Glatteis und Schnee: Wo und bis wann gilt die Unwetterwarnung in Deutschland?

Deutschlandweit kam es am Mittwoch, dem 17. Januar 2024, zu Unfällen aufgrund von Schneefall und Glatteis. Wie lange dauert die Unwetterwarnung an und für welche Gebiete gilt sie?
David Young/dpaMeteorologen warnten vor teils extremen Unwetterlagen. Am Mittwoch, dem 17. Januar, haben Schnee und Glatteis insbesondere in der Mitte und im Süden Deutschlands den Alltag vieler Menschen beeinträchtigt. So kam es an mehreren Flughäfen zu hunderten Flugausfällen und auch der Personenverkehr der Deutschen Bahn ist von Einschränkungen betroffen. Vielerorts riefen Polizei und andere Behörden die Menschen auf, möglichst zu Hause zu bleiben und auf unnötige Autofahrten zu verzichten. Wegen der Gefahr durch Glätte und Eisbruch wurden zudem Parks oder Zoos geschlossen. Trotzdem kommt es landesweit im Minutentakt zu einer Vielzahl von Unfällen. Bis wann dauert die Unwetterwarnung an und welche Regionen sind betroffen? Die aktuelle Situation in den Bundesländern im Überblick.
Glatteis und Schnee: Wo und wie lange gilt die Unwetterwarnung?
Entlang einer ausgeprägten Luftmassengrenze über der Mitte Deutschlands galten am Mittwoch großflächige Unwetterwarnungen wegen starken Eisregens und erheblicher Schneefälle. Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge war in Bayern, Baden–Württemberg, Rheinland–Pfalz, Saarland sowie weiten Teilen Hessens, Nordrhein–Westfalens, Thüringens und Sachsens mit teilweise extremer Glätte zu rechnen. Dazu kam die Gefahr von Eis– und Schneebruch aufgrund des massiven Gewichts auf Oberleitungen und Bäumen. In der Nacht zum Donnerstag sollte sich die Extremlage allmählich entspannen. Es bleibt aber kalt und teils glatt.
Unwetter: Verkehrschaos in den Bundesländern
Insbesondere aus Baden–Württemberg, Bayern und Rheinland–Pfalz meldete die Polizei zahlreiche Unfälle wegen Straßenglätte. Die aktuelle Situation in den Bundesländern zusammengefasst:
Baden–Württemberg
Ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) beschreibt ein durchwachsenes Bild. So war es nicht überall in Baden–Württemberg so schlimm wie angekündigt. Besonders betroffen jedoch waren laut dem Experten die Bereiche um Freiburg, den Schwarzwald und den Bodensee. Die Unwetterwarnung des DWD vor Glatteis galt zunächst für nahezu das ganze Land, am frühen Mittwochabend wurde dann auch für das nördliche Baden und das nördliche Württemberg vorsichtige Entwarnung gegeben. Das Polizeipräsidium im baden–württembergischen Konstanz meldete aus seinem Bereich allein mehr als 70 Unfälle wegen Straßenglätte. Die meisten gingen glimpflich aus, es gab aber auch schwerere Unfälle: Bei Bauler in Rheinland–Pfalz starb ein 34–Jähriger, als er mit seinem Transporter von einer Landstraße abkam und gegen einen Baum prallte.
Ab Donnerstag soll es in Baden–Württemberg keine verbreitete Gefahr durch Glatteis mehr geben. Im Laufe des Tages soll es kälter werden, wie ein Sprecher des DWD in Stuttgart mitteilte. Der Regen werde dann zu Schnee. „Dann kommen ruhigere, aber kalte Tage mit viel Sonne“, sagte der Experte mit Blick aufs Wochenende.
Bayern
In weiten Teilen Bayerns wurde wegen der Eisregengefahr am Mittwoch der Schulbetrieb komplett eingestellt. Dies galt nach Angaben des bayerischen Kultusministeriums unter anderem in den Landkreisen Aschaffenburg, Erding, Ebersberg, Amberg–Sulzbach, Erlangen–Höchstadt, Fürth, Freising, Haßberge, Landshut, Mittelfranken, Würzburg, Regensburg sowie in der Region Nürnberg. Am Flughafen in München, dem zweiten Luftverkehrsdrehkreuz in Deutschland, wurden nach Angaben einer Sprecherin am Mittwoch etwa 250 von ursprünglich etwa 650 geplanten Flügen annulliert. Der Winterdienst hielt demnach eine von zwei Start– und Landebahn offen und sollte einen Eispanzer verhindern.
Saarland und Rheinland–Pfalz
Massive Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr gab es am Mittwoch im Saarland und in Rheinland–Pfalz, wo Verkehrsunternehmen ihren Busverkehr wegen gefrierenden Regens zeitweise komplett einstellten. Betroffen waren unter anderem die saarländische Hauptstadt Saarbrücken und die Region um Trier in Rheinland–Pfalz. In Saarbrücken arbeiteten Kitas und Ämter nach Angaben der Stadt lediglich im Notbetrieb. In der rheinland–pfälzischen Hauptstadt Mainz schlossen sämtliche Kitas am Mittwochvormittag vorzeitig.
Hessen
Am Frankfurter Flughafen waren wegen der Warnungen bereits vorab mehr als 500 Starts und Landungen annulliert worden — etwa die Hälfte der sonst üblichen Flugbewegungen. Am Mittwochmittag mussten dann sämtliche Starts gestrichen werden. Nach Angaben des Sprechers war nicht gewährleistet, dass Flugzeuge nach der Enteisung von Rumpf und Tragflächen auf dem Weg zur Startbahn wegen des gefrierenden Regens erneut vereisen. Landungen blieben am größten deutschen Flughafen zunächst aber weiterhin möglich.
(Mit Material der dpa)

