Gericht
: Mordprozess nach tödlicher Messerattacke in Linienbus beginnt

Nach einer tödlichen Messerattacke in einem Linienbus in Obergünzburg (Landkreis Ostallgäu) startet am Dienstag ein Mordprozess am Kemptener Landgericht.
Von
lsw
Kempten
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In Kempten wird der Messerangriff in einem Linienbus verhandelt.

Symbolbild, Archiv

Nach einer tödlichen Messerattacke in einem Linienbus in Obergünzburg (Landkreis Ostallgäu) startet am Dienstag ein Mordprozess am Kemptener Landgericht. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Juli 2020 mit einem Küchenmesser mehrfach auf seine damals getrennt lebende Ehefrau eingestochen und sie so getötet zu haben (Az. 210 Js 12078/20). Mehrere Schüler hatten den Angriff im Bus miterlebt.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft war Rache das Motiv für die Tat. Dem Mann mit afghanischer Staatsbürgerschaft war es demnach im Februar 2020 verboten worden, mit seiner Frau Kontakt aufzunehmen. Er habe sie zuvor geschlagen und gedroht, sie mit einem Messer zu erstechen. In der Folge habe sich der 38–Jährige daran gestört, nicht mehr die Rolle des Familienoberhaupts erfüllen zu können.

Mit einem Urteil ist nach Angaben des Gerichts voraussichtlich Mitte Februar zu rechnen. Bei einer Verurteilung droht dem Mann eine lebenslange Haftstrafe.