Gerichtsprozess in BW
: Nach Kritik am Fahrstil: Mann wird versuchter Mord vorgeworfen

Er fühlte sich kritisiert, nahm Maß und gab Gas. Mehrfach fuhr er laut Anklage auf seinen Kritiker zu. Nun steht ein Autofahrer wegen versuchten Mordes vor Gericht.
Von
dpa
Gäufelden
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In einem Prozess um einen Streit und eine Bedrohung in der Tempo-30-Zone steht ein junger Mann wegen versuchten Mordes vor Gericht in Stuttgart (Symbolbild).

Marijan Murat/dpa
  • Mann steht wegen versuchten Mordes nach Streit in Tempo-30-Zone vor Gericht in Stuttgart.
  • Anklage: Er fuhr mehrfach auf Kritiker zu, der sein Fahrverhalten beanstandet hatte.
  • Opfer warf Kamera auf Auto, um Zusammenstoß zu verhindern.
  • Prozess beginnt am 08.11., Jugendkammer plant zwei Fortsetzungstermine bis 19.11.
  • Persönliche Details: Angeklagter war bei Tat 18 Jahre alt, Opfer 62 Jahre alt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Anklage liest sich wie das Drehbuch eines amerikanischen Krimis: Ein Mann soll in Gäufelden (Kreis Böblingen) mit seinem Auto mehrfach auf einen anderen zugehalten haben, weil dieser ihn wegen des Tempolimits kritisiert und verärgert haben soll. 

Nur knapp konnte nach Polizeiangaben ein Zusammenstoß verhindert werden, bevor der Fahrer Gas gab und gemeinsam mit seinem Bruder die Flucht ergriff. An diesem Freitag (08.11.) muss sich der Mann wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht verantworten (9.00 Uhr).

Aus einer Handbewegung wird versuchter Mord

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft war der damals 18-Jährige an einem späten Abend im März 2024 mit seinem Bruder zu schnell in einer Tempo-30-Zone unterwegs. Das mutmaßliche Opfer signalisierte dies dem Fahrer durch Handzeichen, der Fahrer bremste, stieg aus, es kam zum Streit und der Passant wurde zu Boden gestoßen. Der angeklagte Mann fuhr zwar zunächst weiter, drehte seinen Wagen aber und fuhr auf seinen mutmaßlichen Kritiker zu, der ausweichen konnte, wie Polizei und Landgericht mitteilten.

Opfer wirft mit seiner Kamera 

Erneut habe der Wagen gewendet und sei wieder auf den damals 62-Jährigen und auch auf seine hinzugekommene Frau zugefahren. Das mutmaßliche Opfer habe aber eine Kamera auf das Auto geworfen, sodass der angeklagte Fahrer reflexartig ausgewichen und davongefahren sei.

Die Jugendkammer hat lediglich zwei Fortsetzungstermine bis zum 19.11. angesetzt.