Gewaltverbrechen in Güstrow
: Tatverdächtige Frau im Mordfall Fabian festgenommen

Nach wochenlangen Ermittlungen wurde eine Frau wegen dringenden Mordverdachts am achtjährigen Fabian verhaftet. Laut Medienberichten handelt es sich um die Ex-Freundin des Vaters.
Von
dpa
Rostock/Güstrow
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Kerzen, Plüschtiere und ein Schild «In Trauer um Fabian» stehen vor dem Beginn des Trauergottesdienstes zum Abschied des achtjährigen Fabian am Eingang zur Marienkirche. Die Leiche des Kindes war am 14.10.2025, vier Tage nach seinem Verschwinden, in einem Wald nahe Güstrow gefunden worden. (zu dpa: «Nach Fabians Tod Frau unter Mordverdacht in Haft»)

Jens Büttner/dpa
  • Frau in Güstrow wegen Mordverdachts an achtjährigem Fabian verhaftet.
  • Leiche des Jungen am 14.10.2025 in einem Wald bei Klein Upahl gefunden.
  • Fabian wurde laut Obduktion am Tag seines Verschwindens, dem 10.10.2025, getötet.
  • ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ brachte 33 neue Hinweise ein.
  • Polizei durchsuchte mehrere Objekte in der Region, Festnahme unabhängig von TV-Bericht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Knapp vier Wochen nach dem gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow ist ein Haftbefehl wegen dringenden Mordverdachts gegen eine Frau ergangen. Dieser sei bereits vollstreckt worden, teilte Staatsanwalt Harald Nowack am Donnerstag in Rostock mit. Die Frau stehe im Verdacht, den Jungen umgebracht zu haben. Nähere Angaben zu der Tatverdächtigen machte Nowack nicht. Laut Informationen des „Spiegel“ soll es sich um die Ex-Freundin von Fabians Vater. Sie hatte angegeben, die Leiche vier Tage nach Verschwinden des Kindes gefunden zu haben. Laut „Bild“ wurde am Donnerstag ihr Haus durchsucht.

Die Leiche des vermissten Kindes war Mitte Oktober nach mehrtägiger Suche rund 15 Kilometer südlich von Güstrow an einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt worden. Die Obduktion hatte laut Staatsanwaltschaft ergeben, dass der Junge Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Den Ermittlungen zufolge wurde Fabian bereits am Tag seines Verschwindens, dem 10. Oktober, getötet.

ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ berichtet über Fall

Nach wochenlangen Ermittlungen ohne greifbare Ergebnisse hatte am Mittwochabend auch die ZDF-Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ über den Fall berichtet. Danach seien 33 Hinweis eingegangen, deren Wertigkeit noch geprüft werde. „Die Durchsuchungsmaßnahmen und auch die Festnahme heute hatten nicht mit der Sendung gestern zu tun“, sagte Nowack in seinem kurzen Statement in Rostock.

Am frühen Donnerstagmorgen durchsuchten Polizeibeamte mehrere Objekte in der Region. Dabei habe es sich um Objekte mehrerer Personen in Reimershagen im Landkreis Rostock sowie um ein Objekt im benachbarten Rum Kogel gehandelt, sagte eine Polizeisprecherin. In Reimershagen hatte es im Zusammenhang mit dem Tod des Jungen aus Güstrow schon vorher Durchsuchungen gegeben, auf dem Gelände eines landwirtschaftlichen Betriebs.

Was wir zu dem Fall wissen und was wir nicht wissen

Was wir wissen:

  • Zeit: Am Freitag, 10. Oktober, meldet die Mutter Fabian als vermisst. Der Junge war wegen Unwohlseins nicht zur Schule gegangen und allein zu Hause geblieben. Als die Mutter von der Arbeit zurückkam, war er nicht da und tauchte auch zu den sonst üblichen Zeit nicht wieder zu Hause auf. Vier Tage später wird die Leiche des Jungen gefunden.
  • Opfer: Fabian lebt bei der alleinerziehenden Mutter, hat aber auch Kontakt zum Vater, der in einem Dorf südlich von Güstrow wohnt. Anfangs wird vermutet, dass der Junge möglicherweise mit dem Bus zum Vater fahren wollte. Spürhunde hatten laut Polizei am Busbahnhof angeschlagen.
  • Tatablauf: Das Kind wurde Opfer eines Gewaltverbrechens, teilte die Staatsanwaltschaft nach der Obduktion des Leichnams mit. Die Ermittler gehen davon aus, dass Fabian bereits am Tag seines Verschwindens getötet wurde. Ein Sexualdelikt schließen sie aus. Den Angaben zufolge wurde der Leichnam des Kindes angezündet - vermutlich zur Verschleierung der Spurenlage.
  • Ermittlungen: Die Behörden gingen zunächst nicht von einer Straftat aus. Mit öffentlichen Aufrufen und einem Großaufgebot der Polizei wurde nach dem Jungen gesucht. Nachdem Leichenspürhunde an einem Güstrower Seeufer angeschlagen hatten, kamen dort auch Taucher zum Einsatz, fanden aber nichts. Die Leiche des Jungen wurde schließlich nach dem Hinweis einer dort lebenden Frau 15 Kilometer von Güstrow entfernt an einem Tümpel gefunden. Den Fundort der Leiche hatten die Behörden vergleichsweise rasch wieder freigegeben. Erst danach wurde großflächig nach einer möglichen Tatwaffe oder weiteren Spuren gesucht. Auch das Haus des Vaters und ein Gehöft waren von der Polizei durchsucht worden. Am Donnerstag gab es weitere Durchsuchungen in der Region und schließlich eine Festnahme.
  • Tatverdächtige: Knapp vier Wochen nach dem Verschwinden des Jungen wird eine Frau in Untersuchungshaft genommen. Laut Staatsanwaltschaft besteht gegen sie Mordverdacht.
  • Fernsehen: Am Mittwochabend war der Fall Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“. Nach dem Zeugenaufruf gingen laut Staatsanwaltschaft mehr als 30 Hinweise bei den Ermittlern ein, die nun geprüft würden.

Was wir nicht wissen:

  • Tathergang: Wie Fabian zu Tode kam, teilte die Polizei bislang nicht. Der Tatvorwurf lautet aber Mord. Tatort: Weiterhin nicht bekanntgegeben wurde, wo das Kind ums Leben kam. Als unwahrscheinlich aber gilt, dass der Fundort auch Tatort war.
  • Tatverdächtige: Zur Identität der Frau machen die Behörden keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft verwies zudem auf die Unschuldsvermutung, die bis zu einem Gerichtsurteil gelte.