Gefährlicher Fisch in der Nordsee
: Achtung! Dieser Meeresbewohner ist giftig und kann stechen

Dieser giftige Fisch in der Nordsee sorgt immer wieder für Angst am Strand. Um welchen gefährlichen Meeresbewohner es geht und wo man besonders aufpassen sollte.
Von
Doreen Matschuk
Hamburg
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Ein Petermännchen schwimmt in einem Aquarium im "Multimar Wattforum".

Giftiger Fisch in der Nordsee: Vor diesem gefährlichen Meeresbewohner sollten Sie sich in Acht nehmen! Wo man besonders aufpassen sollte.

Wolfgang Runge / dpa

Dieser Meeresbewohner in Nord- und Ostsee sorgt immer wieder für Aufsehen und Angst am Strand. Ein giftiger Fisch in unseren Breitengraden? Scheinbar ist das möglich. Um welchen Fisch es geht und wo man besonders aufpassen sollte.

Verbreitet ist er überwiegend im östlichen Atlantik, in der Nordsee, sowie in Teilen des Mittelmeers und Schwarzen Meeres, aber auch in der westlichen Ostsee wurde er schon gesichtet.

Seine Giftstacheln sorgen für Schmerzen, Übelkeit und Kreislaufkollaps

Seine Giftstacheln an Rückenflosse und Kiemendeckel enthalten Dracotoxin (Drachengift) und Serotonin, die eine starke Histaminfreisetzung auslösen. Ein Stich verursacht extreme Schmerzen, Schwellungen, Rötung, Blasenbildung, in schweren Fällen sogar Übelkeit, Kreislaufkollaps oder Herzrhythmusstörungen.

Allergische Reaktionen sind möglich, aber bisher ist kein Todesfall bekannt. Das Petermännchen zählt zu den giftigsten Fischen Europas, wussten Sie das?

Der Fisch vergräbt sich und ist kaum sichtbar

Das Petermännchen ist 15 bis 53 Zentimeter lang und lebt bevorzugt in flach sandigen Zonen bis etwa 15 m Tiefe, taucht aber auch in Tiefen bis 150 m ab. Im Sommer (Juni bis August) jedoch wandert er oft in flache Küstenbereiche zum Laichen und gräbt sich während des Tages im Sand ein. Und genau hier lauert die Gefahr! Meist auf Sandbänken, auf denen Kinder spielen oder man gern einen Spaziergang entlang des Wassers macht. Der Fisch ist kaum sichtbar und „stört“ man ihn, verteidigt er sich mit seinen Giftstacheln.

30 bis 40 Stiche im Jahr an deutschen Küsten vom Petermännchen

An den deutschen Küsten werden jährlich 30 bis 40 Menschen von Petermännchen gestochen. Der Stich führt zu einem stechenden Schmerz, welcher stärker als nach einem Bienen- oder Wespenstich beschrieben wird. Sollte dieser Fall eintreten, ist schnelle Hilfe angesagt.

Erste Hilfe bei einem Stich vom Petermännchen

  • Stachel sofort entfernen, die Wunde desinfizieren
  • Die Einstichstelle rasch und kurze Zeit über 50 °C erhitzen (z. B. heißes Wasser, Föhn, elektrischer Stichheiler) und im Anschluss kühlen
  • Unbedingt ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen

Was Sie auf keinen Fall nach einem Stich tun sollten

Die folgenden Dinge sollten Sie auf keinen Fall nach einem Stich tun. Das kann die Situation verschlimmern und Infektionen begünstigen.

  • Die Wunde aufzuschneiden,
  • das Gift aussaugen
  • mit Sand zu reiben
  • eine Blutsperre bzw. einen Druckverband anzulegen
  • auf die Stichstelle zu urinieren

So kann man sich vor dem giftigen Stich schützen

Wenn man sich auf Sandbänken aufhält, direkt am Wasser lang läuft oder baden geht, wird empfohlen, Badeschuhe zu tragen, da diese das Risiko verringern, gestochen zu werden.

Angler sollten sich ebenfalls schützen und Handschuhe tragen, wenn sie einen Fisch von der Angel oder aus dem Netz nehmen. Auch Taucher und Schnorchler könnten gefährdet sein. Sie halten besser Abstand zum Meeresboden.