakterieller sexuell übertragbarer Krankheiten sind in Europa stark angestiegen. Das teilte die EU-Gesundheitsbehörde ECDC mit Sitz im schwedischen Solna mit. Demnach erreichten die gemeldeten Fälle von Gonorrhö und Syphilis im Jahr 2024 den höchsten Wert seit mehr als einem Jahrzehnt.

106.331 Fälle der auch als Tripper bekannten bakteriellen Infektionskrankheit Gonorrhö wurden 2024 laut ECDC registriert, was einem Zuwachs von 303 Prozent seit 2015 entspreche. Die Zahl der Syphilis-Fälle habe sich demnach im selben Zeitraum auf 45.577 mehr als verdoppelt. Chlamydien blieben der EU-Behörde zufolge mit 213.443 Fällen die am häufigsten gemeldete sexuell übertragbare Infektion.

Auch bei Frauen kommt Syphilis immer häufiger vor

Bruno Ciancio vom ECDC sagte laut der Mitteilung, dass diese Krankheiten unbehandelt schwere Komplikationen, etwa chronische Schmerzen und Unfruchtbarkeit sowie, im Fall von Syphilis, Probleme des Herz-Kreislauf-Systems oder des Nervensystems verursachen könnten. Besonders besorgniserregend sei, dass zwischen 2023 und 2024 nahezu eine Verdopplung der von der Mutter auf das Kind übertragenen Syphilis verzeichnet worden sei.

Dabei sei es recht einfach, die eigene sexuelle Gesundheit zu schützen, sagte Ciancio demnach: „Verwenden Sie Kondome bei neuen oder mehreren Sexualpartnern und lassen Sie sich testen, wenn Symptome wie Schmerzen, Ausfluss oder Wunden auftreten.“

Laut ECDC sind Männer, die Sex mit Männern haben, die mit Abstand am stärksten von den Infektionen betroffene Gruppe – vor allem was Gonorrhö und Syphilis angehe. Auch bei Heterosexuellen komme Syphilis demnach immer häufiger vor, insbesondere bei Frauen im gebärfähigen Alter. Die Folge sei ein Anstieg um fast das Doppelte bei den Fällen von der Mutter auf das Kind übertragener Syphilis – von 78 Fällen im Jahr 2023 auf 140 Fälle im Jahr 2024 in den 14 Ländern, die Daten gemeldet haben.