Frauentag in Belgien
: Was am 8. März in Belgien passiert

Der internationale Frauentag ist weltweit Anlass, für mehr Gleichberechtigung und Selbstbestimmung zu demonstrieren. Wie wird der 8. März in Belgien begangen?
Von
Ole Rockrohr
Brüssel
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08.03.2019, Belgien, Brüssel: Aktivistinnen nehmen am Internationalen Frauentag an einem Protest vor dem Europäischen Parlament teil. Am 8. März wird in vielen Ländern weltweit der Internationale Frauentag gefeiert. Vielerorts wird für die Gleichberechtigung und gegen Gewalt gegen Frauen demonstriert. Foto: Francisco Seco/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Proteste zum Frauentag: Aktivistinnen demonstrieren am 8. März 2019 vor dem Europäischen Parlament. Vielerorts wird an diesem Tag für die Gleichberechtigung und gegen Gewalt an Frauen demonstriert.

Francisco Seco/dpa
  • Am 8. März demonstrieren in Belgien Frauen für Gleichberechtigung und gegen Gewalt.
  • Frauen werden seit 2019 zum Streik aufgerufen, um ihre wichtige Rolle zu zeigen.
  • Einige belgische Gewerkschaften unterstützen den Streik, z.B. Brüsseler U-Bahn-Ausfälle.
  • Der 11. November ist ein weiterer wichtiger Tag der belgischen Frauenbewegung.
  • Aktivistinnen fordern modernere Gesetze zu Abtreibung und Fortpflanzung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Internationalen Frauentag gehen weltweit Tausende auf die Straßen, um für mehr Gleichberechtigung zu kämpfen. Seit 1911 demonstrieren Menschen jährlich für die Gleichstellung der Geschlechter, für eine geschlechtergerechte Bezahlung und gegen Gewalt an Frauen. In Deutschland ist der Tag inzwischen in einigen Bundesländern ein Feiertag. Und auch in Belgien wird jährlich der mangelhaften Gleichstellung der Frau am 8. März gedacht. Wie begehen unsere belgischen Nachbarn den Tag?

Wie in vielen anderen Staaten ist auch in Belgien der 8. März kein gesetzlicher Feiertag. Die Belgier müssen ebenso wie die Franzosen und ein Großteil der Deutschen an diesem Tag ganz normal zur Arbeit.

Doch es gibt auch eine Reihe von Feierlichkeiten und Demonstrationen zum internationalen Frauentag in Belgien. Dabei wird den vergangenen Kämpfen für Gleichberechtigung gedacht und Forderungen an Staat und Zivilgesellschaft für mehr Geschlechtergerechtigkeit geäußert.

Internationaler Frauentag: belgische Gewerkschaften rufen zum Streik auf

Seit 2019 wird dafür in Belgien alljährlich zum Streik aufgerufen. Frauen werden von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen dazu aufgerufen, an diesem Tag ihre Arbeit niederzulegen. Und das nicht nur im Büro. Aktivistinnen ermutigen die Frauen auch dazu, keine Haushaltstätigkeiten zu übernehmen und der Schule oder Universität fernzubleiben. So zeige sich, welch tragende Rolle die Frau in unserer Gesellschaft innehabe, sagte eine Aktivistin 2023 dem belgischen Rundfunk. Würden alle Frauen die Arbeit niederlegen, würden manche Sektoren lahmgelegt, so die Aktivistin vom Kollektiv „8. März“.

Seit zwei Jahren können die Frauen dabei auch auf die Unterstützung einiger belgischer Gewerkschaften bauen. In dem streikfreudigen Land, mit aktiven und großen Gewerkschaften, ein gerngesehener Beistand. So legten die Aktivistinnen und Aktivisten im vergangenen Jahr mehrere Brüsseler U-Bahn-Linien lahm.

Kampf um Gleichberechtigung: Frauentag in Belgien erst im November

Seit nunmehr über 50 Jahren gibt es neben dem 8. März noch einen weiteren wichtigen Tag für die belgische Frauenbewegung. Am 11. November 1972 versammelten sich Tausende in einem Brüsseler Konferenzzentrum. Internationale Größen der Frauenrechtsbewegung, wie etwa Simone de Beauvoir und Germaine Greer kamen nach Brüssel. Gemeinsam forderten die Aktivistinnen und Aktivisten modernere Gesetzgebungen bei Themen wie Abtreibung und Fortpflanzung.

Damit wurde der 11. November in Belgien zum nationalen Frauentag. Neben dem 8. März, ein weiteres wichtiges Datum für die belgische Frauenbewegung, das jährlich mit Protestaktionen und Demonstrationen begleitet wird.