Franz Beckenbauer: Der Kaiser ist mit 78 Jahren gestorben

Franz Beckenbauer ist gestorben. Damit geht eine wahre Fußball-Legende.
Martina Hellmann/dpaDer Kaiser ist tot.Franz Beckenbauer starb am Sonntag, den 07.01.2024 im Alter von 78 Jahren. Von vielen wurde er vergöttert, von anderen kritisiert. In der Welt des Fußballs hatte er aber definitiv einen Legendenstatus. Er war einer von insgesamt nur drei Fußballern, die sowohl als Spieler als auch als Trainer Weltmeister wurden.
Der Kaiser ist tot: Todesursache und Beerdigung
Wie seine Familie am Montag bestätigte, ist Franz Beckenbauer im Kreise seiner Familie gestorben. „In tiefer Trauer teilen wir mit, dass mein Mann und unser Vater Franz Beckenbauer am gestrigen Sonntag im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen ist“, teilte die Familie mit. „Wir bitten, in Stille trauern zu können und von allen Fragen abzusehen.“
Zur Todesursache gab es noch keine Angaben. Was bisher bekannt ist:
Beckenbauers Tod schockiert die Welt
Der Tod von Beckenbauer hat nicht nur die Fußballwelt schockiert:
Beckenbauer — die Dokumentation
In einer ARD–Doku, die am heutigen Montagabend, den 08.01.2024 ausgestrahlt wird, können alle Fans einen Einblick in das Leben von Franz Beckenbauer bekommen. Alle Infos gibt es hier:
Franz Beckenbauer: ein Fußball–Traum
Franz Beckenbauer wurde 1945 in München–Giesing geboren. Dort lernte er auch das Fußballspielen, beim Verein SC 1906 München. Später wechselte er zum FC Bayern München, für den er mit 18 Jahren sein erstes Spiel hatte und auch direkt sein erstes Pflichtspieltor schoss.
Ab diesem Zeitpunkt erzielte er eine Vielzahl an Erfolgen für den Verein in den 70er Jahren. So leistete er als prägende Figur beim FC Bayern seinen Beitrag zu gewonnen Meisterschaften (5), DFB–Pokalsiegen (4), Europapokalsiegen (3) und einem Weltpokal–Triumph. Im Jahr 1974 führte er die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft zum Sieg. Insgesamt spielte Beckenbauer in jeweils zwei Europameisterschafts– und Weltmeisterschaftsendspielen.
Mit dem Wechsel in die USA 1977 zu Cosmos New York kam für Franz Beckenbauer das Ende seiner Zeit als Nationalspieler. Sein 103. Länderspiel am 23. Februar 1977 war sein letztes. In den zwölf Jahren als Nationalspieler bestritt er 103 Länderspiele und schoss 14 Tore. Er kam dabei in 91 % der ausgetragenen Spiele zum Einsatz. Kein anderer Spieler mit 80 oder mehr Länderspielen erreichte diese Quote. Er stand in all seinen Länderspielen in der Startaufstellung und wurde lediglich sechsmal ausgewechselt.
Franz Beckenbauer als Trainer und Funktionär
Nach dem Ende seiner Karriere als aktiver Fußballer war Franz Beckenbauer als Trainer tätig und trug so unter anderem zum WM–Sieg der deutschen Nationalmannschaft 1990 und zum Erfolg des FC Bayern Münchens im Endspiel des UEFA–Pokals 1996 bei.
Ab 1994 war er Präsident des FC Bayerns und bis 2010 Vizepräsident des DFB. Erfolgreich unterstützte er die Bewerbung Deutschlands um die Weltmeisterschaft 2006. Aufgrund dieser „Unterstützung“ handelte er sich im Nachhinein einige Kritik ein: Die schweizerische Bundesanwaltschaft leitete am 6. November 2015 ein Strafverfahren gegen Beckenbauer wegen des Verdachts auf Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung, Geldwäsche und Veruntreuung ein. Laut Ermittlungsakte war Beckenbauer damals ein wesentlicher Drahtzieher eines Stimmenankaufs für die WM–Entscheidung. Alle damals Beteiligten, so auch Beckenbauer, hatten die Vorwürfe stets bestritten. Zu einer Anklage kam es nie.

