Füllstand der Gasspeicher aktuell
: So steht es um die Gasreserven in Deutschland

In Deutschland sind die Gasspeicher so leer wie lange nicht. Wie sehen die Füllstände aktuell aus und was bedeutet das angesichts der kalten Temperaturen?
Von
Daniel Steiger
Berlin
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Erdgasspeicher Rehden: ARCHIV - 07.07.2025, Niedersachsen, Rehden: Zahlreiche Rohre verlaufen an einer technischen Anlage zur Verdichtung von Erdgas auf dem Gelände des Erdgasspeichers Rehden der SEFE Storage GmbH.  (zu dpa: «Strenger Winter, Gasspeicher leeren sich - Grund zur Sorge?») Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wie gefüllt die die Gasspeicher in Deutschland aktuell?

Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der Winter hat Deutschland weiter fest im Griff. In Ostdeutschland sinken die Temperaturen aktuell wieder auf zweistellige Minusgrade. Die Heizungen laufen deshalb auf Hochtouren. Mit Sorge blicken derzeit Menschen auf die niedrigen Füllstände der Gasspeicher in Deutschland. Wie voll sind sie aktuell und warum sind sie so leer?

Füllstand der Gasspeicher in Deutschland - So steht es aktuell um die Gasreserven

Die Gasspeicher in Deutschland sind aktuell zu 32,44 Prozent gefüllt (Stand: Samstag, 31. Januar 2026). Das geht aus Daten des Verbandes DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT hervor. Im Vergleich zum Vortag ist der Füllstand der Speicher um 0,49 Prozent gesunken. Die Zahlen vom Vorjahr zeigen, dass die Speicher vor genau einem Jahr fast doppelt so voll waren. Laut Bundesnetzagentur betrug der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland am 30. Januar 2025 56,43 Prozent.

Warum sind die Gasspeicher derzeit so leer?

Ein Grund für die aktuell niedrigen Füllstände der Gasspeicher liegt bereits ein paar Monate zurück. Laut den Daten der Bundesnetzagentur wurden die Speicher im vergangenen Sommer nicht so stark befüllt wie in den vergangenen Jahren. So waren die Speicher etwa am 30. August 2024 zu 95,14 Prozent gefüllt, ein Jahr später lediglich zu 72,31 Prozent. Jetzt führen die seit Wochen niedrigen Temperaturen zu einem erhöhten Gasverbrauch in Deutschland. Einen Grund zur Beunruhigung sieht die Politik aber nicht. Nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sind die relativ niedrigen Füllstände in deutschen Gasspeichern kein Grund zur Beunruhigung. Man beobachte die Lage täglich, sagte die CDU-Politikerin am Rande einer Saudi-Arabien-Reise. „Sorgen sind nicht angebracht.“ Die Versorgung sei abgesichert durch Möglichkeiten zum Import von Flüssiggas, sagte Reiche. Sie sei überzeugt, dass das Land gut durch den Winter komme.

Prognose zum Füllstand der Gasspeicher - Wie geht es jetzt weiter?

Wie sich die Füllstände der Gasspeicher entwickeln, kommt auf die Temperaturen an. Der Branchenverband Ines (Initiative Energien Speichern) geht davon aus, dass bei normalen Temperaturen die Füllstände um weitere rund 20 Prozentpunkte zurückgehen. „Sollten wir bei unter 14 Prozent Speicherfüllstand Ende März stehen, könnte das der niedrigste Speicherfüllstand sein, der jemals für Deutschland aufgezeichnet worden ist“, sagt Ines-Geschäftsführer Sebastian Heinermann. Zwar reichten die aktuellen Speichermengen bei normalen Temperaturen zusammen mit den anderen Quellen zur Gasversorgung aus. „Es sollte uns aber nachdenklich machen, dass wir trotz eines vergleichsweise normalen Winters und ohne technische Ausfälle von Gasinfrastrukturen am Ende mit derart leeren Gasspeichern dastehen. Die Versorgung ist auf Kante genäht, und das ist eigentlich zu wenig“, sagt Heinermann.