Gold kaufen
: Gebühren und Steuern – Was kostet das Gold-Investment?

Gold gilt als sichere Anlage, die auch steuerliche Vorteile hat. Das gilt jedoch nur unter bestimmten Umständen. Mit welchen Steuern, Gebühren und Kosten beim Goldkauf zu rechnen ist.
Von
Eva Mauer
Berlin
Jetzt in der App anhören
Gold: ARCHIV - 04.04.2025, Bayern, München: Goldbarren unterschiedlicher Größe liegen bei einem Edelmetallhändler (zu dpa: «Gold steigt von Rekord zu Rekord - auch Silber stark gefragt») Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Goldbarren unterschiedlicher Größe liegen bei einem Edelmetallhändler: Viele Menschen möchten mit dem Kauf von Gold ihr Vermögen gegen Krisen absichern. Ein Überblick über Steuern, Gebühren und Kosten, mit denen Goldkäufer rechnen müssen.

Sven Hoppe/dpa

Gold gilt als sichere Anlage, das, in der richtigen Dosis, das Risiko eines Investment-Portfolios reduziert. Je mehr globale Unsicherheiten und Spannungen herrschen, desto mehr Menschen wenden sich dem Gold zu. Doch was kostet das Investment? Steuern und Gebühren unterscheiden sich, je nach Investitionsart. Ein Überblick.

Muss man für Gold Steuern zahlen?

Ob auf den Kauf von Gold Steuern anfallen, hängt von der Art des Goldes ab. Anlagegold ist in Deutschland von der Mehrwertsteuer befreit, dazu zählen Goldbarren und offizielle Anlagemünzen. Goldbarren müssen einen Feingehalt von mindestens 995/1000 vorweisen. Für Goldmünzen gelten weitere Kriterien: Ihr Goldgehalt nicht unter 900/1000 liegen und die Münzen dürfen nicht vor dem 19. Jahrhundert geprägt worden sein. Im Prägeland müssen sie außerdem als gesetzliches Zahlungsmittel zugelassen oder zumindest früher einmal als solches verwendet worden sein.

Goldschmuck, Altgold und Goldmünzen, die nicht die Kriterien für Anlagemünzen erfüllen, sind kein Anlagegold. Beim Kauf wird deshalb der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent fällig.

Wird beim Gold-Verkauf Steuer fällig?

Ob auf den Verkauf von physischem Gold Steuer fällig wird, hängt davon ab, wie lange das Gold gehalten wurde. Wenn Gold länger als ein Jahr im Besitz des Händlers war, fällt beim Verkauf keine Einkommenssteuer an (Spekulationsfrist). Wird das Gold vor Ablauf des Jahres verkauft, gilt seit 2024 die Freigrenze von 1000 Euro (zuvor 600 Euro): Liegen die Gewinne aus dem Goldverkauf darüber, wird der Einkommenssteuersatz fällig. Unterhalb der Freigrenze bleibt das Veräußerungsgeschäft von der Einkommensteuer befreit.

Wann wird beim Goldkauf Kapitalertragssteuer fällig?

Anlagegold gilt als Sachwert und nicht als Kapitalanlage. Beim Verkauf von physischem Gold wie Barren oder Münzen wird deshalb keine Kapitalertragssteuer fällig. Anders ist es bei der Investition in Gold-ETCs (Exchange Traded Commodity) oder Aktien von Goldproduzenten:  Hierbei fällt nach Ablauf der Einjahresfrist die pauschale Abgeltungssteuer von 25 Prozent an.

Allerdings gibt es in Deutschland Ausnahmen: Gewinne aus bestimmten Gold-ETCs, deren Wertpapiere mit physischem Gold besichert sind und deren Käufer das Recht haben, sich das Gold jederzeit liefern zu lassen, sind nach Ablauf der einjährigen Haltedauer von der Kapitalertragssteuer ebenfalls befreit.

Welche Gebühren werden beim Goldkauf fällig?

Vor allem beim Kauf von online gehandelten Gold-Produkten, wie etwa ETCs, können Händler unter Umständen für den Kauf und Verkauf eine Provision veranschlagen. Darüber hinaus sollten Goldkäufer den Spread beachten: Das ist die Differenz zwischen dem Verkaufspreis (Ask), der beim Kauf von Gold bezahlt wird, und dem Ankaufspreis (Bid), den der Händler zahlt, wenn das Gold zurück verkauft wird.

Wie hoch der Spread ist ist, hängt vom Händler und der Größe des Gold-Produktes ab. Kleine Barren und Münzen haben prozentual einen höheren Spread als große Barren. Wichtig für Goldkäufer: Je größer der Spread, desto mehr muss der Goldpreis steigen, bevor mit dem Weiterverkauf des Goldes ein Gewinn erzielt werden kann.

Was kostet der Besitz von Gold?

Wer physisches Gold besitzt, muss es sicher lagern. Das ist mit Kosten verbunden. Manche Menschen möchten ihr Geld gerne bei sich zu Hause verwahren, um es stehts griffbereit zu haben. Dafür ist aber die Anschaffung eines hochwertigen, feuer- und einbruchsfesten Tresor notwendig.

Eine andere Möglichkeit ist die Aufbewahrung des Goldes in einem Bankschließfach. Je nach Größe des Fachs kostet das zwischen 100 und 200 Euro pro Jahr, teilweise ist eine Grundversicherung enthalten. Alternativ gibt es Unternehmen, die sich auf die Lagerung von Gold spezialisiert haben und umfassende Sicherheitssysteme vorweisen.