Gestrandeter Wal an der Ostsee: Livestream zeigt die Rettungsaktion heute

Robert Marc Lehmann (im Wasser), Biologe, arbeitet an dem gestrandeten Wal in der Ostsee. Heute läuft ein neuer Rettungsversuch.
Daniel Bockwoldt/dpaVor der Küste von Niendorf (Timmendorfer Strand) ist Montagfrüh ein Buckelwal auf einer Sandbank gestrandet. Hier gibt es die Rettungsaktion am Donnerstag, 26.03.2026, im Livestream.
Webcam live: Rettung des Buckelwals am Timmendorfer Strand
Gestrandeter Wal an der Ostsee aktuell
Fachleute haben einen weiteren Versuch unternommen, den vor Timmendorfer Strand festsitzenden Buckelwal zu befreien. Bagger begannen zunächst in einiger Entfernung damit, eine Rinne in den Sand zu ziehen. Vorsichtig und schrittweise soll sich bis auf wenige Zentimeter an den Kopf des Tieres angenähert werden, um ihm einen Weg ins tiefere Wasser zu öffnen. Ein schwimmender Schaufelbagger gräbt nun direkt um das Tier herum, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtet. Auch ein Taucher unterstützt den Meeressäuger dabei, ins Freie zu kommen. Die Arbeiten werden durch Wind und Strömung erschwert. Der Wal reagierte auf die Annäherung mit Bewegungen und lautem Schnauben, gilt nach Einschätzung von Experten aber weiterhin als vergleichsweise stabil und kann seinen Kopf noch anheben.
Frühere Rettungsversuche waren erfolglos. Ein eingesetzter Saugbagger konnte den verdichteten Sand nicht ausreichend lösen. Auch das Hochwasser in der Nacht auf Dienstag reichte laut einem Polizeisprecher nicht aus, damit sich das rund zehn Meter lange Tier selbstständig befreien konnte. In den vergangenen Tagen waren unter anderem Boote der Polizei, Schlauchboote, Drohnen sowie zahlreiche Helfer und ITAW-Experten im Einsatz. Durch das Erzeugen von Wellen mit Booten sollte dem Wal der Weg zurück ins tiefere Wasser erleichtert werden, jedoch ohne Erfolg.
Buckelwal größer als zunächst angenommen
Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) erklärte gegenüber der dpa, das Tier sei vermutlich zwischen 12 und 15 Meter lang. Das Gewicht wird demnach auf etwa 15 Tonnen geschätzt. Eine genaue Altersbestimmung ist schwierig, unter anderem wegen Hautveränderungen, die im Zuge der Strandung aufgetreten sind.
Lübecker Bucht: Was macht der Buckelwal in der Ostsee?
Experten vermuten, dass große Wale wie Buckelwale in die Ostsee gelangen, wenn sie auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen und sich dabei verirren. Zusätzlich kann Unterwasserlärm ihre Orientierung stören. Vor allem jüngere Tiere erkunden häufiger neue Gebiete und geraten dadurch leichter in flache Bereiche. Nach Einschätzung von Sven Biertümpfel von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd handelt es sich vermutlich um ein junges männliches Tier, da Bullen eher weite Wanderungen unternehmen als Weibchen. Zudem könnte es sich um denselben Wal handeln, der zuvor bereits im Hafen von Wismar beobachtet wurde.
Die Ostsee ist kein natürlicher Lebensraum für große Wale. Heimisch sind dort lediglich Schweinswale, deren Bestände jedoch als bedroht gelten. Buckelwale hingegen gehören zu den größten Meeressäugern und können bis zu 15 Meter lang und rund 35 Tonnen schwer werden. Immer wieder werden einzelne Tiere in der Ostsee gesichtet, ein möglicher Grund ist laut Experten auch eine gewachsene Population. Viele Tiere finden später wieder den Weg zurück in die Nordsee. Strandungen bleiben selten, stellen aber aufgrund des enormen Gewichts und der Stressanfälligkeit der Tiere eine große Herausforderung für Rettungsteams dar.
Mit Material der dpa und AFP
