Freispruch für El Hotzo
: Trump-Posting ist laut Gericht „straflose Satire“

„Satire ist keine Straftat“ – Das Berliner Amtsgericht spricht El Hotzo nach seinem umstrittenen Trump-Posting frei.
Von
Judith Müller
Berlin
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Comedian und Satiriker Sebastian Hotz alias El Hotzo kommt zum Prozess gegen ihn vor dem Amtsgericht Tiergarten. Der 29-Jährige hatte sich vor einem Jahr auf der Plattform X kontrovers über das Attentat auf den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Trump geäußert. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Belohnung und Billigung von Straftaten vor. +++ dpa-Bildfunk +++

Comedian und Satiriker Sebastian Hotz alias El Hotzo kommt zum Prozess gegen ihn vor dem Amtsgericht Tiergarten. Der 29-Jährige hatte sich vor einem Jahr auf der Plattform X kontrovers über das Attentat auf den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Trump geäußert. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Belohnung und Billigung von Straftaten vor. +++ dpa-Bildfunk +++

picture alliance/dpa

Der bekannte Satiriker Sebastian Hotz, besser bekannt unter seinem Pseudonym El Hotzo, wurde heute vom Berliner Amtsgericht Tiergarten freigesprochen. Hintergrund war ein umstrittenes Posting auf der Plattform X (ehemals Twitter), in dem Hotz das Attentat auf US-Präsident Donald Trump kommentiert hatte. Das Gericht urteilte, dass es sich bei seinem Beitrag um „straflose Satire“ handelte.

Comedian und Satiriker Sebastian Hotz alias El Hotzo kommt mit seinen Rechtsanwältinnen Kerstin Schmitt (l) und Carolin Lütcke (r) zum Prozess gegen ihn vor dem Amtsgericht Tiergarten. Der 29-Jährige hatte sich vor einem Jahr auf der Plattform X kontrovers über das Attentat auf den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Trump geäußert. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Belohnung und Billigung von Straftaten vor. +++ dpa-Bildfunk +++

Comedian und Satiriker Sebastian Hotz alias El Hotzo kommt mit seinen Rechtsanwältinnen Kerstin Schmitt (l) und Carolin Lütcke (r) zum Prozess gegen ihn vor dem Amtsgericht Tiergarten. Der 29-Jährige hatte sich vor einem Jahr auf der Plattform X kontrovers über das Attentat auf den damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Trump geäußert. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Belohnung und Billigung von Straftaten vor. +++ dpa-Bildfunk +++

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Der Fall El Hotzo: Was war passiert?

Am 13. Juli 2024 wurde Donald Trump während einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Pennsylvania angeschossen. Ein Zuschauer kam dabei ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Weltweit verbreitete sich das Bild des blutenden Ex-Präsidenten. Auch El Hotzo reagierte auf das Ereignis – in Form eines satirischen Kommentars: „Leider knapp verpasst“, schrieb er auf „X“.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten: Zahlreiche Nutzer, Politiker und Prominente kritisierten den Kommentar als geschmacklos. Hotz selbst löschte das Posting kurz darauf.

Politische und internationale Reaktionen

Schnell schaltete sich auch die Politik ein. FDP-Vize Wolfgang Kubicki kritisierte Hotz scharf und äußerte öffentlich die Erwartung, dass sich die Staatsanwaltschaft mit dem Fall beschäftigen werde. Sogar der umstrittene „X“-Besitzer Elon Musk meldete sich zu Wort und fragte den damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz öffentlich: „Bundeskanzler, was ist das?“

Juristisches Nachspiel – und Freispruch

Tatsächlich erhob die Berliner Staatsanwaltschaft im Januar 2025 Anklage gegen Hotz wegen „Belohnung und Billigung von Straftaten“. Sie forderte eine Geldstrafe von 6.000 Euro. Doch heute, nach nur einer Stunde Verhandlung, folgte der Freispruch:

Das Gericht urteilte, dass die Äußerung eindeutig im Bereich der Satire liege und daher nicht strafbar sei.

Konsequenzen für Hotz: RBB beendet Zusammenarbeit

Trotz des juristischen Erfolgs hatte der Fall berufliche Folgen: Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) trennte sich bereits im Sommer 2024 von El Hotzo. Die Radiosendung „Theoretisch cool“, die Hotz gemeinsam mit Ilona Hartmann moderierte, wird seither ohne ihn fortgesetzt.

El Hotzo: Zwischen Internetphänomen und Kritik

Sebastian Hotz ist seit Jahren eine feste Größe im deutschen Netz-Satirekosmos. Doch er geriet mehrfach in die Kritik:
Im Herbst 2024 machte eine ehemalige Partnerin private Vorwürfe öffentlich. Hotz gab daraufhin Untreue und psychische Übergriffe zu. Er zog sich vorübergehend aus sozialen Medien zurück, kehrte aber im Frühjahr 2025 wieder zurück – unter anderem auf Instagram.