Frank Thelen kritisiert Gen-Z-Influencer Julian Kamps
: Diskussion über Arbeitsmoral geht weiter

Nachdem Julian Kamps die 40-Stunden-Woche öffentlich kritisiert hat, meldet sich nun Unternehmer Frank Thelen zu Wort – und widerspricht dem Gen-Z-Influencer deutlich.
Von
Judith Müller
Berlin
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Unternehmer Frank Thelen hält eine Vier-Tage-Woche nicht für sinnvoll und spricht sich damit gegen Influencer Julian Kamps aus, der mit seinem Video viral gegangen ist.

Unternehmer Frank Thelen hält eine Vier-Tage-Woche nicht für sinnvoll und spricht sich damit gegen Influencer Julian Kamps aus, der mit seinem Video viral gegangen ist.

Collage: dpa | Marcus Brandt, Instagram @juliankmps

Die Debatte um moderne Arbeitsmodelle bekommt neuen Auftrieb: Nachdem Gen-Z-Influencer Julian Kamps die 40-Stunden-Woche öffentlich hinterfragt hat, äußert sich nun Unternehmer Frank Thelen – und widerspricht dem 24-Jährigen deutlich.

Julian Kamps stellt die 40-Stunden-Woche infrage – Video erreicht Millionen

In einem TikTok-Video schildert Kamps seinen Arbeitsalltag: „Wir haben jetzt 18:41 Uhr, ich habe das Haus um 7:30 Uhr verlassen. Ich bin jetzt kurz vor meiner Haustür: Ihr wollt mir doch nicht sagen, dass das das Leben ist?
Nach acht Stunden Arbeit plus Hin- und Rückweg bleibe ihm kaum Freizeit. „Das kann’s doch nicht sein“, so der Düsseldorfer.

Sein Beitrag geht viral, viele junge Menschen fühlen sich verstanden. Gleichzeitig rückt das Thema Vollzeitbeschäftigung erneut in den Fokus der öffentlichen Diskussion.

Unternehmerstimmen reagieren: Frank Thelen widerspricht deutlich

Zu den ersten Stimmen aus der Wirtschaft gehört Investor Frank Thelen. Gegenüber RTL sagt er: „Das ist das echte Leben.“ Eine Vier-Tage-Woche oder generell weniger Arbeitszeit hält er für riskant.
„Dann werden wir abgehängt“, warnt Thelen. Deutschland habe sich seinen Wohlstand über Jahrzehnte erarbeitet, doch: „Wenn wir weniger arbeiten, werden wir im internationalen Wettbewerb zerstört.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz sieht die Entwicklung kritisch. Auf dem CDU-Wirtschaftstag betonte er, Deutschland müsse „wieder mehr und vor allem effizienter arbeiten“, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben.

Zuspruch für Kamps: Viele teilen seine Sicht

Parallel erhält Kamps viel Unterstützung – und das nicht nur aus seiner eigenen Generation.
„Ich bin Ende 30 und arbeite seit mehr als 15 Jahren nicht mehr Vollzeit. Mein Leben ist mir zu schade, um es auf Arbeit zu verbringen“, schreibt eine Nutzerin.
Eine weitere kommentiert: „Ich als Frau in den Vierzigern kann dir sagen: Es geht uns allen so wie dir.“

Viele sehen in der Diskussion keinen Ausdruck fehlender Arbeitsmoral, sondern den Wunsch nach gesünderen Arbeitsmodellen. „Die faule Jugend ist ein Mythos“, heißt es in einem Kommentar.