Die Fußball-Legende Gerd Müller ist tot. Der frühere Torjäger des FC Bayern und Ex-Nationalspieler ist am frühen Sonntagmorgen im Alter von 75 Jahren gestorben, teilte der FC Bayern München mit.

Fußball-Legende Gerd Müller ist verstorben

Kein deutscher Angreifer vor und nach ihm erreichte seine Klasse. Keiner erzielte so viele Tore. Gerd Müller war der Rekordtorschütze in der deutschen Fußball-Bundesliga. Nun ist der frühere Weltklasse-Torjäger im Alter von 75 Jahren gestorben.
Er hinterlässt seine Frau Uschi und eine Tochter. Die schwere Krankheit von Gerd Müller berührte zuletzt die Nation. Er hatte Alzheimer und lebte seit Jahren in einem Pflegeheim. Dort wurde er bis zuletzt professionell betreut.

Der FC Bayern trauert um Gerd Müller

„Heute steht die Welt des FC Bayern still“, schreibt der FC Bayern München auf seiner Seite im Internet zum Tod von Gerd Müller. „Der deutsche Rekordmeister und seine gesamte Fangemeinde trauern um Gerd Müller, der am frühen Sonntagmorgen im Alter von 75 Jahren gestorben ist“, heißt es weiter in der Mitteilung des FCB.
„Die Nachricht von Gerd Müllers Tod macht uns alle tief betroffen“, äußerte sich Vereinspräsident Herbert Hainer. „Er ist eine der größten Legenden in der Geschichte des FC Bayern, seine Leistungen sind bis heute unerreicht und werden auf ewig Teil der großen Geschichte des FC Bayern und des gesamten deutschen Fußballs sein“, sagte der Vorstandsvorsitzende Oliver Kahn und versprach: „Gerd wird für immer in unseren Herzen sein.“
Müller war im Sommer 1964 als 18-Jähriger vom schwäbischen Amateurligisten TSV 1861 Nördlingen zum FC Bayern gekommen.

Die ganze Fußball-Welt trauert um Gerd Müller

Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes hat mit großer Betroffenheit auf den Tod von Stürmer-Legende Gerd Müller reagiert. „Mit Gerd Müller geht ein großes Stück deutsche Fußball-Geschichte“, sagte DFB-Interimspräsident Peter Peters. „Unser Mitgefühl gehört seinen Angehörigen, hinter denen schwere Zeiten liegen und denen wir in dieser Situation viel Kraft wünschen. Zugleich blicken wir voller Hochachtung und Dankbarkeit auf das Lebenswerk von Gerd Müller. Für mich ist er der beste Stürmer in der Geschichte des Fußballs.“

Weltklasse-Stürmer Gerd Müller war „Bomber der Nation“

Die Wohlfühlzone im Leben von Gerd Müller umfasste exakt 665,28 Quadratmeter. Denn als Fußballer war der nur 1,76 Meter große Stürmer der König des Sechzehnmeterraums. Wenn der „Bomber der Nation“ in Tornähe an den Ball kam, hat es meistens Bumm gemacht. Müller erzielte für den FC Bayern in 607 Pflichtspielen insgesamt 566 Treffer und ist mit 365 Toren unangefochtener Rekordtorschütze der Bundesliga. Mit der Nationalmannschaft wurde er 1972 Europameister und 1974 Weltmeister. Insgesamt traf er in 62 Einsätzen für Deutschland 68-mal.
Das Tor für die Ewigkeit schoss er am Ende seiner viel zu früh beendeten DFB-Karriere. Im WM-Finale 1974 erzielte er im Münchner Olympiastadion das 2:1 gegen die Niederlande. „Ich habe schönere Tore gemacht, aber das wichtigste war dieses Weltmeistertor“, sagte er.
Der deutsche Stürmer Gerd Müller (l.) schießt aus der Drehung am niederländischen Abwehrspieler Ruud Krol vorbei und erzielt so den 2:1-Siegtreffer im WM-Finale 1974 in München.
Der deutsche Stürmer Gerd Müller (l.) schießt aus der Drehung am niederländischen Abwehrspieler Ruud Krol vorbei und erzielt so den 2:1-Siegtreffer im WM-Finale 1974 in München.
© Foto: Werner Baum/dpa

Die Erfolge von Gerd Müller

Tore waren sein Markenzeichen. Das wichtigste schoss Gerd Müller im WM-Finale 1974. Der FC Bayern verdankt dem Torjäger seinen rasanten Aufstieg zum Topclub.
  • Weltpokal
  • dreimal Europapokal der Landesmeister
  • Europapokal der Pokalsieger
  • vier Mal Deutscher Meister
  • vier Mal DFB-Pokalsieger
  • mit der Nationalmannschaft 1972 Europameister
  • 1974 Weltmeister
  • nach seiner Karriere blieb er dem FC Bayern lange als Trainer für Nachwuchsbereich erhalten.
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Krankheit von Gerd Müller: Er litt unter Alzheimer

Bei der heimtückischen Erkrankung Alzheimer geht das Gedächtnis verloren. Das Wesen des Betroffenen verändert sich. Der FC Bayern hatte die schwere Erkrankung wenige Wochen vor Müllers 70. Geburtstag publik gemacht. Dieses Schicksal berührte über die Fußballszene hinaus viele Menschen in Deutschland.
Zum 75. Geburtstag sprach Ehefrau Uschi Müller über den Gesundheitszustand ihres Mannes. „Er ist immer ein Kämpfer gewesen, war immer tapfer, sein ganzes Leben lang. Das ist er auch jetzt. Der Gerd schläft seinem Ende entgegen“, schilderte sie in der „Bild“-Zeitung.
Fußball-Idol Uwe Seeler, in der Nationalmannschaft lange Sturmkollege Müllers, sprach von Traurigkeit, als er von Müllers Erkrankung erfuhr. Uli Hoeneß nannte das Los des alten Kameraden furchtbar. Für den Vereinspatron des FC Bayern war „der Gerd“ stets mehr als ein großartiger Fußballer. Er vor für ihn vor allem „ein feiner Mensch“.