Glatteis in Niedersachsen: Streugut Mangelware – das sind die besten Alternativen

Blitzeis, gefrierender Regen und Schnee - Niedersachsen steckt, wie der Rest des Landes, im Winter fest. Auch der Winterdienst ist eingeschränkt, Streugut Mangelware. Darf man Wege und Straßen mit Streugut aus öffentlichen Behältern streuen?
Hauke-Christian Dittrich/dpaNiedersachsen steckt tief im Winter fest: Erneut hat eine Unwetterfront mit Glatteis und Eisregen die Straßen und Wege in Rutschbahnen verwandelt – und Streugut wie Split und Salz sind fast überall ausverkauft. Darüber hinaus kommt es vielerorts aufgrund des Verdi-Streiks zu Einschränkungen im Winterdienst. Darf man zum Streuen der privaten Wege, etwa des Bürgersteigs vor dem eigenen Haus, das Streugut aus den kommunalen Behältern verwenden?
Niedersachsen: Streugut fast überall ausverkauft
Öffentliche Streugutbehälter sind in den meisten Kommunen (noch) gefüllt. Ganz anders sieht es momentan im Handel aus: Dort sucht man aktuell größtenteils vergeblich nach Streumitteln. Sogar Streusalz, das in Niedersachsen für den privaten Gebrauch nur auf Treppen und Rampen erlaubt ist, bekommt man fast nirgends. Da allerdings die Streupflicht für Hausbesitzende bleibt, müssen die sich um Alternativen kümmern.
Winterdienst in vielen Gemeinden vom Streik betroffen
Die Gewerkschaft ver.di ruft derweil von Montag bis Mittwoch zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf. Betroffen sind in Niedersachsen auch mehrere Straßenmeistereien. Wie der NDR berichtet, legen auch am Mittwoch Beschäftigte der Straßenmeistereien in Hannover, Hameln und Hildesheim die Arbeit nieder. Auch Mitarbeitende der Geschäftsbereiche in Wolfenbüttel, Goslar und Gandersheim beteiligen sich. Weitere Einschränkungen drohen in den Landkreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg, Harburg und Uelzen.
Der Winterdienst soll laut Landesbehörde grundsätzlich aufrechterhalten werden. Verzögerungen sind jedoch möglich. Verkehrsteilnehmer müssen sich auf eingeschränkte Räum- und Streueinsätze einstellen. Zusätzlich bleiben mehrere Tunnel geschlossen, darunter der Butterbergtunnel und der Bovender Tunnel im Landkreis Göttingen sowie der Hasselkopftunnel im Landkreis Goslar.
Darf man sich aus öffentlichen Streugutbehältern bedienen?
Privatpersonen dürfen sich in vielen deutschen Kommunen in haushaltsüblichen Mengen bedienen, um ihrer Räum- und Streupflicht auf öffentlichen Wegen und Straßen nachzukommen. Auch in Niedersachsen ist das der Fall. Wer unsicher ist, sollte bei der zuständigen Gemeinde nachfragen, wie die Streugut-Entnahme geregelt ist. Die Boxen enthalten in der Regel abstumpfendes Material wie Sand, Splitt, Blähton oder ein Gemisch.
Auch in Hannover dürfen Anwohnende zum Streuen des öffentlichen Bürgersteigs vor dem Haus auf die Streugutbehälter zurückgreifen. Wo diese Streugutkisten aufgestellt sind, darüber informiert die Stadt Hannover auf der Webseite der Stadtreinigung.
Ausnahmen gibt es aber: Ausgeschlossen von der Nutzung sind in der Regel Winterdienst-Unternehmen. Die Regelung sichert, dass ausreichend Material für private Anlieger verfügbar bleibt. Bei Unsicherheiten hilft die zuständige Stadtverwaltung weiter. Viele Kommunen listen die Standorte der Behälter zudem auf ihren Webseiten.
Streugut: Diese Hausmittel kann man nutzen
Auch Hausmittel können anstelle von Sand und Salz eingesetzt werden, um Wege abzustumpfen:
- Sägespäne: Wer Kleintiere zu Hause hat oder eine Tischlerei in der Nähe, kann zur Not Sägespäne bzw. Kleintierstreu aus dem Drogeriemarkt zur Absicherung von Treppen und Gehwegen nutzen.
- Sand, Kies oder Asche: Holzasche aus dem Kamin kann zum Abstumpfen von Wegen verwendet werden. Natürlich sind auch Sand und Kies mögliche Streumittel, wenn man sie denn noch bekommt. Notfalls muss der Sandkasten als letzte Reserve herhalten, manche Baumärkte haben zudem auch noch Rasensand oder Spielsand vorrätig, der ebenfalls abstumpft. Faustregel für alle Streumittel: Je gröber das Streumittel ist, desto großzügiger sollte es aufgetragen werden.
