Führerschein wird billiger: So viel könnte die Fahrerlaubnis bald kosten

Was kostet der Führerschein aktuell und wie teuer könnte er nach der geplanten Reform von Verkehrsminister Schnieder 2026 werden? Eine Übersicht.
Sven Hoppe/dpaDer Führerschein soll günstiger, moderner und sicherer werden. Um diese Ziele umzusetzen, hat Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am Donnerstag (16.10.) Eckpunkte für eine umfassende Reform der Fahrschulausbildung vorgestellt. Inwieweit die Änderungen den Erwerb der Fahrerlaubnis billiger machen und welche Maßnahmen geplant sind - eine Übersicht.
Führerschein-Reform: Diese Maßnahmen sollen die Fahrerlaubnis günstiger machen
Künftig soll die theoretische Ausbildung vollständig digital möglich sein, Präsenzpflicht entfällt. Verkehrsregeln lernen soll dann auch über Apps oder andere digitale Wege möglich sein. Für die Fahrschulen entfällt damit auch die Pflicht, Schulungsräume vorzuhalten, was wiederum die Länder entlasten würde, die in diesem Bereich bis dato Kontrollpflichten haben.
Die Prüfungsfragen sollen um ein Drittel reduziert und stärker auf Verkehrssicherheit ausgerichtet werden. Auch die zahlreichen Sonderfahrten hat das Verkehrsministerium im Visier. Diese sollen in der Praxis zukünftig weniger werden. Ein Vorschlag ist auch, Sonderfahrten teilweise durch Fahrten in Simulatoren zu ersetzen.
Auch das Fahren mit Schaltung könnte komplett virtuell erlernt werden. Zudem wird geprüft, ob Übungsfahrten mit nahestehenden Personen, also zum Beispiel Eltern, erlaubt werden, wie es bereits in Österreich praktiziert wird. Die praktische Prüfung soll 25 statt bisher 55 Minuten dauern.
Und auch die Vergleichbarkeit der Fahrschulen soll in Zukunft stärker gewährleistet werden: Preise und Durchfallquoten von Fahrschulen sollen laut den Vorschlägen online einsehbar sein, um mehr Transparenz zu schaffen. Die Reform soll bis 2026 rechtlich umgesetzt werden und könnte auch für weitere Führerscheinklassen gelten.
Führerscheinkosten 2025: So teuer ist die Fahrerlaubnis im Moment
Ein Pkw-Führerschein kostet in Deutschland meist zwischen 2.500 und 4.500 Euro. Der Preis hängt von der Region, der Fahrschule und der Zahl der Fahrstunden ab. Die Fixkosten sind allerdings bundesweit einheitlich.
- Theoretische Prüfung (TÜV/Dekra): ca. 25 Euro
- Praktische Prüfung (TÜV/Dekra): ca. 130 Euro
- Grundbetrag Theorieunterricht: 350–565 Euro
- Lernmaterialien: 88–119 Euro
- Anmeldung zur Theorieprüfung: 60–137 Euro
- Anmeldung zur Praxisprüfung: 160–289 Euro
- Übungsstunde (45 Minuten): 55–77 Euro
- Sonderfahrten (Überland, Autobahn, Nacht): 60–95 Euro je Fahrt (im Moment mindestens 12 Sonderfahrten, also bis über 1.100 Euro)
- Weitere Pflichtkosten: Erste-Hilfe-Kurs (50–60 Euro); Passfoto (ca. 10 Euro); Gebühren Straßenverkehrsbehörde (38–70 Euro)
Gesamtkosten 2025 laut ADAC und ACE: Wer nur wenige Stunden braucht und eine Fahrschule mit niedrigen Preisen findet, zahlt für den Führerschein ab 2.500 Euro. Bei mehr Fahrstunden und hohen Preisen kommen schnell bis zu 4.500 Euro zusammen.
Wie teuer könnte der Führerschein ab 2026 werden?
Werden alle Maßnahmen wie oben beschrieben umgesetzt, könnte die Ersparnis laut Schnieder „mehrere hundert Euro“ betragen. Vor allem die Sonderfahrten schlagen bisher ordentlich zu Buche. Allein hier könnte eine Reduzierung des allgemeinen Umfangs schon einen mittleren, dreistelligen Betrag ausmachen.
