Ein helles Gelb strahlt am Samstag, den 6.2., vom Himmel in Ulm und ganz Baden-Württemberg. Das Wetterphänomen steht normalerweise für Unwetter und Hagel - doch es tut sich nichts: gelber Himmel, gelbes Licht, gelber Nebel, gelber Regen. Nicht mehr. Was also steckt dahinter? Wir haben die Experten vom Deutschen Wetterdienst gefragt.

Darum ist ein gelber Himmel über Baden-Württemberg am 6.2.21

Das Wetterphänomen ist nicht nur über Ulm oder gar Baden-Württemberg zu sehen. Nein, es reicht vom Nordosten Spaniens über Lyon und die Côte d'Azur bis nach Baden-Württemberg - und sogar in die Schweiz. Der gelbe Himmel am Samstag hüllte alles in trübes gelbes Licht. Der Grund: Der Sand aus der Sahara-Wüste hatte sich wieder mal auf den Weg gemacht. In Deutschland war hauptsächlich Baden-Württemberg davon betroffen.
Gelber Himmel über Teilen Frankreichs, Spaniens, Deutschlands (Baden-Württemberg) und der Schweiz. Auf dem Foto strahlt das gelbe Licht auf das Ulmer Münster herunter.
Gelber Himmel über Teilen Frankreichs, Spaniens, Deutschlands (Baden-Württemberg) und der Schweiz. Auf dem Foto strahlt das gelbe Licht auf das Ulmer Münster herunter.
© Foto: Lars Schwerdtfeger

Gelber Himmel - Aus ganz Baden-Württemberg und sogar aus der Schweiz kamen Anrufe

„Menschen von überall haben schon angerufen. Nicht nur aus Ulm und Baden-Württemberg. Sogar aus der Schweiz haben uns Anrufe erreicht“, sagte Clemens Steiner vom Deutschen Wetterdienst. Staub und Sand aus der Sahara könne gelegentlich bei entsprechender Wetterlage bis nach Deutschland gelangen. Dabei wird feiner Sand aus der Sahara-Wüste vom heißen Wind über das Meer weitergetragen. Dadurch ist die Sichtweite stark begrenzt und der Himmel scheint gelb zu strahlen. Dort wo Regen herunterkam, blieben die feinen gelb bis gelbroten Partikel des Wüstensands auch liegen.
Über der Stadt Lyon hing ein besonders trübes Licht, in manchen Regionen war der Schnee gelb eingefärbt. Mancherorts war der Himmel eher rosa. Ein Wind aus dem Süden habe Sand aus der Sahara nach Frankreich getragen, klärte die Präfektur der Region Auvergne Rhône Alpes über das Wetterphänomen auf.

Wetterphänomen „Blutregen“ - Gelbroter Sandstaub auch in Spanien

Der Saharastaub ließ auch Millionen von Spaniern im Osten und Nordosten des Landes staunen. Schon am frühen Morgen bedeckte eine dünne gelbrötliche Schicht Gehwege und Straßen, Autos und Balkone. Betroffen waren unter anderem die Regionen Valencia, Balearen mit der Urlaubsinsel Mallorca, Katalonien und Aragonien. In den Mittelmeer-Städten Alicante und Valencia gingen nach Medienberichten Tausende von Menschen auf die Straße, um Fotos zu machen oder ein bisschen Wüstenstaub aufzusammeln und nach Hause zu tragen.
Blutregen“ wird das Wetterphänomen genannt, weil es normalerweise von Niederschlägen begleitet wird. Diesmal war es aber (seltener) trockener Staub. Und sehr viel davon. So viel Saharastaub sei das letzte Mal in Spanien 2018 vom Himmel gefallen, sagte Wetterexperte Jorge Olcina der Zeitung „Información“.