Gestrandeter Wal in der Ostsee: Was passiert mit Timmy, wenn er stirbt?

Weitere Entwicklung zum Buckelwal in der Ostsee: 23.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Fährdorf (poel): Ein Helfer versucht, mit dem Buckelwal vor der Insel Poel zu kommunizieren. Der vor drei Wochen bei Wismar gestrandete Buckelwal liegt weiterhin im Flachwasser fest. Eine privaten Initiative versucht seit Tagen, den Wal zu retten. Foto: Jens Büttner/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Jens Büttner/dpaSeit dem 23. März beschäftigt das Schicksal des gestrandeten Buckelwals Deutschland. Der inzwischen Timmy getaufte Meeressäuger befindet sich in einer misslichen Lage. Sollte die Rettung nicht doch noch wundersamerweise gelingen, spricht vieles für ein Versterben des Tieres. Doch was geschieht in diesem Fall mit dem Kadaver?
So wird der tote Wal weggeschafft
Nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums soll der Wal nach seinem Tod obduziert werden. Dazu soll der tote Wal zur Insel Dänholm gebracht werden. Dort können ihn Wissenschaftler und Meeresexperten in aller Ruhe obduzieren. So soll nicht nur die Todesursache geklärt werden, sondern auch, ob der Wal Krankheiten hatte. Im Anschluss soll der Großteil des Körpers durch ein spezialisiertes Entsorgungsunternehmen beseitigt werden. Das Skelett dagegen könnte dem Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock zur Verfügung gestellt werden, um es für Forschung, Lehre und Bildungsarbeit zu nutzen. Ein entsprechendes Angebot ist derzeit in Prüfung.
Könnte der Wal explodieren?
Wenn Wale sterben, kann sich der Kadaver durch die Verwesungsgase enorm aufblähen. Sollte die Haut dann durchstochen werden, kann es zu einer regelrechten Explosion kommen. Im Falle von Timmy wird dies aber nicht passieren, da der Körper zur Obduktion weggeschafft werden soll. Entsprechend wird darauf geachtet, dass die Gase nicht zur Detonation führen.
Wie geht es dem Wal?
Nachdem der 12,35 Meter lange und etwa 12 Tonnen schwere Buckelwal am 3. März 2026 erstmals im Wismarer Hafen gesichtet und aus Netzen befreit wurde, begann seine Odyssee. Am 23. März saß er vor Timmendorfer Strand fest, konnte sich aber über eine künstlich gebaggerte Rinne am 27. März vorerst befreien, bevor er am 31. März in das nur 1,50 Meter tiefe Flachwasser der Kirchsee bei Poel schwamm und dort erneut manövrierunfähig wurde.
Sein Zustand ist kritisch: Die Atemfrequenz liegt bei etwa einem Stoß alle 4 bis 5 Minuten, die Haut weist durch den geringen Salzgehalt der Ostsee schwere Schäden und Blasenbildung auf, und er liegt zu etwa 40 cm mit dem Rücken über der Wasseroberfläche, was massiven Druck auf seine Organe ausübt. Nachdem er am 20. April bei steigendem Pegel überraschend zwei Stunden lang eigenständig schwamm, blieb er am Ausgang der Bucht erneut liegen.
