Gefräßiger Japankäfer in BW: So erkennt man die invasive Art

Insektizideinsatz gegen den Japankäfer in einem Garten in Kloten bei Zürich. Auch in Baden-Württemberg wurde der Japankäfer nachgewiesen. Wie man das Insekt erkennt und wo man Funde melden kann.
Walter Bieri/dpaEin gefräßiger Käfer sorgt in Baden-Württemberg für Aufregung: Der Japankäfer wurde in der Freiburger Innenstadt festgestellt. Daraufhin wurde ein Sperrkreis eingerichtet, um die weitere Ausbreitung des Insekts zu verhindern. Das hat massive Einschränkungen für Bewohnerinnen und Bewohner der Sperrzone zur Folge.
Warum der Japankäfer so gefährlich ist, wie man das gefräßige Insekt erkennt und was dann zu tun ist.
Der Japankäfer in BW: Darum ist er so gefährlich
Der Japankäfer (Popillia japonica) gilt als invasive Art. Das Insekt stammt ursprünglich aus Asien und kann vor allem in der Landwirtschaft massive Schäden anrichten. Die Käfer fallen über Obstplantagen, Weinberge, Wälder, Grünanlagen und Gärten her und fressen bei mehr als 400 Pflanzenarten alles kahl, wie das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) berichtet.
Eingeschleppt wurde der Käfer wahrscheinlich schon in den 1970-er Jahren auf den Azoren. Später wurden auch in Italien Populationen gefunden. Von dort gelangte der Japankäfer 2017 in die Schweiz und von hier wiederum nach Süddeutschland. Allein in der Schweiz werden die potenziellen Schäden auf mehrere Hundert Millionen Franken (mehrere Hundert Millionen Euro) pro Jahr geschätzt. In der Schweizer Grenzstadt Basel war Mitte vergangenen Jahres eine Japankäfer-Population entdeckt worden. In der Schweizer Flughafengemeinde Kloten bei Zürich wurden im vergangenen Jahr Fußballplätze mit Plastikfolie abgedeckt, um die Käfer zu bekämpfen, auch Insektizide wurden eingesetzt.
Natürliche Feinde hat das Insekt hierzulande nicht, auch darum ist die Sorge vor einer Ausbreitung in Deutschland groß. In der EU gehört der Japankäfer zu den Schädlingen, die systematisch bekämpft werden müssen.
Japankäfer in Freiburg: Sperrzone errichtet
Freiburg ist als erste deutsche Großstadt von Beschränkungen dieser Art betroffen. Im Bereich des Güterbahnhofs der Schwarzwaldmetropole wurden im laufenden Jahr zahlreiche Käfer gefunden. Es gibt die Vermutung, dass sie eingeschleppt wurden. Weil in der Schweiz nahe der deutschen Grenze Japankäfer entdeckt wurden, gibt es auch hier bereits Schutzbereiche.
Um eine weitere Ausbreitung des gefräßigen Japankäfers zu verhindern, müssen sich Bürger in Teilen Freiburgs nun an Einschränkungen halten. In einer sogenannten roten Befallzone nördlich der Innenstadt gelten seit Anfang August strenge Regeln für die Ausfuhr von Pflanzen und Erde aus diesem Schutzbereich. Außerdem dürfen die Bewohner der Sperrzone bis Ende September keine Rasen- und Grünflächen mehr bewässern, ihren Grünschnitt nicht aus der Zone bringen und auch Obst und Gemüse muss genauestens kontrolliert werden. Um die rote Befallzone herum wurde eine Pufferzone eingerichtet. Auch hier gelten strenge Auflagen. Welche Bereiche aktuell als „befallen“ gelten, zeigt diese Karte des Landesamtes Breisgau-Hochschwarzwald.

Eine Lockstofffalle für den Japankäfer. Diese Fallen dürfen nicht berührt werden.
Philipp von Ditfurth/dpaSo erkennt man den Japankäfer
Der Japankäfer ist etwa einen Zentimeter groß, hat einen metallisch glänzenden grünen Kopf und braune Flügel. An jeder Hinterleibseite hat das Insekt fünf weiße Haarbüschel, zwei weitere am Ende des Hinterleibs, die relativ stark auffallen. Die Engerlinge (Larven) unterscheiden sich von anderen Engerlingen durch v-förmig angeordnete Borsten am hintersten Körpersegment. Die Puppe gleicht der Form nach einem erwachsenen Käfer.

Der Japankäfer (Popillia japonica) ist gut an den „Haarbüscheln“ am Hinterlaib zu erkennen.
Uli Deck/dpaJapankäfer in Baden-Württemberg entdeckt? Das muss gemeldet werden
Das LTZ Augustenberg bittet darum, Käfer, auf die die Merkmale des Japankäfers zutreffen, zu fangen (zum Beispiel in einem Schraubglas) und zu fotografieren. Das Foto soll dann mit Angabe des Fundortes per E-Mail an pflanzengesundheit-kaefer@ltz.bwl.de geschickt werden. Dort werden die Bilder ausgewertet und bei Bedarf weitere Maßnahmen ergriffen. Hier gibt es darüber hinaus ein Online-Meldeformular.
